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Ravenna - Kaiserresidenz ganz nah am Meer

Wer während eines Badeurlaubs nicht auf Kultur verzichten möchte, ist in Ravenna genau richtig. Früher lag Ravenna selbst am Meer und war eine bedeutende Hafenstadt des römischen Reiches (Kaiser Augustus ließ im 1. Jh. n. Chr. in einer nahen Bucht den Kriegshafen Portus Classis errichten), heute ist es durch den Canale Candiano mit dem Hafen von Porto Corsini und dem Seebad Marina di Ravenna verbunden.

Basilica di San Vitale (Fototeca ENIT)

Die Blütezeit Ravennas lag im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. Als Lagunenstadt war es vom Land her nahezu uneinnehmbar und diese strategisch günstige Lage führte dazu, dass der weströmische Kaiser Honorius 402 seinen Sitz von Mailand nach Ravenna verlegte und Ravenna zur neuen Kaiserresidenz wurde. Aus dieser Zeit sind noch viele Sehenswürdigkeiten in Ravenna erhalten. Später fiel die Stadt an Venedig und danach (1509 - 1859) an den Kirchenstaat.

Zentrum der Stadt ist die Piazza del Popolo, die von den Venezianern angelegt wurde und heute die malerische Kulisse für den abendlichen Spaziergang der Ravenner bietet. Ca. 500 m nordwestlich erhebt sich die Basilica San Vitale, die zwar von außen eher schmucklos wirkt, im Inneren jedoch herrliche Mosaike im byzantinischen Stil beherbergt.

Ravenna - Duomo (Fototeca ENIT)

Überhaupt ist Ravenna für seine Mosaikkunst berühmt, die hier eine Vollendung erlebte, wie sie in Italien erst wieder unter der venezianischen oder der normannischen Herrschaft in Sizilien erreicht wurde. Hinter der Basilica befindet sich das kleine Mausoleo di Galla Placidia mit schönen Mosaiken, die noch noch 100 Jahre älter sind als in San Vitale. 

Südwestlich der Piazza del Popolo findet sich der Duomo Sant'Orso in barockem Stil, der jedoch auf einer frühchristlichen Kirche aus dem 4. Jahrhundert errichtet wurde. Vom Originalbau sind noch die Krypta mit drei spätantiken Sarkophagen und die turmartige Kanzel des Bischofs Agnellus (Mitte 6. Jh.) erhalten. Daneben erhebt sich das achteckige Baptisterio Neoniano, das ebenfalls herrliche Mosaike und Marmorintarsien aus dem 5. Jh. zeigt.

Sant'Apollinare in Classe (Fototeca ENIT)

An der belebten Via di Roma steht die Palastkirche Theoderichs Sant'Apollinare Nuovo aus dem 5. Jh. Auch hier werden die Innenwände von herrlichen Mosaiken geschmückt, und sehenswert sind auch die 24 byzantinischen Marmorsäulen aus Konstantinopel, die die gesamte Decke tragen. 

Nicht verpassen sollte man auch einen Besuch der berühmten Basilica Sant'Apollinare in Classe, die als eines der schönsten Bauwerke der christlichen Architektur gilt. Sie wurde in dem heute verlandeten Hafen der Römerstadt 5 km südlich von Ravenna 535 bis 549 erbaut. Benannt ist sie nach Ravennas erstem Bischof, dem Märtyrer Apollinaris. Frühchristliche Kirchen wurden nicht, wie man vielleicht vermuten mag, nach dem Plan der antiken Tempel erbaut, sondern sie orientierten sich an der Architektur der römischen Markthallen, auch Basilika genannt. Somit bestanden diese Kirchen aus einem Langschiff mit hoher Fensterzone und Apsis und zwei niedrigeren Seitenschiffen. Das Wahrzeichen des Bauwerks, der Campanile, wurde erst 400 Kahre später erbaut. Sehenswert sind auch die Mosaike der Apsis und am Triumphbogen, die aus dem 6. und 7. Jh. stammen und die 'Verklärung Christi' darstellen.

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