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„Dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will,
dass ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen,
ist ihnen nicht zu verdenken,
und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarstadt stünden.
Man mag sich hier an Rom gar nicht zurück erinnern:
gegen die hiesige freie Lage kommt einem die Hauptstadt der Welt im Tibergrunde
wie ein altes übelplatziertes Kloster vor.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Neapel, die alte Hauptstadt des italienischen Südens, ist mit seinen herrlichen Barockbauten und Kunstschätzen seit der Italienreise Goethes ein Muss für den Italienreisenden, dient es doch auch als Ausgangspunkt für einzigartige Ausflüge ins Umland und auf die Inseln des Golfes von Neapel. Neapel ist reizvoll und lebhaft mit einem ganz eigenen Charme, der jeden bezaubert, der die Stadt besucht. Das milde Klima, die einzigartige Lage am Fuß des Vesuv und der herrliche Blick auf den gleichnamigen Golf mit seinen Inseln, die quirligen und temperamentvollen Menschen und nicht zuletzt die bewegte Geschichte mit zahlreichen Sehenswürdigkleiten ziehen den Besucher in ihren Bann.
Von den Griechen gegründet kann die Stadt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurückblicken. Heute ist die Altstadt (die größte Europas) mit ihren engen Gässchen, Boutiquen, Trattorien, alten Kirchen und geheimnisvollen Katakomben UNESCO-Kulturerbe.

Die Piazza del Municipio und die direkt daneben liegende Piazza del Plebiscito bilden das eigentliche Stadtzentrum, den Treffpunkt der Neapolitaner. Hier befinden sich auch die großen Paläste der ehemaligen Herrscher: der Palazzo Reale, der riesige Königspalast mit prunkvoller Fassade, der im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Heute sind dort Ämter und Kulturinstitute untergebracht, z.B. die Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele III. Dahinter herrscht das Castel Nuovo, die alte Festung, die 1279 bis 1284 erbaut wurde. An der Piazza del Municipio, an der die Büros zahlreicher Schiffahrtsgesellschaften an die Zeit erinnern, da die meisten Besucher Neapel vom Meer aus erreichten, steht der Palazzo di San Giacomo, der ab 1825 als Regierungssitz der Bourbonen diente und heute das Rathaus beherbergt.
Dirket hinter dem Rathaus beginnt die Via Toledo, eine der wichtigsten Straßen der Stadt mit vornehmen Palästen und eleganten Geschäften. Westlich davon erstreckt sich da spanische Viertel, die Quartieri spagnoli, das bis zur Mitte des 17. Jh. dazu diente, die in Neapel stationierten spanischen Truppen unterzubringen. Heute findet man hier das typische Neapel, enge Gässchen mit lauter Herzlichkeit, dem Leben das auf der Straße stattfindet und Wäscheleinen von Haus zu Haus.
Das angrenzende Spaccanapoli ist das Viertel mit den meisten Kirchen, und obwohl im zweiten Weltkrieg rund hundert Kirchen in der gesamten Stadt zerstört wurden, hält Neapel noch immer den Rekord der Stadt mit den meisten Sakralbauten der Welt. In der Nähe der Universität liegt beispielsweise die Kirche Santa Chiara, an die sich ein herrlicher Kreuzgang der Klarissen anschließt. An der belebten Piazza San Domenico, dem Mittelpunkt des studentischen Lebens, beherrscht die Fassade der Kirche San Domenico Maggiore das Bild. In dem dazugehörigen Kloster waren auch Thomas von Aquin und Giordano Bruno tätig.
Ein Muss ist die Fahrt mit der Bergbahn auf den Vomero-Hügel mit seinen vornehmen Villen und dem Castel Sant'Elmo aus dem 16. Jh. An der Küste im eleganten Viertel Santa Lucia mit dem gleichnamigen Hafen ist auch die Strandpromenade und Flaniermeile. Das Castel dell'Ovo davor, die älteste Festung der Stadt, steht auf einer kleinen Insel.
Ein besonderes Erlebnis ist auch ein Ausflug in die geheimnisvolle Unterwelt Neapels.
