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Überall in Turin hat die Geschichte ihre Spuren hinterlassen: in der Antike war es eine Siedlung der Tauriner, danach römische Kolonie, im Mittelalter Hauptstadt einer Markgrafschaft und im 19. Jh. sogar Hauptstadt des gesamten Königreichs Italiens – Turin hat in seiner 2000jährigen Geschichte nie eine Phase des Stillstands erlebt.

Turin, die Hauptstadt des Piemonts, ist im Ausland eigentlich bekannt als die Stadt des Firmensitzes von Fiat (Fabbrica Italiana Automobili Torino). Doch sie hat neben ihrer Metall-Industrie, die auch den Reichtum begründet, eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und kulturellen Höhepunkten zu bieten. Neben der Autoindustrie hat es sich zu einem der wichtigsten Zentren für Medien, Kommunikation und Technologie entwickelt, doch die Zeugen seiner bewegten Geschichte lassen es auch für Kunst- und Architekturinteressierte zu einem lohnenden Ziel werden.
Wahrzeichen der Stadt ist die Mole Antoniellana, ein von Alessandro Antonielli 1862 als Synagoge konzipiertes Bauwerk, das 1878 als höchstes Gebäude Europs fertig gestellt wurde. Heute beherbergt sie das Museo Nazionale del Cinema. Der Bereich von hier bis zur Piazza San Carlo ist das barocke Stadtzentrum und die Via Po verbindet diese Plätze mit ihren 18 km langen Arkadengängen. Hier kann man die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts, als Turin die Hauptstadt des italienischen Reiches war, wieder aufleben lassen.

Der historische Kern der Altstadt wird von den alten Regierungsgebäuden der Savoyer und später des Königreichs Italiens beherrscht. Die offizielle Residenz der Savoyer war der Palazzo Reale, daneben befindet sich das Zeughaus und mitten auf dem Platz der Palazzo Madama. Außerdem findet man hier das Waffenarsenal, die alte Staatskanzlei, die Militärakademie und die königliche Münzstätte. Alle Gebäude waren durch Korridore miteinander verbunden, so dass die Herrscher und Beamten die sichere Anlage niemals verlassen mussten.
Heute ist die Atmosphäre der Stadt zu einem kulturellen Schmelztiegel geworden. Als italienische Wiege von Film, Fernsehen und Radio findet sich hier ein multikulturelles Zentrum für Kunstschaffende aller Art. Ein bewegtes Nachtleben sowie eine Vielzahl an Restaurants, Cafés und Kunstgalerien ziehen auch ein junges Publikum an.