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Eingebettet zwischen Alpen und Po-Ebene liegt der größte See Italiens: der Lago di Garda oder Gardasee. Das nördliche Ufer ist umgeben von alpinen Zweitausendern, während das südliche Ufer des Sees schon in die Ebene reicht.
Der Gardasee ist seit altersher beliebt, sein Anblick war bereits Goethe einen Umweg bei seiner Italienreise wert.
Seine abwechslungsreiche Landschaft aus felsiger Bergwelt, die nach Süden hin mehr und mehr in eine hügelige Landschaft mit üppiger mediterraner Vegetation aus Zypressen, duftenden Zitronenhainen, silbrig schimmernden Olivenbäumen, blühendem Oleander und Magnolien übergeht, lässt vor allem die Herzen der Nordlichter höher schlagen.
Der nördliche Gardasee, noch dem Trentino zugehörig, erinnert an eine Fjordlandschaft. Eingebettet in steile Berghänge liegt der glitzernde See über dem ein beständiger Wind bläst, der "Ora", der Windsurfer und Seglern die Segel bläht. Neben den Wassersportlern zieht der nördliche Gardasse aber auch die Bergliebhaber an, das milde, aber dennoch im Sommer frische Klima und die fasziniernde Bergwelt mit traumhafter Kulisse bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Klettern, Mountainbiken, Paragliding, Canyoning und vieles mehr: ein Paradies für einen Aktivurlaub.

Im Jahr 1932 wurde am westlichen Ufer des Sees (der Lombardei zugehörig) eine der schönsten Panoramastraßen der Welt eröffnet, die Gardesana Occidentale. Beginnend in Limone führt sie entlang des Ufers über die stimmungsvollen Städtchen Tremosine, Gargnano, Toscolano und Gardone Riviera nach Süden. Der Bau der Straße war auch der Startschuss für die moderne Zeit und den Tourismus am Gardasee. Dennoch sind diese Örtchen vom Massentoruismus verschont geblieben und immer noch eine Oase der Ruhe und Beschaulichkeit. In den historischen Fischerdörfern lässt es sich wunderbar durch die kleinen Gässchen schlendern, in traditionellen Locandas genießen oder die Umgebung erkunden. Jahrhundertealte Oliven- und Zitronenhaine geben ein ganz eigenes mediterranes Flair. Neben den Wanderungen und kulturellen und sportlichen Aktivitäten lässt es sich auch herrlich an den Stränden des Sees entspannen. Etwas eleganter geht es in Gardone Riviera zu, dort kann man an der Seepromenade mit seinen Grandhotels noch das Flair des letzten Jahrhunderts spüren.

Der östliche Teil des Gardasses gehört zur Region Venezien und hier schmiegen sich unter anderem die Städtchen Malcesine, Brenzone, Garda, Bardolino und Lazise ans Seeufer. Im nördlichen Teil fallen die Berge noch steil in den See, während sich südlich die Bucht von Garda öffnet, die mit weitläufigen Weinbergen, Oliven- und Zitronenhainen einer einzigartigen Berglandschaft Raum bietet. Begrenzt wird die Bucht vom Monte Luppia im Norden und dem Monte Rocca im Süden, wo sich früher das Schloss von Garda über den See erhob. Zwischen diesen beiden Bergen verläuft ein traumhafter Wanderweg entlang des Sees, der deshalb auch keinen Schwierigkeitsgrad aufweist. Faszinierende Ausblicke bieten sich nach dem Aufstieg auf den Rocca oder Monte Luppia.
Ein Muss ist auch der Besuch des Weinortes Bardolino, der von altersher von Adel und Kirche gleichermaßen geschätzt wurde und somit neben dem köstlichen Wein auch eine Vielzahl von Kunst- und Kulturschätzen zu bieten hat. Auch Lazise blickt auf eine reiche Geschichte zurück und es lohnt sich, den mittelalterlichen Ortskern, das prachtvolle Schloss und den stimmungsvollen Hafen zu besuchen.
Ein ganz anderes Bild eröffnet sich schließlich am südlichen Ufer des Gardasses: sanftwellige Hügel mit Weinbergen und Olivenhainen und ein weites Seeufer mit schönen, gut zugänglichen Stränden und warmem Wasser. Inmitten der Weinberge liegen elegante Villen, die von mediterranen Gärten mit Palmen, Zypressen, Oleander und Bougainvillea umgeben sind. Schon die Römer haben hier Wein angebaut und diese genussvolle Tradition hat sich bis heute fortgeführt.
Bekanntester Ort ist sicher das malerisch auf einer Halbinsel in den See ragende Sirmione. Eine liebevoll restaurierte Altstadt zieht eine Vielzahl von Besucher in ihren Bann, die ohne störende Autos das Flair der Gässchen genießen können. Hinter der Altstadt erstrecken sich bis zur Spitze der Landzunge schattige Gärten und die Grotten des Catull, eine sehenswerte ehemalige römische Palastanlage mit Gewölben und Thermen.