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Westlich von Brindisi, auf der bis zu 700 m hohen Karstfläche MIttelapuliens befindet sich die Zona dei Trulli - benannt nach den charakteristischen runden Steinhäuschen mit kegelförmigen Spitzdach, die in dieser Gegend vorherrschend sind.
Die runden Häuschen mit den zipfelmützenförmigen Dächern wurden nur durch das Aufeinanderschichten von Steinplatten, ohne die Verwendung von Mörtel, gebaut. Die Dächer enden in einem Schlussstein (cippo oder pinnacolo), dessen vielfältige Formen bis heute noch nicht sicher gedeutet sind. Oft sind mehrere dieser Häuschen aneinander gebaut. Die ältesten stammen aus dem 17. Jahrhundert, die Bauweise wurde aber bis ins 19. Jahrhundert angewandt. Hauptort der Trulli ist Alberobello, das seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, aber man findet sie im gesamten Valle d'Itria, beispielsweise in Locorotondo und Ostuni.
Ursprünglich waren die Häuschen Behausungen der Armen, die sich keine größeren Häuser leisten konnten und standen oft auch einzeln in den Feldern. Die Bauweise aus massivem Naturstein mit sehr dicken Wänden und winzigen Fenstern ermöglichte einen guten Schutz gegen die Sommerhitze, das sich das Innere lange kühl hält. Ebensogut halten sie im Winter die Wärme im Inneren, die meist durch einen zentralen Kamin gespendet wurde. In Alberobello findet man ein ganzes Stadtviertel dieser Häuser mit über 1000 Trulli, welches heute zu den touristischen Hauptattraktionen Italiens zählt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, in denen man das besondere Flair eines Trullis erleben kann, ohne auf den heutigen Komfort verzichten zu müssen.
Nordwestlich von Alberobello liegen die Grotten von Castellana, eines der größten und schönsten Tropfsteinhöhlen-Systeme Europas und unbedingt einen Besuch wert.
Wenn man dem Trubel etwas ausweichen will, sollte man sich die Trulli in Locorotondo anschauen. Es verdankt seinen Namen dem kreisförmigen Grundriss und bietet zauberhafte Spaziergänge durch malerische Gässchen und Stadtviertel. Eine weiß getünchte Häuserfront ist, ähnlich wie bei Ostuni, nach außen gekehrt. Es lohnt sich ein Spaziergan zum Stadtpark, von dort aus hat man einen herrlichen Blick über das Valle d'Istria. Noch weiter östlich liegt dann das weiße Ostuni, das sich malerisch über drei kleine Hügel ausbreitet und mit seinen treppenförmig angelegten Kastenhäuschen schon fast orientalisch anmutet.