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Palermo liegt an der Nordküste Siziliens an einer weitläufigen Bucht und eingebettet in zwei Vorgebirge. Sie ist die Hauptstadt der autonomen Region Sizilien und der Provinz Palermo und das politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum Siziliens. Im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern gegründet, erlebte die Stadt vor allem unter der Vorherrschaft der Araber (ab 831), die die Stadt zur Hauptstadt des sarazenischen Emirats machten sowie unter den Normannen (ab 1072) und Staufern (ab 1194) eine Blütezeit.

Die wechselvolle Geschichte hat die Stadt geprägt, sowohl in architektonsicher als auch kultureller Hinsicht: neben arabischen Kuppeln findet man barocke Kirchen und Paläste, neben byzantinsichen Mosaiken normannische Königsgräber, neben orientalischen Märkten bunte, pulsierende Altstadtviertel. Doch die Stadt hat neben ihrer Schönheit auch Probleme: eine hohe Arbeitslosigkeit, gleichförmige Wohnblockviertel in den Randgebieten und soziale Brennpunkte.
Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch dieser faszinierenden und widersprüchlichen Stadt. Vom Hafen zum Normannenpalast führt eine der Hauptstraßen (Corso Vittorio Emmanuele), die von der querlaufenden Achse Via Maqueda gekreuzt wird. Kurz bevor man den Normannenpalast erreicht, liegt rechter Hand die mächtige Kathedrale, deren Bau 1185 begonnen wurde, die jedoch erst mit Aufsatz der Kuppel im 18. Jahrhundert endgültig fertig gestellt wurde. Hauptsehenswürdigkeit sind die Königs- und Kaisergräber im rechten Seitenschiff: hier sind unter anderem Kaiser Friedrich II., Heinrich VI. und Roger II begraben.

Der Palazzo dei Normanni (Normannenpalast) wurde im 9. Jahrhundert von den Arabern für Ihre Emire erbaut und ist seither das politische Zentrum der Insel. Die Normannen erweiterten den Bau zum Königspalast Palazzo Reale mit Capella Palatina, der Staufer Friedrich II. und die spanischen Vizekönige hielten hier Hof, und heute ist der mächtige Bau Sitz des sizilianischen Regionalparlaments. Herzstück des Palastes ist die Capella Palatina, die 1130 von Roger II in Auftrag gegeben wurde, und die ein Kleinod arabisch-normannischer Kunst darstellt. Reich geschmückte Wände und Decken, leuchtende Mosaike mit Szenen aus dem alten und neuen Testament, arabische Elemente, wie beispielsweise eine Stalaktitendecke bilden ein herrliches Gesamtkunstwerk, das in reizvollem Kontrast zu dem relativ schlichten Äußeren steht.

Nicht weit entfernt ist die Kirche San Giovanni degli Eremiti mit ihren auffälligen roten maurischen Kuppeln und dem idyllischen Garten. Ab dem 6. Jh. stand hier ein Benediktinerkloster, das bis zur Eroberung durch die Normannen in eine Moschee umgewandelt wurde. Roger II. ließ 1132 den heutigen Bau errichten, ebenfalls eine Stilmischung aus arabischen und normannischen Elementen. Ein Besuch des Kreuzgangs mit dem Innenhof, in dem ein arabischer Brunnen das Paradies symbolisiert, lässt allen Stress einer Stadtbesichtigung in weite Ferne rücken.
Das Herz der Altstadt ist die Kreuzung der zwei Hauptachsen und wird I quattro canti genannt. Von hier aus lässt es sich schön zur Piazza Pretoria mit der Fontana Pretoria schlendern, an der auch das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert liegt. In unmittelbarer Nähe finden sich einige sehenswerte Kirchen: die barocke Theatinerkirche San Giuseppe dei Teatini, Santa Caterina, die normannischen Kirchen San Cataldo und La Martorana an der Piazza Bellini und die Dominikanerkirche Chiesa San Domenico an der Piazza San Domenico. Hier beginnt auch Palermos bunter und lebhafter Markt, der sich durch die Gassen bis zum Hafen hinunter zieht - unbedingt besuchen!