Sie befinden sich hier: StartseiteRegionenToskanaPisa

Pisa - Fällt er oder fällt er nicht?

Die meisten Besucher kennen von Pisa nur den berühmten Schiefen Turm - doch Pisa hat noch viel mehr zu bieten. Wer sich darauf einlässt, findet ein reizvolles Universitätsstädtchen mit wunderschöner Altstadt und eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Toskana im Museo di San Matteo.

Der berühmte Schiefe Turm von Pisa (Fototeca ENIT)

Berühmt geworden ist Pisa natürlich durch seinen Schiefen Turm, der zusammen mit dem Dom, dem Baptisterium und dem Camposanto ein einzigartiges Ensemble auf dem Campo dei Miracoli - dem Platz der Wunder - bildet. Und nach Berechnungen der Universität Pisa ist der Schiefe Turm tatsächlich so etwas wie ein Wunder, denn er hätte bei dieser Schiefe und dem Gewicht bereits vor Jahrhunderten einstürzen müssen. Erbaut wurde der Turm schon 1173 bis 1350 und durch den nachgiebigen Untergrund neigte er sich bereits beim Bau, was man bei zunehmender Höhe auszugleichen versuchte.  1991 wurde der Turm für Besteigungen geschlossen und nach der Sicherung durch ein Ingenieur-Team darf man ihn seit 2001 wieder erklimmen.

Doch zumeist wird vergessen, dass dieser weltberühmte Turm eigentlich der Glockenturm der herrlichen Kathedrale Santa Maria Assunta ist, die 1063 - 1118 nach dem Seesieg  über die Sarazenen bei Palermo mit Hilfe der erbeuteten Schätze erbaut wurde. Der Dom verbindet als erster italienischer Sakralbau Elemente der romanischen Basilika mit einem Querschiff und einer eliptischen Vierungskuppel.

Catedrale Santa Maria Assunta (Wikipedia: Lucarelli)

Man steht staunend vor der prächtigen Fassade, die im Sonnenlicht erstrahlt. Sie wurde Ende des 12. Jh. von Rainaldo erschaffen und zum Inbegriff der toskanischen Romanik. Vier übereinanderliegende Säulengalerien, die den Blick auf die dahinterliegende Marmorwand freigeben, lassen das Bauwerk geradezu grazil wirken. Im Innenraum sind die vergoldete Renaissance-Kassettendecke, die freistehende Kanzel von Giovanni Pisano, der Bronzeleuchter, der durch seine Schwingungen Galilei zu den Gesetzen des Pendels inspiriert haben soll und das Chorgestühl aus der Renaissance beeindruckend. Die Säulen des Hauptschiffes stammen aus der Antike und kamen als Kriegsbeute nach Pisa.

Das Baptisterium (Quelle: Wikipedia, Torsten Bachner)

Das Baptisterium (Battisterio), also die ehemalige Taufkapelle wurde 1152 - 1278 von Diotisalvi und Nicola und Giovanni Pisano errichtet. Die Kirche ist mit ihren 107,25 m Umfang die größte Taufkirche der Christenheit. Man erkennt gut eine Unterbrechung der Arbeiten (13. Jahrhundert), da die unteren Stockwerke noch deutlich in Übereinstimmung mit dem Dom sind, während in der zweiten Bauphase die darüber liegenden Stockwerke im 'modernen' gotischen Stil aufwarten. Der 55 m hohe Innenraum zeigt eine schöne Akustik; beeindruckend sind hier außerdem das marmorne Taufbecken von Guido Bigarelli aus Como (1246) und die freistehende Kanzel von Nicola Pisano (1260).

Der Überlieferung nach steht der Camposanto, also der Friedhof, auf Erde, die vom Erzbischof Ubaldo Lanfranchi 1203 vom Berg Golgatha hierher gebracht wurde, so dass die Bürger Pisas in wirklich heiligem Boden bestattet werden konnten. Der Camposanto wurde als letztes Gebäude des Ensembles ab 1277 - 1463 im toskanisch-gotischen Stil eines Kreuzgangs errichtet. Viele von Pisas Adligen wurden in antiken Sarkophagen bestattet. Die Wände wurden im 14. und 15. Jh. von berühmten Künstlern, darunter Taddeo Gaddi und Benozzo Gozzoli mit Fresken verziert. Im Innenhof, der von einem Kreuzgang mit Arkaden gesäumt wird, stehen Zypressen auf dem grünen Rasen - ein wahrer Ort der Stille.

Volltextsuche

Hotelsuche

Toskana im Hotelführer