
Wenn im August in Süditalien 40 Grad stehen, fahren viele Italiener nicht ans Meer, sondern nach Norden. Die oberitalienischen Seen liegen zwischen Bergen, das Wasser erreicht im Hochsommer angenehme 24 bis 26 Grad, und am Nachmittag kommt fast überall Wind auf. Du bekommst also Baden, Schatten und Bewegung, ohne die Hitze der Küste. Hier die vier Seen, die sich dafür am meisten lohnen, vom belebtesten bis zum ruhigsten.
Der Gardasee ist der größte See Italiens und der einzige, der fast alles gleichzeitig kann. Der Norden um Riva del Garda ist schmal, von Felswänden gerahmt und durch den verlässlichen Wind das Revier für Segler und Surfer. Der Ora weht dort ab Mittag fast täglich von Süden.
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Weiter südlich wird der See breiter und milder. Malcesine liegt unter dem Monte Baldo, dessen Seilbahn dich in wenigen Minuten auf 1.760 Meter bringt. Oben ist es im August gut zehn Grad kühler als unten, das ist die einfachste Hitzeflucht am ganzen See. Limone sul Garda klemmt zwischen Fels und Wasser und hat die alten Zitronengärten, denen der Ort seinen Namen verdankt.
Der Comer See ist tiefer, schmaler und steiler als der Gardasee. Er hat weniger Strände, dafür Villen mit Gärten, die bis ans Wasser reichen. Bellagio sitzt genau auf der Landzunge, an der sich der See in zwei Arme teilt, und ist entsprechend voll. Ruhiger und für viele schöner ist Varenna am Ostufer, mit einer Uferpromenade, die sich an den Fels klebt.
Gebadet wird hier eher von Stegen und kleinen Kiesbuchten als von breiten Stränden. Dafür ist das Wasser klar und mit über 400 Metern Tiefe auch im Hochsommer erfrischend.
Zwischen Garda- und Comer See liegt der Lago d'Iseo, und er ist deutlich leerer als beide. In seiner Mitte steht Monte Isola, die größte Seeinsel Europas, auf der keine Privatautos fahren dürfen. Du setzt mit der Fähre über, leihst ein Rad und umrundest sie in ein bis zwei Stunden. Rundherum liegen Weinberge der Franciacorta, aus der Italiens bekanntester Schaumwein kommt.
Der Ortasee im Piemont ist der kleinste der vier und der, an dem am wenigsten los ist. Orta San Giulio ist ein mittelalterliches Städtchen mit Kopfsteinpflaster, davor liegt die Isola San Giulio mit einer Basilika und einem Kloster. Es gibt keine Uferstraße mit Verkehr und kaum Hotelburgen. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig.
Einen Überblick über alle Seen Italiens findest du unter Seen.