
Der Fußball gehört in Italien zur Kultur wie Espresso und Piazza, und die Squadra Azzurra ist eine nationale Herzensangelegenheit. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als der Verband die lange offene Trainerfrage klärte: Roberto Mancini kehrt auf die Bank der Nationalmannschaft zurück. Was hinter dem Wechsel steckt und was für Italien jetzt ansteht, liest du hier.
Am 28. Juli 2026 gab der italienische Fußballverband FIGC unter Präsident Giovanni Malagò die Entscheidung bekannt: Roberto Mancini wird neuer Commissario Tecnico, so heißt der Nationaltrainer in Italien. Neben ihm übernimmt Claudio Ranieri die Rolle des technischen Direktors und Präsidenten des Club Italia, der alle italienischen Auswahlmannschaften koordiniert. Mancinis Vertrag läuft nach übereinstimmenden Berichten bis zur Weltmeisterschaft 2030.
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Der Posten war seit dem Frühjahr vakant. Gennaro Gattuso war im April 2026 zurückgetreten, nachdem sich Italien zum dritten Mal in Folge nicht für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hatte, ein schwerer Schlag für das Land des viermaligen Weltmeisters. In der Folge suchte der Verband länger nach einem Nachfolger. Zunächst fiel die Wahl auf Andrea Pirlo, doch die Entscheidung wurde wieder revidiert, nachdem seine Rolle als Werbebotschafter eines Wettanbieters öffentlich geworden war. Am Ende einigte sich der Verband auf die Rückkehr von Mancini.
Roberto Mancini, 61 Jahre alt, ist in Italien kein Unbekannter: Er hatte die Squadra Azzurra bereits von 2018 bis 2023 betreut. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Europameisterschaft 2021, als Italien im Finale von Wembley England im Elfmeterschießen bezwang. In diese Zeit fiel auch eine Serie von 37 Länderspielen in Folge ohne Niederlage, ein damaliger Rekord. Getrübt wurde die Amtszeit vom verpassten Einzug in die WM 2022. 2023 hatte Mancini den Posten niedergelegt, nun übernimmt er ihn erneut.
Mancinis Aufgabe ist ein Neuaufbau mit Blick auf die kommenden großen Turniere, von der Nations League über die Europameisterschaft bis zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2030. Für Fußballfans, die eine Reise nach Italien planen, gehört ein Spiel der Serie A oder ein Stadionbesuch ohnehin zu den intensivsten Erlebnissen, ob im Stadio Olimpico in Rom, in Mailand oder im markanten Stadio San Nicola in Bari. Die Leidenschaft, mit der ganz Italien seine Azzurri begleitet, spürt man im ganzen Land.