
Europas höchster und aktivster Vulkan zeigt sich gerade von seiner spektakulären, aber auch störenden Seite: Der Ätna auf Sizilien ist seit Tagen hochaktiv und legt mitten in der Hochsaison den Flughafen von Catania immer wieder lahm. Tausende Urlauber, darunter viele Deutsche, sitzen fest. Was ist passiert und was solltest du wissen, wenn du gerade auf Sizilien bist oder eine Reise planst?
Update, 17. August: Die akute Phase ist vorüber. Die Luftfahrt-Warnstufe wurde am Wochenende von Rot auf Orange gesenkt, und der Flughafen Catania hat den Betrieb wieder weitgehend aufgenommen. Wer in den kommenden Tagen über Catania fliegt, sollte den Flugstatus trotzdem im Blick behalten, da neue Aschewolken kurzfristig zu einzelnen Ausfällen führen können.
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Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) begann die aktuelle Eruptionsphase am Abend des 6. August mit strombolianischen Explosionen und steigerte sich rasch zu einer ausgeprägten Aschetätigkeit. Aus zwei Schloten in rund 2.360 und 2.750 Metern Höhe treten dicke Lavaströme und große Mengen Vulkanasche aus. Die Lavaströme bewegen sich in unbewohntem Gipfelgebiet; für die Ortschaften am Berg besteht nach bisherigem Stand keine unmittelbare Gefahr. Für die Luftfahrt gilt jedoch die höchste Warnstufe Rot, weil Aschewolken den Flugverkehr gefährden.
Die Vulkanasche trifft vor allem den Flughafen Catania-Fontanarossa, den wichtigsten Airport Ostsiziliens. Der Flugbetrieb ist inzwischen den fünften Tag in Folge beeinträchtigt: Landungen wurden zeitweise komplett ausgesetzt, zuletzt bis Dienstagabend, und an manchen Morgen konnte kaum eine Maschine starten. Mehr als 200 Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet, einzelne Verbindungen weichen auf Palermo, Trapani oder Comiso aus. Nach Schätzungen sind rund 30.000 Reisende betroffen. Die Bahngesellschaft Trenitalia setzte zusätzliche Züge ein, um gestrandete Passagiere aufzunehmen; einige Familien mussten am Flughafen übernachten.
Update, 13. August: Die Lage bleibt angespannt: Der Flughafen Catania ist wegen des anhaltenden Ascheregens bis mindestens Freitag, 14. August, gesperrt. Nach Angaben des Betreibers wurden seit Beginn des Ausbruchs am 6. August rund 700 Flüge gestrichen. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Aschekonzentration kurzfristig über weitere Sperrungen. Flugreisende sollten den Status ihres Flugs laufend bei Airline und Flughafen prüfen.
Wenn du in den nächsten Tagen von oder nach Catania fliegst, prüfe vor der Fahrt zum Flughafen unbedingt den Status deines Fluges, am besten direkt bei deiner Airline und auf der Website des Flughafens Catania. Rechne mit kurzfristigen Streichungen und Verspätungen. Als Ausweichrouten bieten sich die Flughäfen Palermo, Trapani oder Comiso an, von dort geht es mit Mietwagen, Bus oder Bahn weiter. Innerhalb Siziliens und aufs Festland ist die Bahn eine gute Alternative, ebenso die Fähren ab Messina. Wer unfreiwillig länger bleibt, findet über unsere Übersicht zu Unterkünften auf Sizilien kurzfristig ein Quartier.
Der Ätna ist ein aktiver Vulkan und wird rund um die Uhr überwacht. Bei erhöhter Aktivität sperren die Behörden die oberen Gipfelzonen für Wanderer und Touren, die unteren Bereiche und geführten Ausflüge bleiben oft möglich. Wenn du eine Ätna-Tour geplant hast, kläre vorab mit deinem Anbieter, bis zu welcher Höhe aktuell gefahren werden darf, und folge den Anweisungen der örtlichen Behörden und der Bergführer. Der übrige Sizilien-Urlaub, von Taormina über Syrakus bis zu den Stränden, ist vom Ausbruch nicht direkt betroffen.