
Es gibt diesen einen Moment auf Sardinien: Du steigst morgens aus dem Wohnmobil, gehst zwei Minuten durch den Pinienschatten, und vor dir liegt eine Bucht mit Wasser so klar, dass du den Grund zählen kannst. Fast überall auf der Insel schläfst du beim Campen direkt am Meer, das ist Sardiniens großes Versprechen. Die Fähre bringt dich mit dem eigenen Fahrzeug ab Genua, Livorno oder Civitavecchia in sieben bis dreizehn Stunden hin. Ein Stellplatz kostet je nach Lage 25 bis 60 Euro pro Nacht, an der Costa Smeralda mehr. Am schönsten wird es im Mai, Juni und September. Eins musst du wissen, bevor du losfährst: Wildcampen ist auf Sardinien streng verboten und wird hart bestraft, bleib auf den Plätzen.
Von Gästen hoch bewertete Campingplätze auf Sardinien – mit Fotos, Ausstattung und Live-Verfügbarkeit bei camping.info.
Nuraghe Ruiu Villaggio Vacanzeab 20 €/Nacht
Baia Holiday Baia Blu La Tortugaab 53 €/Nacht
Camping Village l`Ultima Spiaggiaab 22 €/Nacht
Villaggio Camping Calapinetaab 21 €/Nacht
Baia Holiday Capo D`orsoab 53 €/Nacht
Camping Village Glamping Torre del Porticcioloab 13 €/Nacht
Baia Holiday Laguna Bluab 51 €/Nacht
Baia Holiday Isuleddaab 57 €/NachtBewertung und Richtpreis pro Nacht laut camping.info; tagesaktuelle Preise und Verfügbarkeit auf der Ergebnisseite. Vermittelt über camping.info, bei einer Buchung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.
Der Norden rund um die Gallura ist die klassische Campingregion Sardiniens. Die Küste zwischen Palau und Santa Teresa Gallura ist gespickt mit Plätzen, die hinter Wacholder und Pinien liegen und dir kurze Wege zu Buchten mit hellem Sand und türkisem Wasser bieten. Von Palau setzt die Fähre in wenigen Minuten zur Insel La Maddalena über, deren Archipel mit seinen granitgerahmten Stränden zu den schönsten im Mittelmeer gehört. Ein Tagesausflug per Boot zu den vorgelagerten Eilanden lohnt sich fast von jedem Platz aus.
Im Umland der Costa Smeralda wird es teurer und exklusiver. Direkt in der Nobelbucht rund um Porto Cervo findest du kaum Camping, dafür im weiteren Umkreis Richtung San Teodoro und Cannigione gepflegte Anlagen mit Pool, Restaurant und Bootsanlegern. Wer die berühmte Kulisse sehen, aber bezahlbar schlafen will, quartiert sich etwas abseits ein und fährt für einen Tag an die Vorzeigestrände.
Die Ostküste ist die dramatischste der Insel. Am Golfo di Orosei fallen weiße Kalkfelsen steil ins Meer, dazwischen liegen Buchten, die du nur per Boot oder auf langen Wanderwegen erreichst. Basislager ist der Ort Cala Gonone, von dem aus Ausflugsboote zu Cala Luna, Cala Mariolu und Cala Goloritzé ablegen. Die Campingplätze hier liegen leicht erhöht über der Küste, mit Blick auf die Bucht und den weiten Golf. Familien schätzen die Mischung aus Badeleben, Höhlenausflügen und Wandertouren in die Schluchten des Supramonte hinter dem Ort.
Der Süden punktet mit langen, flachen Sandstränden und ruhigem Wasser, das gerade für Kinder ideal ist. Rund um Chia südwestlich von Cagliari reihen sich Dünen, Lagunen und Flamingos hinter den Stränden, und die Plätze liegen oft nur einen kurzen Fußweg vom Meer entfernt. Im Osten der Südküste liegen Villasimius und die Costa Rei, ein kilometerlanger Sandstrand mit karibisch wirkendem Wasser. Hier gibt es großzügige Campinganlagen mit viel Schatten, Surf- und Kiteschulen und einer entspannten Atmosphäre, die den ganzen Sommer über hält.
Der Westen ist ruhiger und ursprünglicher. Alghero mit seiner katalanisch geprägten Altstadt ist ein guter Ausgangspunkt, in der Umgebung finden sich Plätze an Pinienstränden wie rund um die Bucht von Alghero. Weiter südlich liegt die Sinis-Halbinsel mit ihren berühmten Quarzstränden bei Is Arutas, deren Sand aus winzigen weißen und rosa Körnern besteht. Das kleine Städtchen Bosa am Fluss Temo mit seinen bunten Häusern ist einer der schönsten Orte der Insel. Der Westen bekommt am Nachmittag oft Wind, was Surfer freut und an heißen Tagen für Abkühlung sorgt.
Was Sardinien für Camper besonders macht, ist die Nähe zum Meer. Auf vielen Plätzen stehst du keine hundert Meter vom Wasser entfernt, morgens gehst du im Bademantel zum ersten Sprung in die Bucht. Diese strandnahen Anlagen sind meist gut ausgestattet, mit schattigen Stellplätzen unter Pinien, Mietbungalows und Mobilheimen für alle, die ohne eigenes Zelt oder Wohnmobil kommen. Genau deshalb sind die begehrten Plätze im Juli und August früh ausgebucht. Wer zur Hauptsaison mit fester Strandlage plant, sollte Monate im Voraus reservieren. Mehr Hintergrund zur Insel findest du auf unserer Seite zu Sardinien.
Sardinien erreichst du fast immer über die Fähre. Vom italienischen Festland fahren Schiffe ab Genua, Livorno, Civitavecchia bei Rom und Neapel, dazu gibt es Verbindungen aus Frankreich und Spanien. Die wichtigsten Häfen auf der Insel sind Olbia und Golfo Aranci im Nordosten, Porto Torres im Nordwesten und Cagliari im Süden. Je nach Route und Schiff dauert die Überfahrt etwa sieben bis dreizehn Stunden, viele Verbindungen fahren über Nacht, sodass du morgens ausgeruht ankommst.
Wohnmobil und Wohnwagen nimmst du gegen Aufpreis mit an Bord, der sich nach Länge und Höhe des Fahrzeugs richtet. Für die Nachtfahrt lohnt eine Kabine, gerade mit Kindern. In der Hochsaison solltest du früh buchen, weil die Fahrzeugdecks schnell voll sind und die Preise mit der Nachfrage steigen. Plane die Überfahrt als festen Teil deiner Reisekosten ein. Welche Orte und Regionen sich auf der Insel lohnen, zeigt dir unsere Übersicht zu Sardinien.
Die Preise schwanken stark nach Saison und Lage. In der Nebensaison sind die einfachen Plätze günstig, in der Hochsaison zahlst du an der Costa Smeralda ein Vielfaches. Die folgenden Richtwerte gelten pro Nacht für zwei Personen mit Stellplatz, Strom und Zelt oder Wohnmobil.
| Kategorie | Nebensaison | Hauptsaison |
| Einfacher Platz | 25 bis 35 Euro | 40 bis 55 Euro |
| Mittelklasse mit Strandnähe | 35 bis 50 Euro | 50 bis 75 Euro |
| Gehobene Anlage Nordosten | 45 bis 70 Euro | 70 bis 110 Euro |
| Mobilheim für vier Personen | ab 60 Euro | 90 bis 160 Euro |
Dazu kommt die Kurtaxe, die je nach Gemeinde ein bis drei Euro pro Person und Nacht beträgt. Strom, Dusche mit Warmwasser und der Zugang zum hauseigenen Strand sind meist im Preis, extra zahlst du oft für einen zweiten Pkw, für Hunde und für den Bootsliegeplatz.
Die angenehmste Zeit für einen Campingurlaub sind Mai, Juni und September. Dann ist es warm, das Meer hat Badetemperatur, und die Plätze sind spürbar leerer und günstiger als im Hochsommer. Juli und August bringen Hitze, volle Strände und die höchsten Preise, dafür laufen alle Anlagen mit vollem Programm. Wer wandern oder die Städte erkunden will, kommt auch im April oder Oktober auf seine Kosten, muss abends aber mit kühleren Temperaturen und einzelnen Regentagen rechnen. Viele strandnahe Plätze öffnen erst gegen Ende April und schließen Anfang Oktober.
Ein Punkt, den du unbedingt ernst nehmen musst: Wildcampen und freies Stehen sind auf Sardinien besonders streng verboten und werden hart geahndet. Die Insel schützt ihre Küste konsequent, und gerade an den bekannten Stränden, in Naturschutzgebieten und an Parkplätzen nahe dem Meer wird regelmäßig kontrolliert. Wer mit dem Wohnmobil über Nacht an der Küste steht oder ein Zelt in einer Bucht aufschlägt, riskiert empfindliche Bußgelder, die schnell mehrere hundert Euro erreichen. Auch das Übernachten auf normalen Parkplätzen außerhalb ausgewiesener Stellplätze gilt als verboten. Nutze deshalb ausschließlich offizielle Campingplätze oder gekennzeichnete Wohnmobilstellplätze, davon gibt es genug entlang der ganzen Küste. So bleibt der Urlaub entspannt, und du hilfst mit, die Strände zu erhalten, für die Sardinien berühmt ist.