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Ferrari ist der ganze Stolz Italiens

In Maranello, einer kleinen Stadt in der Emilia-Romagna, wurde 1947 der Automobilhersteller Ferrari von Enzo Ferrari gegründet. Seither sind seine Fahrzeuge nicht nur im Motorsport legendär, vielmehr gelten sie als Inbegriff des italienischen Sportwagens.

Ein schwarzes Pferdchen wird zum Markenzeichen

Der 1898 in Modena geborene Enzo Ferrari, der im väterlichen Schlossereibetrieb eine Ausbildung machte, begeisterte sich schon früh für Verbrennungsmotoren und Rennwagen. 1919 baute er ein eigenes Fahrzeug und nahm damit an regionalen Autorennen teil. Durch sein technisches Wissen und sein fahrerisches Können errang Enzo in kurzer Zeit beachtliche Erfolge und zog die Aufmerksamkeit der Autobranche auf sich. So wurde er schließlich Werksfahrer beim italienischen Automobilhersteller CMN (Construzioni Meccaniche Nazionale). 1920 erlangte er als Chefwerksfahrer bei Alfa Romeo zahlreiche Siege.

Baron Francesco Baracca, der erfolgreichste italienische Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, verwendete ein Pferd auf weißem Grund, um damit die Flugzeuge seiner Fliegergruppe zu versehen. Als Enzo Ferrari 1923 ein Autorennen in Ravenna gewann, riet ihm Baraccas Mutter, Contessa Paolina Biancoli, dieses Pferdchen doch zukünftig als sein Markenzeichen zu nutzen.
Ende der 20er Jahre gründete er seinen eigenen Rennstall und nannte ihn Scuderia Ferrari. Dafür verwendete Enzo das bis heute nahezu unveränderte Logo – ein sich aufbäumendes schwarzes Pferd (ital.: cavallino rampante) auf gelbem Grund, der Farbe seiner Heimatstadt Modena und mit den Buchstaben „SF“ für Scuderia Ferrari.

Der erste Rennwagen entsteht 1946 in Maranello

1940 gab Enzo Ferrari seinem Unternehmen den Namen „Auto Avio Costruzioni Ferrari“ und zog drei Jahre später von Modena nach Maranello um. Hier konstruierte er 1946 den ersten eigenen Rennwagen, einen Ferrari 125 C Sport und in der Folge auch exklusive Straßenfahrzeuge, die durch ihr außergewöhnliches Design schnell zum begehrten Objekt der Oberschicht wurden.
Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, verkaufte Enzo Ferrari 1969 die Hälfte seines Unternehmens an die Fiat-Gruppe. 1988 wurde deren Anteil auf 90% erhöht. Die restlichen 10 % gehören bis heute Enzos Sohn Piero Ferrari.

Trotz allem gab es immer wieder schwierige Zeiten für Ferrari. So führten zum Beispiel die amerikanischen Sicherheits- und Abgasvorschriften in den 1970er Jahren zu starken Umsatzeinbrüchen.

Als Enzo Ferrari 1988 starb, erlebte die Marke einen neuen Aufschwung und auch die Erfolge in der Formel 1 führten zu einem regelrechten Boom.

Hauptabsatzmarkt ist die USA

Inzwischen gehört Ferrari zu den gewinnbringenden Automobilherstellern des Luxussegments. Pro Jahr werden in Maranello etwa 7.000 bis 8.00 Fahrzeuge gefertigt. Die aktuellen Ferrari-Modelle sind der 812 Superfast, die 4-Sitzer GTC4 Lusso und GTC4 Lusso T, der 488 GTB und 488 Spider, der Portofino mit faltbarem Hardtop, sowie die limitierten Modelle Ferrari F12 TDF8, LaFerrari und LaFerrari Aperta.

Schon immer assoziiert man die Marke Ferrari mit Rot. Diese Farbe war früher im Rennsport generell für alle italienischen Rennwagen vorgegeben. Doch auch als sich das änderte, lackierte Ferrari seine Boliden weiterhin rot. Und auch die meisten Serienfahrzeuge wurden so bestellt. Mittlerweile ist das anders. Rot wird zwar weiterhin gewünscht, hat aber nur noch einen Anteil von etwa 40 Prozent bei allen Ferraris, die ausgelliefert werden. Gefragter ist jetzt die Umsetzung spezieller Kundenwünsche. So kann man in Maranello nicht nur aus einer umfangreichen Farbpalette auswählen, sondern sich einen Speziallack mischen lassen oder eine Zweiton-Lackierung bestellen, bei der meist das Dach in einer anderen Farbe lackiert wird.

Hauptabsatzmarkt für Ferrari ist die USA, gefolgt von China. In Europa werden die meisten Fahrzeuge nach Großbritannien verkauft.

2015 will Fiat Chrysler Automobiles (FCA) seine 90-Prozent-Beteiligung abgeben, dabei sollen 10 % an die Börse und 80 % an die Aktionäre von FCA gehen.

Für die Italiener ist Ferrari der ganze Stolz des Landes und steht emotional über den regionalen Konkurrenten Lamborghini und Maserati. Auch weltweit gibt es unzählige Ferraristi, wie sich Ferrari-Fans selbst bezeichnen, die vom roten Mythos begeistert sind. Seit Ende 2010 gibt es in Abu Dhabi sogar einen eigenen Themenpark, die Ferrari World, in dem sich alles um die faszinierende italienische Sportwagenmarke dreht.