Barolo, der König der Weine aus dem Piemont
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Barolo, der König der Weine aus dem Piemont

Barolo ist ein trockener Rotwein aus dem Piemont im Nordwesten Italiens, genauer aus den Langhe-Hügeln in der Provinz Cuneo. Er wird ausschließlich aus der Rebsorte Nebbiolo gekeltert und trägt seit 1980 den höchsten italienischen Herkunftsschutz DOCG (Denominazione di Origine Controllata…

Barolo ist ein trockener Rotwein aus dem Piemont im Nordwesten Italiens, genauer aus den Langhe-Hügeln in der Provinz Cuneo. Er wird ausschließlich aus der Rebsorte Nebbiolo gekeltert und trägt seit 1980 den höchsten italienischen Herkunftsschutz DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita). Barolo gilt als einer der bedeutendsten Rotweine Italiens und wird oft als "König der Weine" bezeichnet. Kennzeichnend sind sein festes Tanningerüst, die hohe Säure, die granatrote bis ziegelrote Farbe und Aromen, die klassisch mit Teer und Rosen umschrieben werden.

Herkunft und Geschichte

Das Anbaugebiet liegt südlich der Stadt Alba und umfasst elf Gemeinden, deren Kernorte Barolo, La Morra, Serralunga d'Alba, Castiglione Falletto und Monforte d'Alba den Charakter des Weins prägen. Die Böden aus kalkhaltigem Mergel und die Lage in den Hügeln der Langhe geben dem Nebbiolo die Grundlage für seine lange Haltbarkeit. Zwischen den westlichen Gemeinden um La Morra und Barolo, wo die Weine tendenziell zugänglicher ausfallen, und den östlichen Lagen um Serralunga und Monforte, die kräftigere und langlebigere Weine hervorbringen, gibt es deutliche stilistische Unterschiede.

Der Name Nebbiolo leitet sich vom italienischen Wort "nebbia" für Nebel ab, der im Herbst häufig über den Weinbergen liegt und in die Zeit der späten Lese fällt. In seiner heutigen trockenen Form entstand Barolo im 19. Jahrhundert. Zuvor wurde der Nebbiolo der Region eher süßlich ausgebaut. Die Umstellung auf einen durchgegorenen, trockenen Rotwein wird mit dem Umfeld der Marchesa Giulia Falletti di Barolo und dem Staatsmann Camillo Cavour in Verbindung gebracht, die im Umkreis der Langhe önologische Verbesserungen förderten. Im späten 20. Jahrhundert trennten sich die Erzeuger in zwei Lager: Traditionalisten, die lange Maischestandzeiten und große gebrauchte Holzfässer bevorzugen, und Modernisten (oft "Barolo Boys" genannt), die auf kürzere Gärung und kleine neue Barriques setzten. Heute nähern sich beide Stilrichtungen wieder an.

Rebsorte und Herstellung

Barolo muss zu 100 Prozent aus Nebbiolo bestehen, andere Rebsorten sind nicht zugelassen. Nebbiolo reift spät, wird meist erst im Oktober gelesen und bringt von Natur aus wenig Farbstoff, dafür viel Tannin und Säure mit. Genau diese Kombination macht den Wein lagerfähig und erklärt, warum junge Jahrgänge oft noch verschlossen und streng wirken. Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 12,5 Volumenprozent, in der Praxis liegen viele Weine höher.

Die Vorschriften der DOCG legen eine lange Reifung fest. Ein Barolo muss vor der Vermarktung mindestens 38 Monate reifen, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass. Die Reifezeit wird ab dem 1. November des Erntejahres gerechnet, sodass ein Barolo frühestens im vierten Jahr nach der Ernte in den Verkauf kommt. Für die Kategorie Riserva verlängert sich die Mindestreifung auf 62 Monate, ebenfalls mit mindestens 18 Monaten im Holz. Ob der Ausbau in großen traditionellen Fässern (Botti) oder in kleinen Barriques erfolgt, bleibt dem Erzeuger überlassen und beeinflusst den Stil spürbar. Viele Spitzenlagen werden inzwischen als Einzellagen, sogenannte Cru oder Menzioni Geografiche Aggiuntive, separat abgefüllt und auf dem Etikett ausgewiesen.

Genuss und passende Speisen

Barolo wird meist bei einer Temperatur von etwa 18 Grad serviert und profitiert bei jungen Jahrgängen davon, rechtzeitig in einer Karaffe geöffnet zu werden. Sein festes Tannin und die kräftige Struktur verlangen nach herzhaften Gerichten. Klassisch ist der Brasato al Barolo, ein in Barolo geschmortes Rindfleisch, das aus der piemontesischen Küche stammt. Ebenso gut passen Wildgerichte, Schmorbraten, kräftige Pastagerichte und gereifter Hartkäse wie italienischer Käse der Sorte Parmigiano oder Castelmagno. In der Region gehört Barolo auch zum weißen Trüffel aus Alba, der im Herbst zu einfachen Eiernudeln gerieben wird. Gut gelagerte Flaschen können mehrere Jahrzehnte reifen und entwickeln dann Noten von getrockneten Früchten, Leder, Tabak und Unterholz.

Wer die Weine des Piemont vergleicht, stellt Barolo häufig neben den Barbaresco, der ebenfalls aus Nebbiolo entsteht, aber etwas kürzer reifen muss und oft zugänglicher wirkt. Im weiteren italienischen Vergleich steht Barolo neben anderen großen, lagerfähigen Rotweinen wie dem Amarone aus Venetien, unterscheidet sich von diesem aber deutlich in Rebsorte und Herstellung.

Barolo im Überblick

Merkmal Beschreibung

Herkunft

Piemont, Langhe, Provinz Cuneo (Nordwestitalien)

Art/Typ

Trockener Rotwein, tanninbetont und lagerfähig
Rebsorten 100 Prozent Nebbiolo
Schutzstatus DOCG (seit 1980)
Besonderheit Mindestens 38 Monate Reifung (Riserva 62 Monate), davon wenigstens 18 Monate im Holz
Passt zu / Serviertemperatur Schmorbraten, Wild, gereifter Hartkäse, Trüffel; etwa 18 Grad

Häufige Fragen zu Barolo

Aus welcher Rebsorte wird Barolo gemacht?

Barolo besteht zu 100 Prozent aus Nebbiolo. Andere Rebsorten sind nach den Vorgaben der DOCG nicht erlaubt.

Warum wird Barolo als König der Weine bezeichnet?

Der Beiname geht auf die historische Bedeutung des Weins im Piemont und seine Nähe zum Königshaus Savoyen im 19. Jahrhundert zurück. Heute steht die Bezeichnung vor allem für die Struktur, Langlebigkeit und das Ansehen des Weins.

Wie lange muss ein Barolo reifen?

Ein normaler Barolo muss vor dem Verkauf mindestens 38 Monate reifen, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass. Für die Riserva sind es mindestens 62 Monate.

Wozu passt Barolo am besten?

Barolo passt zu herzhaften Gerichten wie Schmorbraten, Wild und kräftigen Pastagerichten sowie zu gereiftem Hartkäse und Trüffelgerichten. Serviert wird er meist bei etwa 18 Grad.

Barolo zeigt beispielhaft, wie stark Boden, Lage und lange Reifung den Charakter eines Weins formen. Wer tiefer in die Weinlandschaft rund um Alba und die Langhe eintauchen möchte, findet weitere Hintergründe in unserem Überblick zur Region Piemont.

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Bildnachweis: Foto „Landscape of vineyards in Piemonte, Italy“ von Megan Mallen, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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