Brunello di Montalcino ist ein trockener, körperreicher Rotwein aus der Gemeinde Montalcino in der Provinz Siena (Region Toskana). Er wird zu 100 Prozent aus Sangiovese gekeltert, den die Winzer rund um Montalcino traditionell Brunello nennen, und trägt seit 1980 den höchsten italienischen Schutzstatus DOCG. Kennzeichnend sind die lange vorgeschriebene Reifung von mindestens fünf Jahren sowie ein Alterungspotenzial, das bei guten Jahrgängen mehrere Jahrzehnte erreicht.
Das Anbaugebiet umfasst das gesamte Gemeindegebiet von Montalcino, einer Hügelstadt rund 40 Kilometer südlich von Siena. Die Reben wachsen auf Höhen von etwa 150 bis 500 Metern auf Böden aus Mergel, Kalkstein und Ton, zu denen der schiefrige Galestro und der harte Kalkstein Albarese gehören. Das warme, trockene Klima im südlichen Teil der Toskana und die gute Belüftung der Hänge sorgen dafür, dass der Sangiovese hier vollständig ausreift und viel Farbe, Tannin und Extrakt bildet.
Als Begründer des modernen Brunello gilt die Familie Biondi-Santi. Ferruccio Biondi-Santi selektierte gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen besonders robusten Sangiovese-Klon und kelterte ihn sortenrein aus, während in der übrigen Toskana damals meist gemischte Sätze üblich waren. Die ersten als Brunello etikettierten Jahrgänge stammen aus dieser Zeit. 1966 erhielt der Wein den Status DOC, 1980 zählte er zu den ersten italienischen Weinen überhaupt, denen die höchste Stufe DOCG zuerkannt wurde. Der Schutzverband Consorzio del Vino Brunello di Montalcino besteht seit 1967 und wacht über die Erzeugungsregeln in der Stadt Montalcino.
Brunello di Montalcino ist ein reinsortiger Wein: Die Erzeugungsvorschrift schreibt 100 Prozent Sangiovese vor, verschnitten wird nicht. Nach Gärung und Maischestandzeit folgt die für den Wein typische lange Reife. Vorgeschrieben sind mindestens fünf Jahre Alterung, davon mindestens zwei Jahre im Holzfass und anschließend eine Ruhephase in der Flasche. In den Handel kommen darf der Wein erst am 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Ein Brunello aus dem Jahrgang 2019 ist also frühestens ab 2024 erhältlich.
Für die Reifung im Holz nutzen viele Betriebe große Fässer aus slawonischer Eiche (Botti), andere setzen zusätzlich kleinere Barriques ein. Die Riserva-Variante muss noch länger lagern: mindestens sechs Jahre, mit einer entsprechend längeren Flaschenreife, und darf erst im sechsten Jahr nach der Ernte verkauft werden. Wer die DOCG-Regeln einordnen möchte, findet einen Überblick über die verschiedenen Stufen unter den Qualitätskategorien italienischer Weine.
Aus demselben Traubenmaterial und demselben Gebiet stammt der Rosso di Montalcino DOC, der jüngere Bruder des Brunello. Auch er besteht zu 100 Prozent aus Sangiovese, muss aber deutlich kürzer reifen und darf bereits im Jahr nach der Ernte auf den Markt. Er ist fruchtbetonter, zugänglicher und günstiger und dient vielen Weingütern zugleich als Zweitwein, in den Trauben jüngerer Reben oder weniger geeigneter Partien fließen.
Im Glas zeigt Brunello di Montalcino eine granatrote Farbe und ein komplexes Bukett aus Sauerkirsche, Pflaume, getrockneten Kräutern, Leder, Tabak und einer würzigen Note. Am Gaumen ist er kräftig, mit fester Tanninstruktur und lebendiger Säure, die ihm die lange Haltbarkeit sichert. Junge Jahrgänge profitieren vom Dekantieren; serviert wird der Wein am besten bei etwa 18 Grad.
Als kraftvoller Rotwein passt Brunello vor allem zu deftigen Gerichten der toskanischen Küche: zur Bistecca alla Fiorentina, zu geschmortem Wildschwein (Cinghiale), zu Braten und Wild sowie zu gereiftem Pecorino. Auch Gerichte mit Steinpilzen oder Trüffel harmonieren gut mit seiner Struktur. Für den vollen Genuss lohnt sich die Lagerung: Gute Jahrgänge entwickeln sich über zehn Jahre und länger und gewinnen dabei an Tiefe und Feinheit.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
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Herkunft |
Gemeinde Montalcino, Provinz Siena, Region Toskana |
| Art/Typ | Trockener, körperreicher Rotwein |
| Rebsorten | 100 % Sangiovese (lokaler Klon Brunello) |
| Schutzstatus | DOCG (seit 1980; zuvor DOC seit 1966) |
| Besonderheit | Mindestens 5 Jahre Reifung, davon 2 Jahre im Holzfass; Riserva mindestens 6 Jahre |
| Passt zu / Serviertemperatur | Rotes Fleisch, Wild, Bistecca alla Fiorentina, gereifter Pecorino; ca. 18 °C |
Brunello di Montalcino besteht zu 100 Prozent aus Sangiovese. In Montalcino wird dieser Klon der Sorte traditionell Brunello genannt. Andere Rebsorten sind nach den DOCG-Regeln nicht zugelassen.
Vorgeschrieben sind mindestens fünf Jahre Reifung, davon mindestens zwei Jahre im Holzfass, gefolgt von einer Flaschenreife. Verkauft werden darf der Wein erst ab dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Die Riserva reift mindestens sechs Jahre.
Beide Weine stammen aus Montalcino und bestehen zu 100 Prozent aus Sangiovese. Der Rosso di Montalcino DOC reift jedoch deutlich kürzer, kommt schon im Jahr nach der Ernte in den Handel und ist fruchtiger, leichter zugänglich und günstiger als der lange gereifte Brunello DOCG.
Der kräftige Wein passt zu deftigen Gerichten wie der Bistecca alla Fiorentina, geschmortem Wildschwein, Braten und Wild sowie zu gereiftem Pecorino. Serviert wird er bei etwa 18 Grad, junge Jahrgänge idealerweise nach dem Dekantieren.
Wer den Brunello mag, findet unter den großen italienischen Rotweinen weitere Klassiker mit langer Reife und viel Struktur. Ein prominentes Gegenstück aus dem Norden ist der Amarone aus Venetien, der auf ganz eigenem Weg zu Kraft und Dichte findet.
Brunello di Montalcino, der große Sangiovese der Toskana, direkt aus Italien.
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