
Cannoli sind eine süße Spezialität aus Sizilien und bestehen aus einer knusprigen, frittierten Teigrolle, die kurz vor dem Servieren mit gesüßter Ricotta gefüllt wird. Die Einzahl lautet Cannolo, die Mehrzahl Cannoli. Ihren Ursprung haben sie im Westen der Insel, überliefert sind vor allem Palermo und Caltanissetta als Zentren der Tradition. Einen geschützten Herkunftsstatus wie DOP oder IGP tragen Cannoli nicht. Die Cannoli Siciliani stehen jedoch auf der Liste der traditionellen Lebensmittel (Prodotti Agroalimentari Tradizionali, PAT) der Region Sizilien. Kennzeichnend ist der Gegensatz aus knuspriger Hülle und cremiger Füllung, die klassisch aus Schafsricotta besteht.
Cannoli gelten als eines der bekanntesten Gebäcke Siziliens und werden traditionell dem Westen der Insel zugeschrieben. Häufig genannt werden Palermo, Caltanissetta und der Ort Piana degli Albanesi, der bis heute für besonders große Exemplare bekannt ist. Die süße Küche Siziliens ist stark von der arabischen Herrschaft im Mittelalter geprägt, in der Zuckerrohr, Zitrusfrüchte und Mandeln auf die Insel kamen. Auf diese Zutaten und die Verarbeitung von Ricotta zu Süßspeisen gehen viele sizilianische Klassiker zurück.
Der Name leitet sich vom italienischen Wort für Rohr oder Röhrchen ab. Ursprünglich wickelte man den Teig zum Frittieren um Schilfrohrstücke, die der fertigen Rolle ihre Form gaben. Heute werden dafür Metallrohre verwendet, die sogenannten Cannelli. Historisch waren Cannoli ein Gebäck der Karnevalszeit und wurden vor allem in den Wochen vor der Fastenzeit zubereitet. Inzwischen sind sie das ganze Jahr über erhältlich und gehören zum festen Repertoire sizilianischer Konditoreien und Bars.
Ein Cannolo besteht aus zwei Elementen, die getrennt zubereitet und erst zum Schluss zusammengefügt werden. Die Schale, auf Sizilianisch Scorza genannt, entsteht aus einem festen Teig aus Mehl, Zucker, etwas Fett wie Schweineschmalz oder Butter und einer Flüssigkeit, für die häufig Marsala oder Wein verwendet wird. Manche Rezepte geben etwas Kakao dazu, was der Schale eine dunklere Färbung verleiht. Der Teig wird sehr dünn ausgerollt, in Kreise oder Ovale geschnitten, um die Metallrohre gewickelt und in heißem Fett ausgebacken. Dabei bildet die Oberfläche die typischen kleinen Blasen. Nach dem Frittieren werden die Röhren abgezogen, sodass die hohle, knusprige Schale zurückbleibt.
Die Füllung besteht klassisch aus Ricotta, die traditionell aus Schafsmilch gewonnen wird. Der Frischkäse wird abgetropft, durch ein Sieb passiert und mit Zucker glattgerührt, bis eine cremige Masse entsteht. Je nach Region und Rezept kommen Schokoladenstückchen, kandierter Kürbis (Zuccata) oder Gewürze wie Zimt und Vanille hinzu. Die Enden der gefüllten Rolle werden häufig in gehackte Pistazien, kandierte Orangen oder Schokolade getaucht. Über das fertige Gebäck streut man Puderzucker. Entscheidend ist, dass die Schale erst unmittelbar vor dem Verzehr gefüllt wird, denn die feuchte Ricotta würde den Teig sonst innerhalb kurzer Zeit aufweichen und die Knusprigkeit verloren gehen.
Cannoli werden in unterschiedlichen Größen angeboten, von kleinen Häppchen für ein Buffet bis zu großen Exemplaren, die als einzelnes Dessert reichen. Sie passen gut zu einem Espresso und werden in Sizilien oft direkt in der Bar oder Konditorei gegessen. Bei den Verzierungen zeigt sich die regionale Vielfalt: Im Osten der Insel greift man gern zu Pistazien, die rund um die Kleinstadt Bronte am Ätna angebaut werden, während in anderen Gegenden kandierte Früchte oder eine einzelne kandierte Kirsche das Ende schmücken. Auch die Wahl des Fetts für die Schale und die Zusätze in der Füllung unterscheiden sich von Ort zu Ort.
Neben der klassischen Variante mit Schafsricotta finden sich in Konditoreien Abwandlungen mit Kuhmilchricotta oder mit einer Creme aus Pistazie oder Schokolade. Diese Versionen weichen vom ursprünglichen Rezept ab, sind aber verbreitet. Wer ein authentisches Cannolo sucht, achtet auf eine frisch gefüllte Schale und eine Füllung, die nicht zu süß, sondern vom Ricotta-Charakter geprägt ist.
Das Rezept ergibt etwa 12 bis 14 Cannoli. Du brauchst dafür mehrere Cannoli-Metallröhrchen (Länge rund 13 Zentimeter), damit die Schalen ihre Form bekommen.
Tipp: Fülle die Cannoli erst kurz vor dem Servieren, sonst weicht die knusprige Schale auf. Den Ricotta dafür vorher gut abtropfen lassen.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Sizilien, überliefert vor allem Palermo und Caltanissetta |
| Art/Typ | Süßes Gebäck, frittierte Teigrolle mit Cremefüllung |
| Hauptzutat | Ricotta (traditionell aus Schafsmilch), Zucker; Schale aus Mehl und Fett |
| Schutzstatus | Kein DOP oder IGP; als PAT (traditionelles Lebensmittel Siziliens) gelistet |
| Besonderheit | Schale wird erst kurz vor dem Verzehr gefüllt, damit sie knusprig bleibt |
| Passt zu | Espresso, Dessertweine wie Marsala; Ende oft mit Pistazien oder kandierten Früchten |
Cannoli sind ein süßes Gebäck aus Sizilien. Sie bestehen aus einer knusprigen, frittierten Teigrolle, die mit gesüßter Ricotta gefüllt wird. Die Einzahl lautet Cannolo. Traditionell verwendet man Ricotta aus Schafsmilch, oft ergänzt durch Schokoladenstückchen, kandierte Früchte oder Pistazien.
Die klassische Füllung besteht aus abgetropfter, durch ein Sieb passierter Ricotta, die mit Zucker cremig gerührt wird. Je nach Rezept kommen Schokoladenstückchen, kandierter Kürbis oder Gewürze hinzu. Die Enden der Rolle werden häufig in gehackte Pistazien, kandierte Orangen oder Schokolade getaucht.
Die Ricottafüllung ist feucht und würde die Teigschale innerhalb kurzer Zeit aufweichen. Damit die Schale ihre Knusprigkeit behält, füllt man Cannoli deshalb erst unmittelbar vor dem Servieren. Vorgefüllte Exemplare verlieren den charakteristischen Kontrast aus knuspriger Hülle und cremiger Füllung.
Cannoli stammen aus Sizilien und werden vor allem dem Westen der Insel zugeschrieben, etwa Palermo, Caltanissetta und dem Ort Piana degli Albanesi. Sie waren ursprünglich ein Gebäck der Karnevalszeit und sind heute ganzjährig verbreitet.
Cannoli gehören zu den bekanntesten Süßspeisen Italiens und stehen stellvertretend für die von Zucker, Zitrusfrüchten und Ricotta geprägte Konditorkunst der Insel. Wer die kulinarische Tradition und die weiteren Spezialitäten kennenlernen möchte, findet einen Überblick in unserem Portrait der Region Sizilien.
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Kandierte Orangenschalen in Schokolade
Sizilianische kandierte Orangenschalen, in Zartbitterschokolade.
Zum Produkt →Bildnachweis: Foto „Cannoli siciliani“ von Stefano Mortellaro from Catania, Italy, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.