
Chianti ist ein trockener Rotwein aus der Toskana in Mittelitalien, dessen Anbaugebiet zwischen den Städten Florenz und Siena liegt. Er trägt seit 1984 den Schutzstatus DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita), die höchste Stufe des italienischen Weinrechts. Prägende Rebsorte ist die einheimische Sangiovese, die dem Wein seine kräftige Säure, die rubinrote Farbe und Aromen von Sauerkirsche, Pflaume und getrockneten Kräutern gibt. Innerhalb des Gebiets unterscheidet man den breit gefassten Chianti vom historischen Kernland Chianti Classico, dessen Flaschen am Zeichen des schwarzen Hahns (Gallo Nero) zu erkennen sind.
Der Name geht auf die Chianti-Berge zurück, ein hügeliges Waldland südlich von Florenz. Schon im 14. Jahrhundert taucht die Bezeichnung für Weine aus dieser Gegend in Handelsdokumenten auf, damals allerdings noch für Weißwein. 1716 ließ Großherzog Cosimo III. de Medici die Grenzen der besten Weingegenden der Toskana per Erlass festlegen, darunter das Kerngebiet des Chianti. Dieser Schritt gilt als einer der frühesten Versuche, eine Weinherkunft rechtlich zu schützen.
Die heute übliche Rezeptur prägte im 19. Jahrhundert Baron Bettino Ricasoli, ein Gutsbesitzer und späterer italienischer Ministerpräsident. Um 1872 beschrieb er eine Mischung, in der die Sangiovese den Ton angibt, ergänzt durch die Sorte Canaiolo und einen kleinen Anteil weißer Trauben für einen leichteren, früher trinkbaren Wein. Diese Formel prägte den Chianti über ein Jahrhundert. Berühmt wurde der Wein auch durch die Fiasco, die bauchige, mit Stroh umflochtene Flasche, die lange als Sinnbild des einfachen italienischen Tischweins galt und heute nur noch selten verwendet wird.
1932 wurde das Anbaugebiet deutlich vergrößert und in mehrere Zonen gegliedert. Der ursprüngliche Kern zwischen Florenz und Siena erhielt den Zusatz Classico, während rundherum weitere Unterzonen entstanden. 1967 wurde der Chianti als DOC anerkannt, 1984 zur DOCG aufgewertet. Seit 1996 ist der Chianti Classico eine eigenständige DOCG mit eigenem Regelwerk und nicht mehr eine Unterzone des Chianti. Wie die verschiedenen Herkunfts- und Qualitätsstufen zusammenhängen, erklärt der Überblick zu den Qualitätskategorien italienischer Weine.
Grundlage jedes Chianti ist die Sangiovese. Für den einfachen Chianti DOCG schreibt das Regelwerk einen Mindestanteil von 70 Prozent vor, für den Chianti Classico DOCG sind es mindestens 80 Prozent. Ergänzt wird die Sangiovese durch zugelassene rote Sorten wie Canaiolo und Colorino sowie internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Im einfachen Chianti dürfen weiterhin geringe Mengen weißer Trauben (etwa Trebbiano Toscano und Malvasia) beigegeben werden. Im Chianti Classico sind weiße Sorten seit dem Jahrgang 2006 dagegen nicht mehr erlaubt, hier zählt allein die Handschrift der roten Trauben.
Der Chianti kennt mehrere Reifestufen. Der junge Basiswein (Annata) kommt nach kurzer Reifung in den Handel und zeigt sich frisch und fruchtbetont. Die Riserva reift länger, im Chianti Classico mindestens 24 Monate, und gewinnt dabei an Tiefe und Struktur. Im Chianti Classico gibt es zusätzlich die Spitzenkategorie Gran Selezione, die 2014 eingeführt wurde und ab dem Jahrgang 2010 gilt; sie verlangt eine Mindestreife von 30 Monaten und strengere Vorgaben für das Traubengut. Das größere Chianti-Gebiet ist in Unterzonen wie Chianti Rufina, Colli Senesi, Colli Fiorentini und Colli Aretini gegliedert, die jeweils eigene Ausprägungen zeigen.
Im Glas ist der Chianti meist rubinrot, in der Jugend eher hell, mit zunehmender Reife granatfarben. Typisch sind Aromen von roter Kirsche, Pflaume, Veilchen und mediterranen Kräutern, dazu eine spürbare Säure und feinkörnige Gerbstoffe. Genau diese Säure macht ihn zu einem klassischen Essensbegleiter. Serviert wird er in der Regel bei 16 bis 18 Grad Celsius.
Am besten kommt der Chianti zur toskanischen Küche zur Geltung. Er begleitet rotes Fleisch wie die Bistecca alla Fiorentina, Pasta mit Fleisch- oder Wildragout, Tomatengerichte, Wildbret sowie kräftige Käse wie Pecorino Toscano und Salumi. Die frische Säure gleicht fetthaltige und tomatige Speisen gut aus. Zum süßen Abschluss einer toskanischen Mahlzeit greift man dagegen eher zum dessertsüßen Vin Santo, in den traditionell Mandelgebäck getunkt wird.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
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Herkunft |
Toskana (Mittelitalien), Gebiet zwischen Florenz und Siena |
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Art/Typ |
Trockener Rotwein |
| Rebsorten | Überwiegend Sangiovese (Chianti mind. 70 %, Chianti Classico mind. 80 %), ergänzt durch Canaiolo, Colorino und weitere zugelassene Sorten |
| Schutzstatus | DOCG seit 1984; Chianti Classico eigene DOCG seit 1996 |
| Besonderheit | Historisch in der strohumflochtenen Fiasco-Flasche; Chianti Classico erkennbar am schwarzen Hahn (Gallo Nero) |
| Passt zu / Serviertemperatur | Rotes Fleisch, Pasta mit Ragù, Tomatengerichte, Pecorino; 16 bis 18 Grad Celsius |
Chianti Classico stammt aus dem historischen Kerngebiet zwischen Florenz und Siena und ist seit 1996 eine eigenständige DOCG mit strengeren Regeln, unter anderem einem höheren Sangiovese-Anteil (mindestens 80 Prozent) und keinen weißen Trauben. Der einfache Chianti kommt aus dem größeren, umliegenden Anbaugebiet. Flaschen aus dem Classico-Gebiet tragen als Erkennungszeichen den schwarzen Hahn.
Hauptrebsorte ist die Sangiovese. Ergänzt wird sie durch andere rote Sorten wie Canaiolo und Colorino sowie zugelassene internationale Rebsorten. Im einfachen Chianti sind zudem kleine Anteile weißer Trauben erlaubt, im Chianti Classico seit dem Jahrgang 2006 nicht mehr.
Die bauchige, mit Stroh umflochtene Fiasco war lange die typische Flasche für Chianti. Das Geflecht schützte das dünnwandige Glas und machte die Flasche standfest. Heute wird meist die schlanke Bordeauxflasche verwendet, die Fiasco ist vor allem ein historisches Sinnbild geblieben.
Chianti passt durch seine frische Säure und die festen Gerbstoffe hervorragend zu rotem Fleisch, Pasta mit Ragù, Tomatengerichten und kräftigem Käse wie Pecorino. Serviert wird er in der Regel bei 16 bis 18 Grad Celsius, jüngere Weine etwas kühler als gereifte Rotweine.
Der Chianti ist damit einer der bekanntesten Botschafter der italienischen Weinkultur und eng mit der Landschaft und der Küche seiner Heimat verbunden. Wer die Region mit ihren Weingütern, Hügeln und Städten näher kennenlernen möchte, findet einen Überblick in unserem Reiseportrait der Toskana.
Chianti und Chianti Classico aus der Toskana, von Alltagswein bis Riserva.
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Bildnachweis: Foto „Vineyard in Chianti Tuscany“ von Jason Parrish, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.