Der Weinkorken und wie man ihn richtig zieht

Nicht nur in Italien sind die meisten Weinflaschen mit einem Naturkorken verschlossen. Die wichtigste Aufgabe des Korkens ist es, die Flasche auslaufsicher zu verschließen und das Eindringen von Luft zu verhindern. Weine, die jung getrunken werden, haben einen kürzeren Korken als solche, die reifebedürftig sind.

 

Kork sind die abgestorbenen Zellen der Korkeichenrinde. Der Zellinhalt besteht aus Stickstoff und die Zellwände aus Suberin. Suberin ist eine wasserabweisende Substanz, die verhindert, dass Flüssigkeit durch den Korken austritt. Die schwarzen Poren und Adern des Korkens nennt man Lentizellen. In der Korkeiche versorgen sie den Baum mit Sauerstoff.

Beim Weinkorken sind die Lentizellen für die Qualität ausschlaggebend, da durch sie Wein und Sauerstoff in den Korken eindringen können. Je mehr Lentizellen ein Korken hat, umso minderwertiger ist seine Qualität und umso schneller oxydiert der damit verschlossene Wein. Kein Weinkorken gleicht dem anderen. Bei dem einen ist der Luftaustausch größer, beim anderen geringer. Dadurch kann derselbe Wein eines Jahrgangs aus der einen Flasche frischer und aus der anderen Flasche reifer schmecken.

Der Korken presst sich fest an den Flaschenhals, ist geschmacksneutral und lange haltbar. Er wird in einem Stück aus der Rinde der Korkeiche gestanzt. Naturkorken sind die teuerste Variante einen Wein zu verschließen. Die meisten Weinkorken werden in Portugal hergestellt und die Bäume dazu in Plantagen angepflanzt.

Das richtige Ziehen des Korkens

Es kostet oft einige Anstrengung den Korken sauber aus dem Hals der Flasche zu ziehen, aber mit einem modernen Korkenzieher und der richtigen Verwendung geht es doch ganz einfach. Der Korken wird um ein Drittel seines Durchmessers zusammengedrückt, wenn die Flasche beim Winzer verkorkt wird. Die meisten Weinkorken sind zusätzlich mit einem Gleitwachs beschichtet, um das Herausziehen zu erleichtern. Wenn der Wein zu großer Wärme ausgesetzt wird, kann das Wachs wie ein Klebstoff wirken.
 

Das wichtigste Detail des Korkenziehers ist die Spindel. Sie muss lang genug und darf nicht zu dick sein, damit der Korken beim Eindrehen nicht beschädigt wird. Zudem sind viele Windungen der Spindel von Vorteil, da sich dadurch der Korken besser ziehen lässt. Zum richtigen Korkenziehen setzt man die Spindel senkrecht auf und dreht sie in der Mitte ein. Die Spindel sollte den Korken ganz durchdringen, damit dieser sich leicht ziehen lässt. Manche brechen beim Ziehen, weil man den Korkenzieher schief angesetzt beziehungsweise den Weinkorken nicht ganz durchdrungen hat oder dadurch, dass er schon alt und damit trocken war.

 

Um einen abgebrochenen Korken doch noch zu entfernen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
Ist der Weinkorken im oberen Bereich abgebrochen, kann man den Korkenzieher noch einmal ansetzen. Ist er zu weit unten abgebrochen, sollte man ihn mit einem Löffelstiel in die Flasche drücken und anschließend den Wein mit dem schwimmenden Restkorken in eine Dekantierkaraffe umfüllen. Den Löffelstiel kann man benutzen, damit der Korken dabei das Ausgießen der Flasche nicht behindert.