Nebbiolo, die edle Rebsorte hinter Barolo und Barbaresco
italien.de

Nebbiolo, die edle Rebsorte hinter Barolo und Barbaresco

Nebbiolo ist eine rote Rebsorte aus dem Piemont im Nordwesten Italiens und die Grundlage der beiden berühmtesten Rotweine der Region, Barolo und Barbaresco (beide mit dem Schutzstatus DOCG). Angebaut wird die Sorte vor allem in der Provinz Cuneo rund um…

Nebbiolo ist eine rote Rebsorte aus dem Piemont im Nordwesten Italiens und die Grundlage der beiden berühmtesten Rotweine der Region, Barolo und Barbaresco (beide mit dem Schutzstatus DOCG). Angebaut wird die Sorte vor allem in der Provinz Cuneo rund um die Stadt Alba und in den Hügeln der Langhe. Ihren Namen leitet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vom italienischen Wort "nebbia" (Nebel) ab. Nebbiolo gilt als spätreifende, tanninreiche Sorte mit ausgeprägter Säure und einer eher blassen, granatroten Farbe, aus der langlebige, oft jahrzehntelang lagerfähige Weine entstehen.

Herkunft und Geschichte

Die Heimat des Nebbiolo ist das Piemont, genauer die Kalkmergelhügel südlich des Flusses Tanaro. Historisch ist die Sorte gut belegt, schon im 13. Jahrhundert taucht der Name "nebiolo" in piemontesischen Urkunden auf, was Nebbiolo zu einer der am frühesten dokumentierten italienischen Rebsorten macht. Über die Deutung des Namens gibt es zwei gängige Erklärungen. Die eine bezieht sich auf den Herbstnebel, der zur späten Lese im Oktober über den Weinbergen liegt. Die andere verweist auf den feinen, nebelartigen Wachsbelag (die sogenannte Pruina), der die reifen Beeren überzieht.

Zu Weltruhm gelangte die Sorte über den Barolo. Im 19. Jahrhundert wurde der zuvor häufig restsüße Wein durch den Einfluss von Adelshäusern und Kellermeistern zu einem trockenen, kräftigen Rotwein weiterentwickelt, der bald als "König der Weine" bezeichnet wurde. Bis heute konzentriert sich der Anbau auf zwei Zonen der Langhe, die Gemeinde Barolo mit ihren Nachbarorten sowie das Gebiet um Barbaresco. Beide liegen nur wenige Kilometer von Alba entfernt, dem Handelszentrum der Region und Hauptstadt des weißen Trüffels.

Anbau und Charakter der Rebsorte

Nebbiolo ist eine anspruchsvolle Sorte. Sie treibt früh aus und reift spät, weshalb sie auf die besten, meist nach Süden ausgerichteten Lagen angewiesen ist, um vollständig auszureifen. Die Beeren sind dünnhäutig und reich an Tannin und Säure, enthalten aber vergleichsweise wenig Farbstoff. Daher wirken Nebbiolo-Weine schon in der Jugend eher hell und nehmen mit den Jahren rasch einen ziegelroten bis orangefarbenen Rand an. Charakteristisch ist das Aromenbild aus Rose und Teer, ergänzt um Noten von Kirsche, getrockneten Kräutern, Lakritz und, bei gereiften Weinen, Trüffel und Leder.

Im Keller verlangt die Sorte Geduld. Traditionell wird Nebbiolo lange auf der Maische vergoren und anschließend über Jahre in Holz ausgebaut, klassisch in großen Fässern aus slawonischer Eiche, in modernerem Stil auch in kleineren Barriques. Für den Barolo schreibt die Herkunftsbezeichnung eine Reifung von mindestens 38 Monaten vor, davon wenigstens 18 Monate in Holz. Für den Barbaresco sind es mindestens 26 Monate, davon wenigstens 9 Monate im Fass. Diese lange Reife glättet die kräftigen Gerbstoffe und legt die Grundlage für die außergewöhnliche Haltbarkeit der Weine.

Außerhalb der Langhe spielt Nebbiolo weitere Rollen. Jenseits des Tanaro liefert das Gebiet Roero eigenständige Rotweine, im nördlichen Piemont (dem Alto Piemonte) prägt die Sorte die Appellationen Gattinara und Ghemme, wo sie lokal Spanna heißt. In der Lombardei, in der Bergregion Valtellina, ist Nebbiolo unter dem Namen Chiavennasca bekannt und Basis der Weine Valtellina Superiore sowie des Sforzato, eines trockenen Weins aus angetrockneten Trauben.

Nebbiolo im Glas: Geschmack und Genuss

Nebbiolo-Weine sind trocken, körperreich und von einer festen tanninhaltigen Struktur geprägt, die von einer lebendigen Säure getragen wird. Jung wirken vor allem Barolo und Barbaresco oft verschlossen und herb, weshalb sich das Dekantieren empfiehlt und mit Reife der eigentliche Charme entsteht. Serviert werden die Weine am besten bei etwa 16 bis 18 Grad Celsius. Neben den beiden großen Appellationen gibt es unter der Bezeichnung Langhe Nebbiolo oder Nebbiolo d'Alba auch zugänglichere, früher trinkreife Varianten.

In der Küche des Piemont ist Nebbiolo ein klassischer Begleiter zu kräftigen Gerichten. Dazu zählen der in Barolo geschmorte Rinderbraten (Brasato al Barolo), Wild, Bandnudeln wie Tajarin, Pilzgerichte und Speisen mit weißem Trüffel aus Alba. Auch zu gereiftem Hartkäse passen die Weine, deren Tannin sich gut mit herzhaften, fettreichen Speisen verbindet.

Nebbiolo im Überblick

Merkmal Beschreibung

Herkunft

Piemont (Nordwestitalien), vor allem Provinz Cuneo rund um Alba und die Langhe

Art/Typ

Rote Rebsorte, Basis trockener, langlebiger Rotweine
Rebsorten Nebbiolo (regional auch Spanna im Alto Piemonte, Chiavennasca in der Valtellina)
Schutzstatus Basis mehrerer DOCG-Weine, darunter Barolo und Barbaresco
Besonderheit Spätreifend, tanninreich, hohe Säure, blasse Farbe mit ziegelrotem Rand im Alter; Aromen von Rose und Teer
Passt zu / Serviertemperatur Schmorbraten, Wild, Trüffel und Hartkäse; ca. 16 bis 18 °C

Häufige Fragen zu Nebbiolo

Woher kommt der Name Nebbiolo?

Der Name geht sehr wahrscheinlich auf das italienische Wort "nebbia" (Nebel) zurück. Gedeutet wird er entweder als Hinweis auf den Herbstnebel zur späten Lese oder auf den nebelartigen Wachsbelag, der die reifen Beeren überzieht.

Welche Weine werden aus Nebbiolo gemacht?

Am bekanntesten sind Barolo und Barbaresco, beide mit dem höchsten italienischen Schutzstatus DOCG. Daneben liefert Nebbiolo Weine wie Roero, Gattinara und Ghemme im Piemont sowie den Valtellina Superiore in der Lombardei. Zugänglichere Varianten laufen unter Langhe Nebbiolo oder Nebbiolo d'Alba.

Was unterscheidet Barolo und Barbaresco?

Beide entstehen aus reinem Nebbiolo und stammen aus benachbarten Zonen der Langhe. Barolo gilt meist als kräftiger und langlebiger und muss länger reifen (mindestens 38 Monate), Barbaresco wirkt oft etwas eleganter und früher zugänglich mit einer kürzeren Mindestreife (26 Monate).

Wonach schmeckt Nebbiolo?

Typisch sind Aromen von Rose und Teer, dazu Kirsche, getrocknete Kräuter und Lakritz, bei gereiften Weinen auch Trüffel und Leder. Am Gaumen ist Nebbiolo trocken, tanninbetont und von einer präsenten Säure geprägt, weshalb die Weine mit einigen Jahren Reife am ausgewogensten wirken.

Wer die großen Rotweine aus Nebbiolo einordnen möchte, findet die Bedeutung der Kürzel DOCG, DOC und IGT in unserem Überblick zu den Qualitätskategorien italienischer Weine.

AnzeigeNebbiolo online bestellen

Nebbiolo aus dem Piemont, die Rebsorte hinter Barolo und Barbaresco.

Nebbiolo bei Vino.com entdecken →

Vermittelt über Vino.com. Bei einer Bestellung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.

Bildnachweis: Foto „Nebbiolo growing on the vine in Italy“ von Hanna, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

Alle Beiträge von Marcus

Touren & Tickets

Kulinarische Touren & Erlebnisse in Italien

Reiseziele Unterkünfte