Minestrone
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Minestrone

Minestrone Rezept - Eine leckere italienische Gemüsesuppe

Minestrone

Minestrone ist Italiens großer Gemüseeintopf, ein einfaches bäuerliches Gericht, das sich von Region zu Region und mit den Jahreszeiten verändert. Was ihn so gut macht, ist die Menge an Gemüse, eine mitgekochte Parmesanrinde und genug Zeit auf dem Herd, damit sich alle Aromen verbinden.

4 Portionen · ca. 90 Min.

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Sellerie
  • 2 Karotten
  • 2 Kartoffeln
  • 1 Zucchini
  • 150 g grüne Bohnen
  • 200 g vorgegarte Borlotti- oder Cannellini-Bohnen
  • 100 g Pancetta (oder Guanciale), gewürfelt
  • 4 EL natives Olivenöl extra
  • 200 g geschälte Tomaten (oder Passata)
  • 1,5 l Gemüsebrühe (oder Wasser)
  • 1 Stück Parmesanrinde
  • 1 Handvoll frisches Basilikum
  • 100 g kleine Suppennudeln (Ditalini) oder Reis
  • Grobes Salz und Pfeffer
  • Frisch geriebener Parmigiano Reggiano zum Servieren

Zubereitung

  1. Wasche das gesamte Gemüse und schneide es in kleine, etwa gleich große Würfel.
  2. Erhitze das Olivenöl in einem großen Topf und lasse die Pancetta darin einige Minuten aus, bis sie leicht Farbe nimmt.
  3. Gib die gewürfelte Zwiebel dazu und dünste sie glasig, dann brate Karotten und Sellerie kurz mit. Das ist dein Soffritto.
  4. Füge Kartoffeln, grüne Bohnen und Zucchini hinzu und schwitze sie einige Minuten mit an.
  5. Gieße mit Brühe oder Wasser auf, lege die Tomaten, die Parmesanrinde und das Basilikum ein und salze leicht.
  6. Lass alles aufkochen und dann zugedeckt bei niedriger Hitze rund 1 Stunde sanft köcheln, dabei ab und zu umrühren.
  7. Rühre die vorgegarten Borlotti-Bohnen unter und lass sie weitere 10 Minuten mitziehen.
  8. Nimm die Parmesanrinde heraus, gib die Suppennudeln (oder den Reis) dazu und gare sie bissfest.
  9. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab und serviere den Eintopf mit frisch geriebenem Parmigiano und einem Schuss Olivenöl.

Tipp: Heb die Rinde vom Parmigiano immer auf und koche sie mit. Sie gibt dem Minestrone Tiefe und eine feine Umami-Note. Am nächsten Tag schmeckt der Eintopf übrigens noch besser.

Minestrone: was hineingehört und was nicht

Das Wort ist die Vergrößerungsform von minestra, und minestra kommt vom alten Verb minestrare, dem Ausschöpfen bei Tisch. Das Wörterbuch Treccani definiert Minestrone als Suppe aus Reis oder kleiner Pasta mit vielen Gemüsesorten nach regionalen Rezepten. Es gibt also kein Originalrezept, sondern ein Bauprinzip.

  • Grundgemüse: Zwiebel, Sellerie, Karotte, dazu Kartoffeln, die du am Ende zerdrückst, so sieht es das Mailänder Rezept vor.
  • Hülsenfrüchte: Borlotti oder Cannellini, frisch im Sommer, getrocknet und eingeweicht im Winter.
  • Saisongemüse: was gerade wächst, klein gewürfelt.
  • Einlage: Reis in Mailand, kleine Pasta in Genua und in den meisten anderen Regionen, immer erst zum Schluss.
  • Wasser genügt: Die klassischen Rezepte aus Mailand und Genua setzen das Gemüse in kaltem Wasser mit grobem Salz an, Gemüsebrühe wie im Rezept oben ist erlaubt, aber nicht nötig. Die Kraft kommt aus der langen Kochzeit und aus einer mitgekochten Rinde vom Parmigiano.

Der Soffritto ist keine Pflicht. Die meisten traditionellen Genueser Rezepte verzichten darauf, in Mailand bildet ein Speckansatz die Basis.

Minestrone nach Regionen: Genovese, Milanese, Toskana und Venetien

Ligurien: Im Minestrone alla genovese köcheln Zucchini, grüne Bohnen, Borlotti, Kartoffeln, Mangold, Auberginen und Kürbis langsam mit kurzen Nudeln wie Bricchetti oder dem körnigen Scucuzzun. Erst wenn der Topf vom Herd ist, rührst du Pesto alla genovese unter, damit Basilikum und Farbe erhalten bleiben. Gegessen wird er lauwarm, im Sommer auch am nächsten Tag bei Zimmertemperatur. So isst ihn Ligurien.

Mailand: Der Minestrone alla milanese hat seit dem 17. März 2008 ein von der Stadt Mailand kodifiziertes Rezept (De.Co.). Darin stehen Reis der Sorten Maratelli oder Originario, frische Schweineschwarten, mit Petersilie und Knoblauch gehackter Lardo, Wirsing, Borlotti, kleine Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Salbei und Tomate, im Sommer außerdem Zucchini und Basilikum. Alles außer dem Reis kocht rund vier Stunden, der Reis nur die letzten 20 Minuten. Für die kalte Sommerversion legst du eine dünne Scheibe rohe Pancetta in die Schale, gießt den kochenden Minestrone darauf und stürzt ihn erkaltet wie einen kleinen Pudding. Heiß isst ihn die Lombardei mit geriebenem Grana.

Toskana: Hier heißt der Wintereintopf Ribollita, die „nochmals Gekochte". Schwarzkohl (Cavolo nero), Cannellini, Wirsing, Mangold und Kartoffeln werden mit altem toskanischem Brot geschichtet, über Nacht ruhen gelassen und am nächsten Tag wieder aufgekocht. Der Name kommt vom bäuerlichen Brauch, die Gemüsesuppe der fleischlosen Tage mit altem Brot ein zweites Mal aufzukochen. Bester Zeitpunkt ist nach dem ersten Frost, wenn der Schwarzkohl am besten ist. Die Ribollita der Toskana ist von Haus aus vegetarisch, serviert mit rohem Olivenöl.

Venetien: Venetiens bekanntester Bohneneintopf heißt Pasta e fasioi. Grundlage sind Borlotti, am besten der Fagiolo di Lamon aus dem Belluneser Tal, seit 1996 IGP-geschützt. Der Ansatz besteht aus Lardo oder Schinkenfett mit Zwiebel, Sellerie, Knoblauch, Rosmarin und Petersilie, die Einlage aus Eiernudeln in Fetzen. Kartoffeln kamen früher hinein, um Bohnen zu sparen. Ein Wintergericht, auch lauwarm gut.

Minestrone nach Jahreszeit: Frühling bis Winter

Von Frühling bis Sommer nimmst du Zucchini, grüne Bohnen, frische Borlotti, Tomaten, Paprika und Basilikum. Die Kochzeit bleibt kurz, damit Farbe und Biss erhalten bleiben, gegessen wird lauwarm oder bei Zimmertemperatur. In Genua ist das die Zeit des Pesto, in Mailand die des gestürzten kalten Minestrone. Im Herbst und Winter kommen Wirsing, Schwarzkohl, Kürbis, Lauch und Wurzelgemüse hinein, getrocknete Bohnen weichen vorher ein, im Mailänder Rezept 48 Stunden, und statt Pasta passen Gerste oder Dinkel. Vegetarisch wird jede Variante ohne Speckansatz, vegan zusätzlich ohne Rinde und Käse, dafür mit rohem Olivenöl am Ende, so wie es die Ribollita seit jeher macht.

Minestrone aufbewahren, einfrieren, aufwärmen

Im Kühlschrank hält er sich im geschlossenen Behälter drei bis vier Tage, im Gefrierfach zwei bis drei Monate. Friere nur die Gemüse- und Bohnenbasis ein, ohne Pasta, Reis und Pesto, und gib die Einlage beim Aufwärmen frisch dazu. Für Vorräte blanchierst du das gewürfelte Gemüse zwei bis drei Minuten, schreckst es ab und frierst es roh in Portionen ein. Aus dem Gefrierfach kommt es ohne Auftauen direkt ins Wasser und köchelt wie frisches Gemüse. Beim Aufwärmen genügen sanfte Hitze und ein Schuss Wasser, weil Pasta und Kartoffeln über Nacht Flüssigkeit ziehen. Am zweiten Tag ist er besser, in Genua wie in der Toskana, wo die Ribollita ihren Namen daraus bezieht. Weitere Suppen findest du bei den Vorspeisen und in der Rezepte-Übersicht.

Videoanleitung

Weitere Vorspeisen

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Was gehört in einen echten Minestrone?

Ein klassischer Minestrone lebt von viel Saisongemüse wie Zwiebel, Sellerie, Karotte, Kartoffel und Zucchini, dazu Borlotti- oder Cannellini-Bohnen und oft eine mitgekochte Parmesanrinde. Ein festes Rezept gibt es nicht, er wechselt von Region zu Region und mit der Jahreszeit.

Kann man Minestrone vegetarisch oder vegan kochen?

Ja, ganz einfach. Lass die Pancetta weg und nimm Gemüsebrühe, dann ist er vegetarisch. Für die vegane Variante verzichtest du zusätzlich auf die Parmesanrinde und den Käse und würzt dafür kräftiger mit Kräutern und gutem Olivenöl.

Warum kocht man eine Parmesanrinde im Minestrone mit?

Die Rinde gibt beim langsamen Köcheln herzhafte Tiefe und etwas Bindung an die Brühe, ohne dass du extra Käse brauchst. Es ist eine typische italienische Sparsamkeit: Nichts vom Parmesan wird weggeworfen. Vor dem Servieren nimmst du die Rinde wieder heraus.

Gehört Pasta oder Reis in den Minestrone?

Beides ist möglich und regional verschieden. Im Norden, etwa in Mailand, kommt oft Reis hinein, anderswo kleine Pasta wie Ditalini. Gib die Einlage erst gegen Ende dazu und koche sie im Topf gar, damit sie nicht matschig wird.

Wie wird Minestrone besonders sämig?

Püriere einen Teil der gekochten Bohnen oder des Gemüses und rühre ihn wieder unter. Das macht die Suppe cremig, ohne Sahne. Auch genug Zeit auf dem Herd hilft, weil sich die Stärke aus Kartoffeln und Bohnen löst.

Wie lange hält sich Minestrone und kann man ihn einfrieren?

Im Kühlschrank hält er sich abgedeckt drei bis vier Tage und schmeckt am nächsten Tag oft noch besser. Einfrieren geht gut, am besten ohne Pasta oder Reis, die du dann frisch nachkochst. Aufgetaut einfach wieder aufkochen.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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