
Wenn an einem Sommerabend in Verona die Lichter ausgehen und tausende Besucher kleine Kerzen entzünden, beginnt eines der stimmungsvollsten Opernerlebnisse Europas: das Opernfestival in der Arena di Verona. Das fast zweitausend Jahre alte römische Amphitheater ist im Sommer die größte Open-Air-Opernbühne der Welt.
Die Arena wurde um das Jahr 30 nach Christus errichtet und gehört zu den besten erhaltenen römischen Amphitheatern überhaupt. Sie steht mitten in der Stadt an der Piazza Bra. In der Antike fasste der Bau über 30.000 Zuschauer, heute bieten die Steinränge rund 20.000 Menschen Platz. Schon die Kulisse aus rosafarbenem Kalkstein macht jeden Besuch zum Erlebnis.
Als Opernbühne wurde die Arena am 10. August 1913 eröffnet, als zum 100. Geburtstag von Giuseppe Verdi die Oper Aida aufgeführt wurde. Seither findet das Festival Jahr für Jahr statt, unterbrochen nur von den beiden Weltkriegen. Berühmt ist die Arena vor allem für ihre monumentalen Aida-Inszenierungen und die opulenten Bühnenbilder, etwa aus der Hand von Franco Zeffirelli. Wegen ihrer außergewöhnlichen Größe und Akustik spielt das Orchester ohne elektronische Verstärkung.
Das 103. Opernfestival läuft vom 12. Juni bis 12. September 2026 mit rund fünfzig Vorstellungen. Auf dem Programm stehen große Klassiker, darunter eine neue Traviata zur Eröffnung, Nabucco in der Regie von Stefano Poda, die legendäre Aida in der Ausstattung von Franco Zeffirelli sowie Turandot, mit der die Arena das hundertjährige Jubiläum dieser Oper feiert.
Die günstigsten Karten gelten für die unnummerierten Steinstufen (gradinata), teurer und bequemer sind die nummerierten Sitze im Innenraum. Auf den Steinstufen lohnt sich ein Sitzkissen, das man vor Ort auch mieten kann. Die Vorstellungen beginnen erst bei Einbruch der Dunkelheit, meist gegen 21 Uhr, und dauern oft bis nach Mitternacht. Ein Besuch lässt sich gut mit der Altstadt von Verona verbinden, von der Piazza Bra bis zum berühmten Julia-Balkon. Weitere Ziele der Umgebung findest du in unserem Überblick zur Region Venetien.