Mile Miglia

Mille Miglia 2020

Die Mille Miglia, also die Tausend Meilen, zählt zu den bekanntesten Autorennen der Welt und ist ein regelmäßig stattfindendes Event für Oldtimerbesitzer und -fans in Norditalien. Start und Ziel finden traditionell in Brescia statt und die Etappen führen über bekannte Städte wie Bologna, Siena und Rom.
 
Streckenplan 2020
Mille Miglia - vorab Info zum Programm vom 13. bis 16. Mai 2020
 
Die Entstehung der Mille Miglia
Die Geschichte der Mille Miglia beginnt in Brescia bereits im Jahr 1925. Graf Franco Mazzotti, Graf Aymo Maggi, Renzo Castagneto und Giovanni Canestrini, allesamt von schnellen Autos fasziniert, wollten aus der kleinen Stadt in der Lombardei ein bekanntes Zentrum des Motorsports machen. Das Straßenrennen sollte, größtenteils über unbefestigte Landstraßen führen und Start sowie Ziel in Brescia haben. Erst dreizehn Jahre später kam der Wendepunkt in Rom hinzu, der heute als ein absolutes Highlight des Rennens gilt. Die Streckenlänge entsprach jedoch bereits zu Anfang 1.600 Kilometern, was in etwa 1.000 englischen beziehungsweise römischen Meilen entspricht, die namensgebend sind. Am 26. März 1927 fiel schließlich der Startschuss für die erste Mille Miglia. Nach einem schweren Unfall des Spaniers Alfonso de Portago, der mehrere Todesopfer gefordert hatte, fand das Rennen in seiner klassischen Form 1957 vorerst  zum letzten Mal statt. Als Rallye mit historischen Fahrzeugen wurde die Mille Miglia 1977 wiederbelebt, wobei es heute nicht mehr um Höchstgeschwindigkeit, sondern Freude an alten Autos und der vorbeiziehenden Landschaft geht.
 


 
Was macht die Mille Miglia so einzigartig?
Die Mille Miglia ist heute die bekannteste Oldtimer-Rallye der Welt und zieht jedes Jahr Fans automobiler Klassiker von überall her an. Jahr für Jahr sind Teilnehmer aus aller Welt gemeldet, unter denen sich auch zahlreiche Prominente befinden. Nicht nur für die Teilnehmer mit ihren historischen Fahrzeugen, sondern auch für die Zuschauer ist die Veranstaltung, die jedes Jahr im Mai stattfindet, ein großes Highlight. Um zur Mille Miglia zugelassen zu werden, muss das Fahrzeug zwischen 1927 und 1957 gebaut sein und bereits damals an einer Mille Miglia teilgenommen haben. Da die alten Autos so ihre Tücken haben, stellt die lange Strecke sie zum Teil vor eine große Herausforderung, was die Veranstaltung für Fahrer und Zuschauer interessant gestaltet. Das Besondere an der Mille Miglia sind jedoch nicht nur die einzigartigen Autos, sondern auch die unvergleichliche Streckenführung, sodass auch das Reise-Erlebnis im Mittelpunkt steht. Der sportliche Aspekt ist heutzutage jedoch stärker in den Hintergrund gerückt und so spielt bei der Mille Miglia das Sehen und Gesehen werden  der Reichen und Schönen sowie der Austausch unter Gleichgesinnten bei exzellenter italienischer Küche eine wichtige Rolle. Nichtsdestotrotz hat die Mille Miglia zur Wiederbelebung zahlreicher klassischer Rallye-Veranstaltungen geführt und erfreut sich anhaltender Beliebtheit.
 


 
Die Etappen der Mille Miglia
Die Etappen der Mille Miglia führen durch einige der schönsten Gegenden Italiens und sind daher nicht nur für die Fahrer selber, sondern auch für die Zuschauer besonders interessant, die an zahlreichen Punkten eine tolle Kulisse für die Oldtimer-Rallye vorfinden. Berge, Seen und das Meer prägen die abwechslungsreiche Strecke.
 
Bereits kurz nach dem Start am Mittwoch den 13. Mai in Brescia streift die Mille Miglia 2020 bei Desenzano und Sirmione den Gardasee. Von wo aus es über Villafranca di Verona, sowie mit Mantua, Ferrara und Ravenna gleich drei UNESCO Weltkulturerbe Städte weiter an die Adriaküste geht, wo bei Cervia/Milano Marittima die erste Etappe endet.
 
Am nächsten Tag beginnt in dem beliebten Badeort Cesenatico in der Emilia-Romagna die zweite Etappe. Von hier aus erreichen die Fahrer bald mit Urbino eine weitere Unesco Weltkulturerbe Stadt und die Region Marken, durchqueren hier u. a. die Provinzhauptstädte Macerata, Fermo und Ascoli Piceno. Dann führt die Strecke bei dem Ort Amatrice in die Region Latium, wo es über Rieti zum Ende der zweiten Etappe in der ewigen Stadt Rom geht.
 
Am dritten Tag führt die längste Etappe das Feld über Ronciglione und den kleinen Ort Radicofani, mit einer der schönsten Burgen Italiens, durch die sanften Hügel des Val d'Orcia in der Toskana zum Zwischenstopp auf der Piazza del Campo in Siena. Von Lucca aus verlassen die Autos später die Toskana wieder und erreichen über den Cisa-Pass dann Parma, die italienische Kulturhauptstadt 2020, wo die Crews die letzte Nacht des Rennens verbringen werden.
 
Am Samstag, den 16. Mai, dem vierten und letzten Tag, geht es von Salsomaggiore Terme aus über Castell'Arquato in die Lombardei. Hier führt die Strecke über Cernusco sul Naviglio bei Mailand, und Bergamo, eine der schönsten Städte Norditaliens, bevor der Wettbewerb auf der Ankunftsrampe in der Viale Venezia in Brescia dort endet, wo im Jahr 1927, mit der ersten Coppa delle 1000 Miglia, alles begann.
 


 
Wenn man leider dieses Jahr nicht an der Mille Miglia teilnehmen kann

Wenn Sie dieses Jahr nicht dabei sein können, bieten sich jedoch zahlreiche Möglichkeiten dem Flair der Mille Miglia nachzuspüren. In Brescia, das im Übrigen ein schönes römisches Zentrum besitzt, gibt es zum Beispiel ein Museum, in dem man der Geschichte des berühmten Rennsportevents nachgehen kann. Um teilnehmende Fahrzeuge zu sehen, brauchen Sie aber gar nicht so weit zu reisen, da einige Klassiker im Mercedes Benz Museum in Stuttgart stehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bücher, Filme und Bildbände, die sich mit der Mille Miglia, ihrer Geschichte, berühmten Rennfahrern und den einzigartigen Oldtimern beschäftigen. Natürlich kann man die legendäre Strecke auch jederzeit selber nachfahren, wobei es sich anbieten würde, zumindest etappenweise, selber einen Oldtimer zu mieten.
 


 
Aussicht auf das nächste Jahr
Wenn Sie zu den glücklichen Besitzern eines der begehrten Klassiker aus den Jahren zwischen 1927 und 1957, der zudem bereits einmal an dem legendären Rennen teilgenommen hat, können Sie sich die Mille Miglia für das nächste Jahr vormerken. Die Anmeldung für 2019 wird erfahrungsgemäß bereits dieses Jahr im Oktober beginnen und im Dezember schließen. Neben dem passenden Oldtimer müssen sich jedoch noch ein Startgeld von rund 8.000 Euro (netto) aufbringen.