
Die Toskana ist für viele der Inbegriff des italienischen Landhaustraums: ein steinernes Bauernhaus zwischen Zypressen, Weinbergen und Olivenhainen, mit Blick über sanfte Hügel. Genau dieser Ruf hat die Region zu einem der teuersten Immobilienmärkte Italiens gemacht. Trotzdem stimmt das Klischee vom unbezahlbaren Traumhaus nur zur Hälfte. Die Preisspanne ist riesig. Ein sanierter Casale im Chianti kostet leicht mehr als eine Million Euro, während ein renovierungsbedürftiges Steinhaus in der Lunigiana oder Garfagnana schon für einen fünfstelligen Betrag den Besitzer wechselt. Wer hier kauft, kauft vor allem Lage. Und die Toskana besteht aus sehr unterschiedlichen Teilregionen, die preislich weit auseinanderliegen.
Diese Seite ordnet die Gegenden ein, nennt realistische Budget-Spannen für 2026 und erklärt ehrlich, was auf dich zukommt, wenn du ein Rustico kaufst und herrichten willst.

Zwischen Florenz und Siena, das begehrteste und teuerste Pflaster der Region.

Die Postkarten-Hügel um Pienza und Montalcino, landschaftlich das Nonplusultra.

Der naturnahe Süden mit Küste und Thermen, wo dein Budget am weitesten reicht.

Von der beliebten Stadt Lucca bis zu günstigen Steinhäusern in Garfagnana und Lunigiana.
Der Chianti zwischen Florenz und Siena ist das begehrteste und teuerste Pflaster. Sanierte Bauernhäuser mit Land und Pool bewegen sich hier oft zwischen 3.500 und 5.500 Euro pro Quadratmeter, komplett restaurierte Anwesen im Chianti Classico erreichen Kaufpreise von 1,2 bis über 3,5 Millionen Euro. Wer den Namen Chianti will, zahlt dafür.
Südlich davon liegen das Val d'Orcia und die Crete Senesi, die Postkarten-Hügel mit einzeln stehenden Zypressen und Orten wie Pienza und Montalcino, östlich angrenzend Montepulciano in der Val di Chiana. Landschaftlich das Nonplusultra, entsprechend gefragt und teuer, oft auf Chianti-Niveau. Ein Teil des Val d'Orcia ist UNESCO-Welterbe, was Bauvorhaben zusätzlich reguliert.
Die Maremma im Süden ist die naturnahe, dünner besiedelte Alternative. Etruskische Dörfer, die Thermen von Saturnia, Pinienwälder und ein langer Küstenstreifen. Hier reicht ein Landbudget am weitesten, in Binnenorten wie Scansano oder rund um Sorano sind die Preise zuletzt eher moderat geblieben oder leicht gesunken. Wer ländliche Toskana ohne Chianti-Aufschlag sucht, wird hier am ehesten fündig.
Lucca und die Versilia bilden den Nordwesten. Die ummauerte Stadt Lucca ist bei internationalen Käufern sehr beliebt, die Lucchesia mit ihren Hügeln bietet Landhäuser in Stadtnähe. Direkt an der Küste liegt die Versilia mit Forte dei Marmi, dem mit Abstand teuersten Ort der Region, wo Spitzenlagen über 20.000 Euro pro Quadratmeter kosten. Das ist eine eigene Welt und hat mit dem klassischen Landhauskauf wenig zu tun.
Deutlich günstiger und weniger bekannt sind die nördlichen Bergregionen: Mugello und Casentino nordöstlich von Florenz sowie die Lunigiana und die Garfagnana ganz im Nordwesten. Hier fallen die Quadratmeterpreise stellenweise unter 1.000 Euro, es gibt echte Schnäppchen bei renovierungsbedürftigen Steinhäusern. Der Preis dafür ist die Abgeschiedenheit: mehr Berge als Postkartenhügel, kühlere Winter, längere Wege, weniger Infrastruktur. Für Selbstnutzer mit Zeit und handwerklichem Verständnis kann das die interessanteste Ecke sein.
Die Toskana ist eine der teuersten Regionen Italiens, aber der Durchschnittspreis sagt wenig aus, weil die Spanne so extrem ist. Sie reicht von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter in der Garfagnana bis über 20.000 Euro in Forte dei Marmi. Zur Orientierung mit Stand 2026:
Der Markt teilt sich klar: Küsten- und bekannte Orte wie Florenz, Lucca und Forte dei Marmi ziehen preislich weiter an, während abgelegene Binnenorte stagnieren oder nachgeben. Rechne bei den Nebenkosten mit rund 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises für Grunderwerbsteuer, Notar und Makler. Beim Zweitwohnsitz greift der höhere Steuersatz von 9 Prozent, meist berechnet auf den niedrigeren Katasterwert.
Der klassische Weg zum toskanischen Landhaus führt über ein Rustico, Casale oder Podere, also ein altes Bauern- oder Landhaus, das meist unsaniert angeboten wird. Der günstige Kaufpreis ist verlockend, aber er ist nur der Anfang. Eine vollständige Sanierung kostet in der Toskana grob zwischen 1.300 und 2.500 Euro pro Quadratmeter, bei aufwendigen Fällen mehr. Der Wiederaufbau eines stark verfallenen Rustico in einem geschützten Gebiet kann bis zu 3.000 Euro pro Quadratmeter erreichen.
Häufig ist mehr nötig als eine Auffrischung: neue Fundamente oder Stabilisierung des Mauerwerks, komplette Erneuerung von Dach, Elektrik, Wasser und Heizung, oft ohne bestehenden Kanal- oder Wasseranschluss. Alte Bauernhäuser stehen zudem selten am Netz, sodass Klärgrube, Brunnen und teils eine eigene Zufahrt dazukommen. Wer aus dem Ausland saniert, braucht einen verlässlichen geometra vor Ort, der Genehmigungen, Handwerker und Baufortschritt koordiniert. Plane einen Puffer ein, denn bei alten Gemäuern kommt fast immer etwas Ungeplantes zutage.
Ein paar Punkte entscheiden darüber, ob der Traum funktioniert:
Mehr zur Region findest du auf unseren Seiten zu Toskana und Maremma. Einen Überblick über den gesamten Markt geben die Immobilien in Italien und der Ratgeber zum Hauskauf in Italien.
Chianti, Val d'Orcia, Maremma oder die günstigen Bergregionen: Die Toskana hat viele Gesichter und Preisklassen. Miete dich erst in deiner Wunschecke ein, bevor du dich für ein Rustico oder Stadthaus entscheidest.