Elba ist die größte Insel des Toskanischen Archipels und nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel Italiens. Auf rund 224 Quadratkilometern und etwa 147 Kilometern Küste drängen sich Sandbuchten, Granitfelsen, alte Eisenerzgruben und Bergdörfer dicht nebeneinander. Von West nach Ost misst Elba nur rund 27 Kilometer, rund 32.000 Menschen leben hier in acht Gemeinden.
Die Insel liegt der Küste der Toskana nur etwa zehn Kilometer vorgelagert, gegenüber dem Fährhafen Piombino in der Provinz Livorno. Die Überfahrt dauert weniger als eine Stunde, und trotzdem bist du in einer eigenen Welt mit einem Berg von über tausend Metern, einem Nationalpark und sehr klarem Wasser.
Wer nach Elba fährt, kommt meist wegen der Kombination: baden am Vormittag, wandern oder Bergdörfer erkunden am Nachmittag, abends Fisch am Hafen. Dazu ein historisches Kapitel, das keine andere italienische Insel hat. Napoleon Bonaparte verbrachte hier knapp zehn Monate im Exil und regierte Elba als eigenes Fürstentum. Das Klima ist mild und feucht, Regen fällt vor allem im Frühjahr und Herbst. Der Monte Capanne trägt im Winter gelegentlich ein Schneehäubchen, sonst ist Schnee sehr selten.
Die Orte auf Elba
Portoferraio ist Hauptort, wichtigster Hafen und mit rund 12.000 Einwohnern größte Gemeinde. Cosimo I. de' Medici ließ die Stadt ab 1548 als Festung anlegen und nannte sie nach sich selbst Cosmopoli. Von diesem Bauprogramm stammen die Bastionen Forte Falcone und Forte Stella, die den Altstadthügel bis heute einrahmen und 1553 dem Angriff des Korsaren Dragut standhielten.
Marina di Campo an der Südküste ist der zweite große Ferienort und lebt von seinem langen Sandstrand. Porto Azzurro im Osten liegt am Golf von Mola, überragt von der Festung San Giacomo, die Philipp III. von Spanien ab 1603 errichten ließ und die heute als Strafanstalt dient, also nicht zu besichtigen ist. Capoliveri thront als altes Bergarbeiterdorf über der Südostspitze. Marciana Marina im Nordwesten ist mit kaum fünf Quadratkilometern die kleinste Gemeinde Elbas, bekannt für den runden Wachturm Torre degli Appiani. Oberhalb liegt das Bergdorf Marciana.
Strände und Buchten
Elba hat beides, feinen Sand und groben Kies. Wer Sand sucht, fährt an die Südküste: Marina di Campo hat mit über einem Kilometer den längsten Sandstrand der Insel, flach abfallend und bei Familien beliebt. Cavoli und Fetovaia weiter westlich sind kleiner, aber die bekanntesten Sandbuchten Elbas, Fetovaia liegt geschützt hinter einer Landzunge. Auch Biodola nahe Portoferraio ist eine Sandbucht.
Die Kiesstrände liegen vor allem im Norden. Sansone und Le Ghiaie bei Portoferraio bestehen aus hellen, fast weißen Kieseln, das Wasser darüber wirkt entsprechend klar. Zum Schnorcheln taugen sie besser als die Sandstrände, dafür gehören Badeschuhe ins Gepäck. Die Küstenabschnitte des Festlands findest du auf unserer Seite zu den Stränden in der Toskana.
Napoleon auf Elba
Nach seiner ersten Abdankung kam Napoleon am 3. Mai 1814 auf Elba an und blieb bis zum 26. Februar 1815, als er die Insel heimlich verließ. Elba war ihm als souveränes Fürstentum zugesprochen worden, und er nutzte die Zeit zum Regieren: Straßenbau, Verwaltung und Bergbau beschäftigten ihn.
Zwei Residenzen sind erhalten und heute Museen. Die Palazzina dei Mulini liegt in Portoferraio auf dem Grat zwischen Forte Stella und Forte Falcone und war seine offizielle Stadtresidenz, mit Bibliothek und Garten über dem Meer. Die Villa San Martino im Hinterland diente als Sommerhaus, seine Schwester Pauline Bonaparte finanzierte den Kauf im Juni 1814. Beide Häuser sind nüchterner, als man beim Namen Napoleon erwartet.
Wandern und Nationalpark
Der Westen der Insel wird vom Granitmassiv des Monte Capanne beherrscht, mit 1.019 Metern der höchste Punkt Elbas. Von Marciana führt eine ungewöhnliche Seilbahn hinauf: offene gelbe Körbe für je zwei Personen, etwa 18 Minuten bis zum Gipfelbereich. Wer lieber läuft, nimmt einen Wanderweg ab Marciana oder Poggio. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis Korsika.
Der Rest der Insel ist mit Feldern, Wäldern, Felsen und Hügeln bedeckt, dazwischen liegen Einsiedeleien, Bauernhöfe und Ortschaften, das viele Grün stammt von Kork- und Steineichen sowie Pinien. Elba gehört zum Nationalpark Toskanischer Archipel, der 1996 eingerichtet wurde, alle sieben Hauptinseln umfasst und mit rund 57.000 Hektar Meeresfläche das größte Meeresschutzgebiet Europas ist. Neben Wandern und Mountainbiking sind Tauchen, Segeln, Kajakfahren und Bootsausflüge verbreitet, dazu kommen Tennis- und Golfplätze und 23 ausgewiesene Picknickplätze. Weitere Inselziele findest du in unserem Überblick zu Italiens Inseln.
Eisenerz, Minen und Mineralien
Elbas Reichtum war lange nicht der Tourismus, sondern das Eisenerz. Schon die Etrusker bauten es ab, vor allem im Osten um Rio Marina, und der Name Portoferraio, der Eisenhafen, erinnert daran. Im Oktober 1981 schloss die letzte Grube. Geblieben sind rostrote Halden, terrassenförmige Tagebaue und ein Bergbaupark: In Rio Marina zeigt der Palazzo del Burò, einst Sitz der Minenverwaltung, eine Mineraliensammlung, und die Mine Ginevro bei Capoliveri ist seit 2011 mit Führungen zugänglich. Dort wurde Magnetit gefördert, schon in der Antike für seine magnetischen Eigenschaften bekannt.
Unterkunft und Einkaufen
Elba bietet die komplette Bandbreite an Unterkünften, vom Fünf-Sterne-Hotel über Bed and Breakfast bis zu Ferienhäusern, Appartements und Agriturismi. Für frische regionale Produkte lohnen sich die Wochenmärkte. Supermärkte und ein kleines Einkaufszentrum gibt es in Portoferraio, die kleinen Lebensmittelläden, die Alimentari, nahezu überall.
Anreise und beste Reisezeit
Der Hauptzugang ist die Fähre von Piombino nach Portoferraio. Mehrere Reedereien bedienen die Strecke, die Überfahrt dauert je nach Schiff etwa 40 Minuten bis eine Stunde, in der Hochsaison dicht getaktet. Dazu kommen Verbindungen nach Rio Marina im Osten, rund 45 Minuten, und nach Cavo an der Nordspitze, 20 bis 35 Minuten. Autos können mit, in der Hauptsaison solltest du früh reservieren.
Nach Piombino kommst du mit dem Auto über die Küstenautobahn A12 und die anschließende SS1 Aurelia. Mit der Bahn fährst du auf der tyrrhenischen Küstenbahn bis Campiglia Marittima und von dort mit dem Zubringerzug zum Fährhafen Piombino Marittima. An derselben Strecke liegt auch San Vincenzo.
Aus Österreich führt der kürzeste Weg über den Brenner, dann über Verona, Modena und Florenz Richtung Livorno und Piombino. Ab Innsbruck sind es rund 700 Kilometer, ab Wien grob 1.000. Für Österreichs Autobahnen brauchst du eine Vignette, am Brenner kommt eine Streckenmaut dazu.
Aus der Schweiz nimmst du den Gotthard und fährst über Mailand und Genua an der ligurischen Küste entlang nach Livorno und Piombino, ab Zürich rund 700 Kilometer. In der Schweiz gilt die Jahresvignette, in Italien zahlst du Streckenmaut an den Mautstellen.
Die Badesaison reicht üblicherweise von Mai bis in den September, am wärmsten ist das Meer im Juli und August. Dann sind Fähren, Unterkünfte und Parkplätze an den Buchten knapp. Juni und September bringen warmes Wasser bei deutlich mehr Ruhe. Im Frühjahr blüht die Macchia und die Wanderwege sind angenehm kühl, dafür ist das Meer noch frisch. Wie warm das Wasser gerade ist, zeigt dir unsere Übersicht zur Wassertemperatur in Italien. Im Winter ruht auf Elba vieles, etliche Hotels und Restaurants haben geschlossen.



















