Deutsche in Italien
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Deutsche in Italien

ÜberblickTedeschi, crucchi und ein herzliches Miteinander Zwischen Deutschland und Italien besteht eine der engsten Reise- und Kulturbeziehungen Europas. Millionen Deutsche machen jedes Jahr in Italien Urlaub, viele leben dauerhaft dort, und in Südtirol treffen beide Kulturen sogar im Alltag aufeinander.…

Überblick

Tedeschi, crucchi und ein herzliches Miteinander

Zwischen Deutschland und Italien besteht eine der engsten Reise- und Kulturbeziehungen Europas. Millionen Deutsche machen jedes Jahr in Italien Urlaub, viele leben dauerhaft dort, und in Südtirol treffen beide Kulturen sogar im Alltag aufeinander. Wie die Italiener uns nennen, was hinter dem Spitznamen „crucco“ steckt und wie beliebt Deutsche wirklich sind, klären wir hier. Passend dazu findest du bei uns auch die wichtigsten italienischen Redewendungen und mehr zur italienischen Kultur.

Bezeichnungen

Wie nennt der Italiener die Deutschen?

Neutral und korrekt heißen die Deutschen auf Italienisch „i tedeschi“ (Einzahl: „il tedesco“, „la tedesca“). Das ist die höfliche und übliche Bezeichnung, die du überall bedenkenlos verwenden kannst. Deutschland selbst heißt „la Germania“.

Daneben gibt es den umgangssprachlichen und spöttischen Spitznamen „crucco“ (Mehrzahl „crucchi“). Er ist salopp bis abwertend und gehört nicht in höfliche Gespräche. Neutral bleibt immer „i tedeschi“.

Herkunft

Was bedeutet „crucco“?

„Crucco“ ist eine spöttische bis abwertende italienische Bezeichnung für Deutsche und Deutschsprachige. Sprachwissenschaftlich gilt das Wort als sogenannter Ethnophaulismus, also ein Spitzname für eine Volksgruppe.

Der Ursprung reicht in den Ersten Weltkrieg zurück: Das Wort geht auf das slawische „kruh“ (Brot) zurück. Kroatische Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee (der k. u. k. Armee) sollen in italienischer Kriegsgefangenschaft in ihrer Muttersprache um Brot gebeten haben. Wie viele solcher Spitznamen spielt „crucco“ damit auf die vermeintlichen Essgewohnheiten an. Zunächst bezeichneten Italiener rund um Triest, im Friaul und in Venetien so ihre südslawischen Nachbarn (Slowenen und Kroaten). Erst im Zweiten Weltkrieg ging der Ausdruck auf die Deutschen über, schriftlich für Deutsche ist er ab 1947 belegt.

Heute ist „crucco“ grundsätzlich abfällig, wird unter Bekannten aber auch scherzhaft-ironisch gebraucht. Im übertragenen Sinn kann das Wort außerdem „stur“, „verbohrt“ oder „engstirnig“ meinen. Als Gast solltest du den Begriff kennen, um ihn einordnen zu können, selbst benutzen brauchst du ihn nicht.

Wie spricht man „crucchi“ aus?

„Crucchi“ spricht man „krukki“, mit hartem k-Laut. Die Einzahl „crucco“ klingt entsprechend wie „krukko“. Der Doppelbuchstabe „cch“ wird im Italienischen immer als kräftiges „k“ gesprochen, genau wie in „Gnocchi“ (Njokki) oder „Radicchio“ (Radikkio). Mehr solcher Ausspracheregeln findest du auf unserer Seite zur italienischen Aussprache.

Verhältnis

Wie beliebt sind Deutsche in Italien?

Als Gäste sind Deutsche in Italien sehr willkommen. Deutschland ist Italiens wichtigster ausländischer Tourismusmarkt: 2024 lagen die Deutschen sowohl bei den Ankünften als auch bei den Reiseausgaben auf Platz eins, vor Frankreich, der Schweiz und Großbritannien, mit rund 14 Prozent aller ausländischen Ankünfte. Ganze Regionen wie der Gardasee, die Adriaküste oder Südtirol leben zu einem großen Teil von deutschen Urlaubern.

Natürlich kursieren auch Klischees: Deutsche gelten als pünktlich, zuverlässig, direkt und gut organisiert, und der Running Gag vom früh reservierten Sonnenschirm gehört dazu. Solche Bilder sind meist augenzwinkernd gemeint. Im persönlichen Umgang ist das Verhältnis überwiegend herzlich und von echter gegenseitiger Sympathie geprägt.

Gemeinsamkeiten

Was verbindet Deutsche und Italiener?

Deutsche und Italiener verbindet eine große gegenseitige Wertschätzung. Deutsche lieben an Italien die Küche, die Kunst, das Wetter und das entspannte Lebensgefühl (la dolce vita). Umgekehrt schätzen viele Italiener an Deutschland Zuverlässigkeit, Technik und Wirtschaftskraft, und die Fußball-Rivalität sorgt seit Jahrzehnten für augenzwinkernde Spannung.

Am engsten treffen sich beide Kulturen in Südtirol (Alto Adige): Dort ist Deutsch neben Italienisch offizielle Amtssprache. Seit dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 gilt in der Provinz Bozen umfassende Zweisprachigkeit, Orts- und Straßenschilder sind zweisprachig, und im öffentlichen Dienst ist ein Zweisprachigkeitsnachweis Pflicht. Für deutschsprachige Reisende ist Südtirol deshalb besonders leicht zugänglich.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Deutschen in Italien

Wie nennt man Deutsche auf Italienisch?

Neutral und korrekt „i tedeschi“ (Einzahl „il tedesco“ / „la tedesca“). Umgangssprachlich und spöttisch auch „crucco“ beziehungsweise „crucchi“.

Was bedeutet „crucco“?

Ein spöttischer bis abwertender Spitzname für Deutsche. Er geht auf das slawische „kruh“ (Brot) zurück und entstand im Ersten Weltkrieg. Höflich bleibt immer „i tedeschi“.

Wie spricht man „crucchi“ aus?

Wie „krukki“ mit hartem k. Die Einzahl „crucco“ klingt wie „krukko“.

Sind Deutsche in Italien beliebt?

Als Gäste ja: Deutschland ist Italiens wichtigster ausländischer Reisemarkt (2024 Platz eins bei Ankünften und Ausgaben). Klischees wie „pünktlich“ oder der frühe Sonnenschirm sind meist augenzwinkernd gemeint.

Wird in Italien Deutsch gesprochen?

In Südtirol ja: Dort ist Deutsch seit dem Autonomiestatut von 1972 neben Italienisch offizielle Amtssprache, die Region ist durchgehend zweisprachig.

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