Castel dell'Ovo, Neapel | italien.de

Castel dell'Ovo

Castel dell’Ovo – zu Deutsch Eierfestung – das ist der kuriose Name eines historischen Kastells vor der süditalienischen Stadt Neapel. Der Ursprung der Bezeichnung geht bis in die Antike zurück.

 

Der Legende nach soll der römische Dichter Vergil einst ein Ei im Fundament des Kastells platziert haben. Dieses diente dem Zweck, die Stadt Neapel vor Unheil zu bewahren: Solange das Ei unversehrt blieb, sollte auch Neapel stets sicher sein.

 

Das Kastell liegt auf der Insel Megaride im Meer vor Neapel. Die dazu gehörige Siedlung Borgo Marinari ist ein Ortsteil Neapels, genauer gesagt San Ferdinandos. Über einen 100 Meter langen Damm ist Borgo Marinari mit dem Festland verbunden. Vom Kastell aus genießt der Besucher einen atemberaubenden Ausblick.

 

Die Siedlung auf der Insel Megaride entstand bereits im 6. Jahrhundert v. Christi. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde mit der Errichtung des Kastells begonnen, das man im Laufe der Jahrhunderte mehrfach grundlegend umgestaltet hat: Zunächst entstand an dieser Stelle eine römische Villa. Bauherr war der Senator und Feldherr Lucius Licinius Lucullus, der für seine üppigen Festessen bekannt war. Noch heute kennt man die Bezeichnung „lukullisches Mahl“. Später, im 5. Jahrhundert n. Chr., wurde die Villa Castellum Lucullanum dann zur Festung ausgebaut. Sie war Verbannungsort des entmachteten letzten Kaisers Romulus Augustus und später Standort eines Klosters des Severinordens.

 

Im 9. Jahrhundert wurde die Festung abgerissen und im 12. Jahrhundert neu aufgebaut, als Residenz des normannischen Königs Roger II. In der Folgezeit nutzte man es als Verwaltungssitz und sogar als Gefängnisgebäude. Unter der Herrschaft der Krone von Aragonien wurde es im 15. Jahrhundert erneut umgestaltet. Das rechteckige Bauwerk ist mit einer Bastion und einen außen gelegenen Rundturm ausgestattet. Heute ist da Kastell ein gefragter Veranstaltungsort. Es beherbergt außerdem ein prähistorisches Museum (Museo di Etnopreistoria). Das Dörfchen Borgo Marinari verfügt über einen hübschen Hafen mit einigen ansprechenden Bars und Restaurants.


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Bildnachweis: Angelo DeSantis – Lizenz: CC BY 2.0

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