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Eine Königin wollte Berge sehen und ließ sich ein Schloss bauen, das aussieht, als hätte sie es aus einem Märchenbuch bestellt: fünf Türme mit spitzen Dächern, alle verschieden hoch, einer achteckig, Steinmauern in Grau und Weiß, davor ein Park mit Lärchen und dahinter der Monte Rosa. Castel Savoia steht am Hang über Gressoney-Saint-Jean im Tal der Lys, auf gut 1.400 Metern, und war der Sommersitz von Margherita von Savoyen, der ersten Königin Italiens, nach der die Pizza benannt ist. Von 1904 bis 1925 kam sie jeden Sommer, mit Hofstaat, Gästen und Bergführern, und das Tal hat es ihr nicht vergessen.
Margherita hatte Gressoney 1889 auf Einladung des Barons Luigi Beck Peccoz kennengelernt, in dessen Villa sie wohnte, und war seitdem jeden Sommer wiedergekommen, um zu wandern und zu klettern; die Capanna Margherita auf 4.554 Metern an der Signalkuppe, die höchste Schutzhütte Europas, trägt ihren Namen, weil sie 1893 selbst hinaufstieg. 1899 gab sie den Bau des eigenen Sommersitzes in Auftrag, der römische Architekt Emilio Stramucci entwarf ihn, 1904 war er fertig. Ihr Mann, König Umberto I., hat ihn nie gesehen: Er wurde 1900 in Monza erschossen.
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Der Bau ist im Grunde eine große Villa in neugotischem Kleid, drei Stockwerke um eine Treppenhalle aus Lärchenholz, mit Decken, Vertäfelungen und Kaminen, die von Handwerkern aus dem Tal geschnitzt wurden. Die Möbel sind zum Teil erhalten, die Räume tragen die Savoyer-Symbole in Ornamenten: Knoten, Kreuze, Margeriten für die Königin. Ungewöhnlich ist die Küche: Sie wurde wegen der Gerüche 30 Meter vom Haus entfernt gebaut und durch einen unterirdischen Gang mit Schienen verbunden, auf denen elektrische Wagen die Speisen in den Speisesaal fuhren. Der Rundgang mit Führung zeigt Erdgeschoss und ersten Stock, darunter das Arbeitszimmer der Königin mit dem Blick, für den sie gekommen war.
Um das Schloss legt sich ein Park mit Lärchen, Kiefern und Wiesen, in dem 1990 ein Alpengarten angelegt wurde: Auf Terrassen am Hang wachsen die Pflanzen des Monte Rosa, Edelweiß, Enzian, Alpenrosen, beschildert und im Juni und Juli in Blüte. Von der Terrasse vor dem Schloss reicht der Blick das Tal hinauf zum Massiv des Monte Rosa mit seinen Viertausendern, dem Lyskamm und der Dufourspitze. Nach dem Tod Margheritas 1926 ging das Schloss an Private, der Mailänder Industrielle Ercole Marelli kaufte es, 1981 übernahm es die Region Aostatal.
Gressoney ist Walserland. Im 13. Jahrhundert kamen deutschsprachige Siedler aus dem Wallis über die Pässe ins Tal, und ihre Sprache, das Titsch, wird bis heute gesprochen. Die Häuser aus dunklem Holz auf Steinsockeln, die Stadel auf Pilzen aus Stein gegen die Mäuse, die Trachten mit den goldenen Hauben, die an Festen getragen werden, all das ist Walser Erbe. Gressoney-Saint-Jean ist das Dorf mit der Kirche und den Villen des 19. Jahrhunderts, Gressoney-La-Trinité am Talende der Bergsteigerort und im Winter Teil des Skigebiets Monterosa Ski, das über Alagna bis nach Champoluc reicht. Das Walsermuseum in Gressoney-La-Trinité und das Museum der Alpinen Fauna in Saint-Jean, gegründet vom Baron Beck Peccoz, gehören dazu.
Castel Savoia ist nur mit Führung zugänglich, die im Sommer täglich und häufig, im Winter seltener startet; die aktuellen Zeiten und den Eintritt findest du auf der Seite der Region Aostatal, die alle Burgen des Tals verwaltet. Der Park und der Alpengarten sind im Sommer frei zugänglich. Rechne mit einer Stunde für Schloss und Park. Der Weg vom Dorf zum Schloss dauert 15 Minuten bergauf, ein kleiner Parkplatz liegt am Park. Im Winter steht das Schloss im Schnee, was seiner Wirkung nicht schadet.
Von der Autobahn A5, Ausfahrt Pont-Saint-Martin, führt die Straße 35 Kilometer das Lys-Tal hinauf nach Gressoney-Saint-Jean, rund 45 Minuten mit Kurven. Der nächste Bahnhof ist Pont-Saint-Martin, von dort fahren Busse ins Tal. Turin ist zwei Stunden entfernt, Aosta anderthalb, Mailand zweieinhalb. Das Forte di Bard liegt am Taleingang, wenige Minuten von Pont-Saint-Martin, und lässt sich mit dem Ausflug verbinden.
Königin Margherita von Savoyen ließ es 1899 bis 1904 vom Architekten Emilio Stramucci als Sommersitz in Gressoney-Saint-Jean bauen. Sie kam bis 1925 jeden Sommer.
Ja, mit Führung durch Erdgeschoss und ersten Stock. Zeiten und Eintritt stehen auf der Seite der Region Aostatal, der Park mit Alpengarten ist im Sommer frei.
Sie liegt 30 Meter vom Haus entfernt, gegen die Gerüche, und war durch einen unterirdischen Gang mit Schienen verbunden, auf denen elektrische Wagen das Essen zum Speisesaal brachten.
Das Lys-Tal hinauf bis zum Monte Rosa mit Lyskamm und Dufourspitze. Der Blick war der Grund, warum die Königin genau hier baute.
Die Walser-Dörfer mit Holzhäusern und Museum, das Skigebiet Monterosa Ski, Wanderungen ins Talende bei La-Trinité und das Forte di Bard am Taleingang.
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