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Castello di Fénis
Fénis, Aostatal

Castello di Fénis

Die Bilderbuchburg der Challant mit dem Freskenhof von Giacomo Jaquerio.

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Wenn ein Kind eine Burg malt, kommt Fénis dabei heraus: Türme mit spitzen Dächern, Zinnen in zwei Reihen, Mauern, die sich um einen Hügel legen, davor eine Wiese. Das Castello di Fénis liegt im Talgrund des Aostatals, 15 Kilometer östlich von Aosta, und ist die meistbesuchte Burg der Region. Anders als die Wehrburgen auf den Felsen war es nie zur Verteidigung gedacht. Die Challant, mächtigste Familie des Tals, bauten es als Wohnsitz, der beeindrucken sollte, und genau das tut es bis heute.

Aimone di Challant begann um 1340 mit dem fünfeckigen Kern und dem äußeren Mauerring. Sein Sohn Bonifacio I., Marschall von Savoyen und einer der reichsten Männer seiner Zeit, erweiterte die Burg zwischen 1392 und seinem Tod 1426 um Wohnflügel, Türme und den Innenhof mit der halbrunden Treppe und ließ die Wände von Malern aus Turin ausschmücken. Danach verlor die Familie das Interesse, die Burg verfiel, wurde Bauernhof und Scheune, bis der Architekt und Maler Alfredo d'Andrade sie 1895 für 15.000 Lire für den Staat kaufte und ab 1898 restaurierte. Seit 1970 gehört sie der Region Aostatal, seit den 1930er Jahren ist sie Museum.

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Der Innenhof und die Fresken Jaqueros

Herzstück ist der kleine Hof, um den sich hölzerne Galerien in zwei Geschossen ziehen. An der Wand über der Treppe tötet der heilige Georg den Drachen, um ihn herum stehen Weise und Propheten mit Spruchbändern in französischer Sprache, die von Tugenden und Lastern handeln. Die Fresken entstanden um 1415 in der Werkstatt von Giacomo Jaquerio, dem wichtigsten Maler des Piemont in der Zeit der Internationalen Gotik, und sie gehören zum Besten, was sich aus dieser Epoche in den Alpen erhalten hat. In der Kapelle im ersten Stock folgen eine Madonna der Barmherzigkeit, die Apostel und eine Kreuzigung, derselben Werkstatt zugeschrieben.

Rundgang durch die Wohnräume

Die Burg ist nur mit Führung zugänglich, die im Halbstundentakt beginnt und rund 45 Minuten dauert. Der Weg führt durch die Küche mit ihrem riesigen Kamin, den Speisesaal, den Waffensaal, die Kapelle und die Schlafkammern der Herrschaft, eingerichtet mit Möbeln des 15. bis 17. Jahrhunderts aus dem Aostatal, die d'Andrade und seine Nachfolger zusammentrugen. Nicht alles ist original, aber die Räume vermitteln, wie ein Adelssitz um 1400 funktionierte: Holzvertäfelungen gegen die Kälte, Fenster mit Sitzbänken, ein Abort in der Mauerdicke. Vom Wehrgang blickt man über die Wiesen zum Talgrund und auf die Berge des Mont Avic.

Besuch: Öffnungszeiten, Eintritt, Tipps

Die Burg ist ganzjährig geöffnet, im Sommer täglich, im Winter mit einem Ruhetag; die aktuellen Zeiten und den Eintritt findest du auf der Seite der Region Aostatal, die alle Burgen des Tals verwaltet, Kombikarten gibt es für mehrere Burgen. Im Sommer und an Wochenenden sind die Führungen schnell voll, komm früh oder reserviere. Fotografieren ist innen ohne Blitz erlaubt. Ein Café und ein Parkplatz liegen am Fuß der Burg, der Weg hinauf dauert fünf Minuten. Mit Kindern lohnt sich Fénis mehr als jede andere Burg des Tals, weil sie so aussieht, wie Kinder sich eine Burg vorstellen.

Die Burgen des Aostatals

Fénis ist eine von rund 80 Burgen im Tal, die Savoyer und ihre Vasallen entlang der Dora Baltea bauten. Issogne, 30 Minuten weiter talabwärts, ist Fénis' Gegenstück: außen schlicht, innen mit einem Hof voller Fresken vom Leben um 1500, mit Marktständen, Apotheke und Wachstube. Verrès gegenüber ist ein Würfel aus Stein auf einem Felsen, Sarre bei Aosta ein Jagdschloss der Könige mit Tausenden Gämsenhörnern an den Wänden. Das Forte di Bard am Taleingang ist die Festung des 19. Jahrhunderts, Castel Savoia in Gressoney die Villa einer Königin.

Anreise

Über die Autobahn A5 Turin-Aosta, Ausfahrt Nus, dann drei Kilometer bis Fénis; der Parkplatz liegt unterhalb der Burg. Mit dem Zug bis Nus an der Linie Turin-Aosta, von dort zu Fuß rund 40 Minuten oder mit dem Bus. Aosta ist 20 Minuten entfernt, Turin anderthalb Stunden.

Häufige Fragen

Kann man das Castello di Fénis besichtigen?

Ja, aber nur mit Führung, die im Halbstundentakt startet und rund 45 Minuten dauert. Im Sommer und an Wochenenden sind die Gruppen schnell voll.

Wer hat die Burg gebaut?

Die Familie Challant: Aimone ab 1340, sein Sohn Bonifacio I. zwischen 1392 und 1426. Alfredo d'Andrade kaufte die verfallene Burg 1895 für den Staat und restaurierte sie.

Was ist das Besondere im Inneren?

Der Innenhof mit der halbrunden Treppe und den Fresken der Werkstatt Giacomo Jaqueros von etwa 1415, darunter der heilige Georg mit dem Drachen, dazu die Kapelle und Wohnräume mit Möbeln des Aostatals.

Ist die Burg für Kinder geeignet?

Sehr, sie sieht aus wie eine Bilderbuchburg mit Türmen, Zinnen und Wehrgang. Die Führung ist kurz genug, Kinderwagen bleiben unten.

Welche Burgen lohnen sich noch?

Issogne mit seinem Freskenhof, Verrès auf dem Felsen, Sarre mit der Jagdsammlung der Könige und das Forte di Bard am Taleingang. Für mehrere Burgen gibt es Kombikarten.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Orientierung

Lage & Karte

Wetter in Fénis

12°Klarer Himmel · Wind 1 km/h
heute18° 11° 41%
So15° 9° 100%
Mo18° 14° 100%
Di16° 14° 100%
Mi13° 9° 100%
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