Castelvecchio in Verona, Venetien | italien.de

Castelvecchio

Das imposante, mittelalterliche Backsteinkastell Castelvecchio erhebt sich mitten in der historischen Altstadt von Verona.

 

Im 14. Jahrhundert herrschten in Verona die von der Bevölkerung gehassten Skaliger. Aus Furcht vor Übergriffen der Einwohner von Verona ließ der grausame Tyrann Cangrande II. della Scala die Festung Castelvecchio errichten. Nach drei Jahre Bauzeit, von 1354 bis 1357, zogen die Skaliger aus ihrem Stadtpalast und verschanzten sich hinter den dicken Mauern der Festung.

 

Castelvecchio ist ein komplexes Bauwerk mit Exerzierplatz, Wachtürmen, Kirche und einer Brücke über die Etsch, als Fluchtweg gedacht. Zusätzlich wurde das Kastell durch einen Burggraben geschützt.

 

30 Jahre lang war die Festung vor Angreifern sicher, bis es schließlich den Mailänder Visconti gelang sie zu erobern. Im Oktober 1387 flüchtete die Familie der Scaliger und Visconti übernahmen die Herrschaft über Verona. Später gelangte die Festung in den Besitz von Venezianern, Franzosen, Bayern und Österreichern. Dabei wurde Castelvecchio u. a. auch als Lagerhaus oder Kaserne genutzt.

 

Die Brücke, Ponte Scaligero, ist ein beeindruckendes Meisterwerk der damaligen Ingenieurtechnik. Mit drei Bögen spannt sie ich auf einer Länge von etwa 120 Metern. Die Träger der Brückenpfeiler und die Bogenrücken wurden aus Natursteinen der Region gefertigt, der restliche Teil aus Ziegelsteinen. 1945 wurde Ponte Scaligero von den deutschen Truppen auf deren Rückzug vermint und am 24. April 1945 gesprengt. Nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten konnte die Brücke 1951 eingeweiht und wieder freigegeben werden.

Castelvecchio-Museum

Ab 1923 verwandelte sich Castelvecchio in ein Museum. 1928 wurde das bedeutende Kunstmuseum mit seinen einzigartigen Schätzen eröffnet. Die Räume des Museo d`Arte befinden sich im ehemaligen Wohnpalast. Heute beherbergt das Museum eine der wertvollsten Kunstsammlungen Europas, mit Ausstellungsstücken aus der frühchristlichen Zeit, dem Mittelalter bis hin zu Stücken aus dem 18. Jahrhundert.

 

Ausgestellt wird unter anderem der Sarkophag des heiligen Sergius und Bacchus aus dem Jahr 1175 und der Flügelaltar des Turone di Maxio. Gemälde wie die „Jungfrau mit dem Knaben“ von Stefano di Verona, „Madonna mit der Wachtel“ von Pisanello, „Madonna der Demut“ von Jacobo Bellini, „Die heilige Familie mit der heiligen Julia“ von Mantega, ein Gemälde des jungen Francesco Caroto und viele weitere unschätzbar wertvolle Gemälde, Statuen, Skulpturen, Reliefs, Inschriften und Waffen gehören zu den ausgestellten Werken.

 

Das Museum zieht leider nicht nur Kunstliebhaber an, sondern auch Kunsträuber. 2015 wurden Gemälde im Wert von etwa 15 Millionen Euro gestohlen, die aber mittlerweile zurückgegeben wurden.

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