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Wer von Turin ins Aostatal fährt, kommt an ihm nicht vorbei: Am Eingang des Tals, wo die Dora Baltea sich durch eine Enge zwängt, sitzt auf einem Felsen eine Festung, die den Weg versperrt wie ein Riegel. Drei Werke übereinander, 283 Räume, Mauern aus grauem Stein, die mit dem Fels verwachsen sind. Das Forte di Bard war einmal die Sperre gegen Frankreich, dann eine Kaserne, dann eine Ruine. Seit 2006 ist es das größte Museumszentrum der Alpen, mit Aufzügen aus Glas, die außen am Fels hochfahren, und einer Hydra-Basis aus Hollywood.
Eine Burg stand hier seit dem Mittelalter, urkundlich seit 1034, in den Händen der Herren von Bard und dann der Savoyer. Ihre Stunde kam im Mai 1800. Napoleon führte 40.000 Mann über den Großen Sankt Bernhard nach Italien, und 400 österreichisch-piemontesische Soldaten in der Festung hielten das ganze Heer zwei Wochen lang auf. Napoleon ließ Kanonen nachts mit Stroh umwickelt durch den Ort schleichen, um weiterzukommen, nannte die Festung das gemeine Kastell von Bard und ließ sie nach der Kapitulation schleifen. 1830 bis 1838 bauten König Karl Felix und sein Nachfolger Karl Albert sie nach Plänen des Ingenieurs Francesco Antonio Olivero neu, größer und moderner, ohne dass je wieder ein Schuss fiel.
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Die Anlage steigt in drei Stufen den Felsen hinauf: unten die Opera Ferdinando, in der Mitte die Opera Vittorio, oben die Opera Carlo Alberto mit dem großen Hof, auf dem einst die Garnison antrat. Verbunden sind sie durch Rampen, Treppen und, seit der Sanierung, durch gläserne Panoramaaufzüge, die vom Dorf am Fuß des Felsens in wenigen Minuten nach oben fahren und den Blick auf das Tal und die Berge freigeben. Oben liegt das Dorf Bard mit seinen mittelalterlichen Häusern, unten fließt die Dora, gegenüber steht das Massiv des Mont Avic.
In der Opera Carlo Alberto liegt das Museo delle Alpi, ein Museum über den Alpenraum, das Geologie, Klima, Tiere und die Menschen der Berge in 29 Räumen mit Modellen, Filmen und Installationen erzählt, gut gemacht auch für Kinder. Dazu kommen das Museo delle Fortificazioni, das die Geschichte der Festungsbaukunst vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert zeigt, und das Prigioni, ein Rundgang durch die Zellen der Festung. Der Ruf des Forte gründet aber auf seinen Wechselausstellungen: In den Sälen der Opera Vittorio laufen große Foto- und Kunstausstellungen, von World Press Photo bis zu Malern des 19. Jahrhunderts, oft mehrere gleichzeitig. Im Sommer gibt es Konzerte auf dem Hof.
2014 drehte Marvel im Forte di Bard die Eröffnungssequenz von Avengers: Age of Ultron; die Festung diente als Basis der Organisation Hydra im fiktiven Sokovia, mit Schnee, Explosionen und Iron Man über dem Hof. Seither kommen Besucher, die nicht wegen der Alpen kommen, und die Festung zeigt es mit einem Augenzwinkern.
Das Forte ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet, an Feiertagen und in den Ferien auch montags; die Aufzüge fahren ab dem Parkplatz unterhalb des Dorfs. Der Zugang zu Höfen, Rampen und Aussichtsterrassen ist frei, die Museen und Ausstellungen kosten je Eintritt, es gibt Kombikarten; die aktuellen Zeiten und Preise stehen auf der Seite des Forte. Rechne mit zwei bis drei Stunden für Museo delle Alpi und eine Ausstellung, mit einem halben Tag, wenn du alles sehen willst. Restaurant und Café liegen oben, ein Hotel ist in die Festung eingebaut.
Das Dorf Bard unter der Festung ist eine einzige Gasse mit Häusern des 15. bis 18. Jahrhunderts. Auf der anderen Talseite liegt Donnas mit einem Stück der römischen Straße, das in den Fels geschlagen ist, samt Bogen und Meilenstein. Talaufwärts folgen die Burgen des Aostatals, Fénis in 40 Minuten, Issogne und Verrès gleich um die Ecke. Das Gressoney-Tal mit Castel Savoia zweigt bei Pont-Saint-Martin ab, wenige Kilometer weiter unten.
Über die Autobahn A5 Turin-Aosta, Ausfahrt Pont-Saint-Martin oder Verrès, dann wenige Minuten auf der Staatsstraße; der Parkplatz liegt am Fuß des Felsens an der Dora. Mit dem Zug erreichst du den Bahnhof Hône-Bard an der Linie Turin-Aosta, von dort sind es zehn Minuten zu Fuß über die Brücke. Turin ist eine Stunde entfernt, Aosta 40 Minuten, Mailand zwei Stunden.
Das Museo delle Alpi, das Festungsmuseum, die Gefängnisse und große Wechselausstellungen für Fotografie und Kunst, dazu die Festung selbst mit Panoramaaufzügen und Blick ins Tal.
Im Mai 1800 hielten 400 Verteidiger der Festung sein 40.000 Mann starkes Heer zwei Wochen lang auf. Nach der Kapitulation ließ er die Festung schleifen, die Savoyer bauten sie 1830 bis 1838 neu.
Höfe, Rampen, Aufzüge und Terrassen sind frei. Eintritt kosten die Museen und Ausstellungen, mit Kombikarten für mehrere Häuser.
Ja, 2014 die Eröffnungsszene von Avengers: Age of Ultron. Die Festung spielte die Hydra-Basis in Sokovia.
Zwei bis drei Stunden für Museo delle Alpi und eine Ausstellung, ein halber Tag für alles. Das Dorf Bard und die Römerstraße von Donnas lassen sich anschließen.
Skip-the-Line-Tickets, Führungen und Kombitickets. Buchbar über GetYourGuide.
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