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Auf einem Felsrücken über dem Tal des Salinello, 600 Meter hoch, liegt eine Festung, die so groß ist wie ein Dorf: 500 Meter lang, im Schnitt 45 Meter breit, 25.000 Quadratmeter Fläche auf drei Ebenen. Die Fortezza di Civitella del Tronto im Norden der Abruzzen gehört zu den größten Festungsanlagen Europas und ist das meistbesuchte Monument der Region. Wer über die Rampen und Plätze läuft, sieht auf der einen Seite die Adria, auf der anderen den Gran Sasso und die Monti della Laga, und versteht, warum hier seit dem Mittelalter jemand Wache hielt.
Civitella war die Grenze. Hinter dem Tronto begann der Kirchenstaat, davor lag das Königreich Neapel, und wer die Küstenstraße kontrollieren wollte, brauchte den Felsen. 1557 hielt die Stadt einer französischen Belagerung unter dem Herzog von Guise stand, und die spanischen Vizekönige zogen die Konsequenz: Ab 1564 ließ Philipp II. die mittelalterliche Burg zu einer Bastionsfestung aus Travertin ausbauen, die 1576 fertig war. Drei Jahrhunderte lang war sie der nördliche Schlüssel des Königreichs.
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Ihre berühmteste Stunde erlebte die Festung am Ende. Als Garibaldi 1860 das Königreich beider Sizilien zu Fall brachte und die piemontesischen Truppen von Norden kamen, blieb Civitella dem Bourbonenkönig Franz II. treu. 146 Tage lang hielt die Besatzung die Belagerung aus, unter Beschuss und mit schwindenden Vorräten, und kapitulierte erst am 20. März 1861, drei Tage nachdem Viktor Emanuel II. in Turin zum König von Italien ausgerufen worden war. Die Festung war damit die letzte Bastion des alten Süditalien; die Stadt Gaeta hatte schon im Februar aufgegeben. Danach ließ der neue Staat die Anlage teilweise schleifen, sie verfiel und diente als Steinbruch.
Zwischen 1975 und 1985 wurde die Festung restauriert und als Museum eingerichtet. Der Weg führt vom Ort über eine Rampe durch das Tor und dann von Platz zu Platz nach oben: die drei Waffenplätze, Kasernen mit Gewölben, die Kommandantur, Zisternen, die Kapelle und die Bastionen mit ihren Kanonenstellungen. Auf der obersten Ebene liegt der große Exerzierplatz, von dem der Blick in alle Richtungen frei ist, bei klarer Sicht bis zum Meer bei San Benedetto del Tronto und zum 2.900 Meter hohen Gran Sasso. Im Museum der Waffen und alten Landkarten sind Uniformen, Gewehre und Pläne der Belagerung von 1861 ausgestellt. Seit 1989 ist Civitella mit den österreichischen Festungen Salzburg, Mauterndorf und Werfen verschwistert.
Unterhalb der Festung klebt das Dorf am Hang, ein Gewirr aus Treppengassen und Torbögen. Eine davon, die Ruetta, gilt mit rund 40 Zentimetern an der schmalsten Stelle als engste Gasse Italiens; zwei Menschen kommen nicht aneinander vorbei. Vom Belvedere an der Piazza sieht man über das Tal des Salinello bis zu den Monti Gemelli, den Zwillingsbergen mit ihrer Schlucht. Die Küche der Gegend ist kräftig: Timballo, Maccheroni alla chitarra, Lamm aus den Bergen, dazu Montepulciano-Wein aus den Hügeln von Controguerra.
Die Festung ist ganzjährig geöffnet, im Sommer täglich und bis in den Abend, im Winter mit kürzeren Zeiten und Ruhetagen; die aktuellen Zeiten und der Eintritt stehen auf der Seite der Festung. Für den Rundgang solltest du anderthalb bis zwei Stunden rechnen, die Wege sind gepflastert und teils steil, feste Schuhe sind sinnvoll, ein Aufzug erschließt einen Teil der Anlage. Im Sommer finden Konzerte und historische Nachstellungen der Belagerung statt. Am schönsten ist der Besuch am späten Nachmittag, wenn der Travertin warm leuchtet und der Gran Sasso im Westen scharf hervortritt.
Teramo mit seinem Dom liegt 20 Minuten südlich, Ascoli Piceno mit der Piazza del Popolo 25 Minuten nördlich, schon in den Marken. Die Adria mit den Badeorten Alba Adriatica und Giulianova ist eine halbe Stunde entfernt. In die Berge führt die Straße über die Gole del Salinello in den Nationalpark Gran Sasso e Monti della Laga.
Mit dem Auto über die A14, Ausfahrt Val Vibrata oder San Benedetto del Tronto, dann rund 20 Minuten landeinwärts. Parkplätze liegen am Ortsrand, von dort geht es zu Fuß oder mit dem Aufzug hinauf. Der nächste Bahnhof ist Teramo oder San Benedetto del Tronto an der Adrialinie, weiter mit dem Bus. Der Flughafen Pescara ist eine gute Stunde entfernt.
Rund 500 Meter lang und 25.000 Quadratmeter groß auf drei Ebenen, eine der größten Festungen Europas. Gebaut wurde sie 1564 bis 1576 unter Philipp II. von Spanien.
Es war die letzte Festung des Königreichs beider Sizilien: Nach 146 Tagen Belagerung kapitulierte die bourbonische Besatzung am 20. März 1861, drei Tage nach der Ausrufung des Königreichs Italien.
Anderthalb bis zwei Stunden für Festung und Museum. Mit dem Dorf und der Ruetta, der engsten Gasse Italiens, wird daraus ein halber Tag.
Die Festung verlangt einen moderaten Eintritt, Kinder zahlen ermäßigt. Zeiten und Preise wechseln mit der Saison und stehen auf der Seite der Festung.
Nach Osten die Adria bei San Benedetto, nach Westen den Gran Sasso und die Monti della Laga, darunter das Tal des Salinello. Am klarsten ist die Sicht am Morgen und nach Regen.
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