Grotte di Catullo, Sirmione am Gardasee | italien.de

Grotte di Catullo

Die Grotte di Catullo (Grotte des Catull) hat so gar nichts mit einer herkömmlichen Höhle oder Grotte zu tun. Viel mehr ist das der Name einer bedeutenden Ausgrabungsstätte am Gardasee nahe Sirmione.

Hier, in einem weit ausgedehnten Olivenhain, der die Ausgrabungsstätte schützend umgibt und Schatten spendet, wo alte Gemäuer dies vielleicht nicht mehr können, wurden die Reste einer alten römischen Villa aus der Zeit zwischen dem 1. Jh. v. Chr. und dem 1. Jh. n. Chr. freigelegt. Bei diesen durchaus beeindruckenden Überresten römischer Baukunst handelt es sich um das bedeutendste Beispiel eines Wohnhauses in Norditalien überhaupt. Mit einer Länge von 167 Metern und einer Breite von 105 Metern brachte der Prachtbau es auf rund 20.000 Quadratmeter, die auf drei Etagen verteilt waren. Die Badelandschaft und Annehmlichkeiten wie eine Panoramaterrasse mit eindrucksvollem Blick über den See zeugen von dem Wohlstand, in dem die Erbauer gelebt haben müssen.

Die Ausgrabungsstätte liegt am äußersten Ende der Halbinsel Sirmione in äußerst exponierter Lage. Geld kann bei der Errichtung des Anwesens seinerzeit keine Rolle gespielt haben. Die Ausgrabungsstätte kann heute besucht werden. Direkt hinter dem Eingang findet man das Museum, in dem weite Teile der vorhandenen Ausstellungen den Funden aus eben dieser Villa gewidmet sind. Der Rest der zu besichtigenden Exponate besteht aus Funden, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten rund um den Gardasee und in anderen Teilen Norditaliens gemacht wurden.

Den Namen Grotto di Catullo trägt die Villa wahrscheinlich, weil sie bereits im 5. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben wurde und somit eine lange Zeit des Verfalls einsetzte. Irgendwann waren das Haus, die Nebenhäuser und die gesamte Anlage so verfallen und überwuchert, dass das Anwesen an eine Höhle erinnert haben mag. Der Name hat sich bis heute gehalten.

Bildnachweis: Nadietta90 – Lizenz: CC BY-SA 4.0

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