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Die meisten Tropfsteinhöhlen sind still. Die Grotte di Stiffe rauschen. Ein Fluss fließt durch sie hindurch, stürzt in zwei Wasserfällen über 20 und 25 Meter in die Tiefe und tritt am Fuß des Dorfes Stiffe wieder ans Tageslicht. Das Wasser kommt von der Hochebene von Rocca di Mezzo, versickert dort in einer Schlucköffnung, legt rund drei Kilometer unter der Erde zurück und überwindet dabei mehr als 600 Höhenmeter. Eine solche aktive Karstquelle, die man begehen kann, gibt es in Italien nur hier, im Tal des Aterno südöstlich von L'Aquila.
Die Höhle liegt auf rund 700 Metern in einer Felswand über dem Dorf Stiffe, Gemeinde San Demetrio ne' Vestini. Erforscht wurde sie ab 1956 von Höhlenforschern, seit 1991 ist sie für Besucher erschlossen, mit Stegen, Treppen und Beleuchtung. Rund 700 Meter des Höhlensystems sind begehbar, die Führung dauert etwa eine Stunde. Mit mehr als 67.000 Besuchern im Jahr gehört Stiffe zu den beliebtesten Ausflugszielen der Provinz.
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Es beginnt mit dem Geräusch. Vom Eingang führt der Steg am Fluss entlang in die Sala del Silenzio, den Saal der Stille, in dem das Wasser breit und ruhig fließt und man nur das Tropfen hört. Dann wird der Gang enger, das Rauschen lauter, und in der Sala della Cascata öffnet sich die Höhle zu einer Halle, in die der erste Wasserfall über 20 Meter hinabstürzt, im Frühjahr mit Gischt, die bis auf den Steg spritzt. Weiter geht es über Treppen an Sinterbecken und Stalaktiten vorbei zum Lago Nero, einem schwarzen See, und in den 2007 erschlossenen hintersten Saal mit dem zweiten, noch höheren Wasserfall.
Die Menge des Wassers hängt von der Jahreszeit ab. Nach der Schneeschmelze im April und Mai donnern die Fälle, im Spätsommer sind sie schmaler und die Höhle wirkt ruhiger. Beides hat seinen Reiz: im Frühjahr die Kraft, im Herbst die Formen der Tropfsteine, die dann besser zu sehen sind.
Die Höhle ist nur mit Führung zugänglich, die in festen Abständen starten; im Sommer täglich, im Winter an Wochenenden und nach Anmeldung. Die aktuellen Zeiten und Preise stehen auf der Seite der Grotte. In der Höhle herrschen ganzjährig rund 10 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit, eine Jacke und Schuhe mit Profil gehören dazu, die Stege sind nass. Der Weg hat mehrere hundert Stufen und ist für Kinderwagen und Rollstühle nicht geeignet, für Kinder ab dem Grundschulalter dagegen ein Erlebnis. Fotografieren ist erlaubt, Stative nicht. Am Eingang gibt es ein Besucherzentrum mit Café, ein Naturlehrpfad führt durch das Tal davor.
Stiffe liegt zwischen L'Aquila und der Hochebene der Rocche, wo das Wasser der Höhle herkommt. Rocca di Mezzo und Ovindoli sind im Winter Skiorte, im Sommer Wanderbasis für den Monte Velino. Nach L'Aquila mit der Basilika Collemaggio sind es 20 Minuten, auf die Hochebene Campo Imperatore eine knappe Stunde. Im Tal des Aterno liegen die Dörfer Fossa mit der Kirche Santa Maria ad Cryptas und ihren Fresken des 13. Jahrhunderts und San Demetrio mit seinem Hauptort. Die Küche der Gegend lebt von Lamm, Safran aus Navelli und Linsen von Santo Stefano.
Von L'Aquila auf der SS261 Subequana in Richtung Sulmona, nach rund 15 Kilometern rechts ab nach Stiffe; ein Parkplatz liegt unterhalb des Höhleneingangs, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß bergauf. Von der Autobahn A25 nimmst du die Ausfahrt Aielli-Celano oder Pratola Peligna und folgst der Beschilderung. Ohne Auto ist die Höhle schwer zu erreichen, Busse von L'Aquila nach San Demetrio fahren selten.
Ein unterirdischer Fluss mit zwei Wasserfällen von über 20 und 25 Metern, der durch die Höhle fließt und am Ausgang ans Licht tritt. Eine begehbare aktive Karstquelle dieser Art gibt es in Italien nur hier.
Rund eine Stunde für die 700 Meter des Besucherwegs. Die Höhle ist nur mit Führung zugänglich.
Eine Jacke und feste Schuhe mit Profil. In der Höhle sind es ganzjährig etwa 10 Grad, die Stege sind nass und der Weg hat viele Stufen.
Ja, ab dem Grundschulalter. Kinderwagen und Rollstühle kommen wegen der Treppen nicht durch.
Nach der Schneeschmelze im April und Mai. Im Spätsommer sind die Wasserfälle schmaler, dafür sind die Tropfsteine besser zu sehen.
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Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
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