Mysterienvilla in Pompeji | italien.de

Mysterienvilla

Ehemalige Stadtvilla auf dem Areal der Ausgrabungsstätte von Pompeji – Die Mysterienvilla lädt zu einer Zeitreise durch die Welt der klassischen Archäologie ein.

 

Die antike Stadt Pompeji in der italienischen Region Kampanien wurde im Jahr 79 n. Chr. in der Folge eines Ausbruchs des Vesuvs, komplett verschüttet. Da die Asche jedoch einen konservierenden Effekt hatte, entdeckten Archäologen im 18. Jahrhundert noch weitgehend gut erhaltene Ruinen. Im Norden der ausgegrabenen Ortschaft kam eine ehemalige Villa zum Vorschein, die so genannte Mysterienvilla (ital.: Villa dei Misteri). In diesem Gebäude lebten einst wohl betuchte Bürger Roms. Wenn man seinen Urlaub in der Nähe von Pompeji verbringt, sollte man der Ausgrabungsstätte unbedingt einen Besuch abstatten.

Prunkvoller Herrschaftssitz im Wandel der Zeit

Man nimmt an, dass das Bauwerk während des 2. Jahrhunderts vor Christi errichtet wurde. Im Jahr 62 n. Chr. richtete ein starkes Erdbeben großen Schaden an. Auch die Mosaiken und Fresken stammen aus dieser Zeit. Die Mysterienvilla gehörte nicht zum Zentrum von Pompeji, denn sie befindet sich im Nordwesten der Stadt, außerhalb der Stadtmauer.

 

Die Vorstadtvilla wurde nach dem verheerenden Erdbeben immer weiter ausgebaut, bis sie schließlich auch zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden konnte und nicht mehr ausschließlich als Wohnsitz diente. Der Gebäudekomplex erstreckte sich auf einer Fläche von knapp 1.800 Quadratmetern und umfasste insgesamt 90 Räume. Vom früheren Eingang aus hatte man gewiss einen fantastischen Panoramablick über den Golf von Neapel.

Bedeutendes Kunstwerk aus der Ära der römischen Antike

Vor allem wegen der zahlreichen Wandmalereien ist die Villa dei Misteri ein echtes Kleinod für viele Kunstliebhaber. Das Gebäude zählt zu den am besten erhaltenen Villen aus dieser Epoche. Die Szenen der Malereien und Fresken entspringen der griechischen Mythologie. Man ordnet sie dem Architekturstil der römischen Wandmalerei zu. Auch wenn man wegen des Namens der Villa ein Mysterium erwartet, wird diese nicht gleich offensichtlich.

 

Auch heute noch fällt eine exakte Deutung der Wandmalereien Experten schwer. Am Ende des Zyklus steht Dionysos, der eine Muschel als Trinkgefäß nutzt. Über seinen Kopf wird eine Maske gehalten, die als Hinweis auf das eigentliche Mysterium gedeutet wird. Man geht davon aus, dass es sich bei den Malereien um eine Darstellung des so genannten Dionysos-Kultes handelt, der zu den populärsten Mysterienkulten zählt.

Bildnachweis: ElfQrin – Lizenz: CC BY-SA 4.0

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