Palazzo Rucellai, Florenz | italien.de

Palazzo Rucellai

Der Palazzo Rucellai in Florenz aus dem 15. Jahrhundert hebt sich komplett von den übrigen Palästen der Stadt ab. Er ist nicht nur kleiner als die teils gewaltigen Monumentalbauten. Er wurde auch in einem völlig anderen Stil entworfen.

Die Väter des Palastes

Der Palazzo liegt an der Via della Vigna Nuova und wurde im Auftrag von Giovanni di Paolo Rucellai, Mitglied einer wohlhabenden Händlerfamilie und Politiker unter den Medici, erbaut. Federführend war dabei Leon Battista Alberti, eine schillernde Persönlichkeit der Renaissance. Alberti hatte sich nicht nur als Architekt, sondern u.a. auch als Schriftsteller, Mathematiker sowie als Kunsttheoretiker einen Namen gemacht. Am Bau beteiligt war außerdem der Bildhauer und Baumeister Bernardo Rossellino alias Bernardo di Matteo Gamberelli. Er zeichnete insbesondere für den Innenhof verantwortlich.

Antike Architektur neu interpretiert

Für den Palazzo Rucellai vereinte Alberti acht kleinere Bauteile zu einem Palast mit zunächst fünf, später mit acht Achsen. Erstmalig in der neueren Architekturgeschichte wurde eine Fassadeneinteilung nach dem Vorbild antiker Bauwerke vorgenommen, mit den für diese charakteristischen übereinander gestellten Säulen. Die Fassade ist durch eine Anordnung dorischer, ionischer und korinthische Kapitelle gekennzeichnet. Auffällig sind die flachen Pilaster, die in den Mauerverbund eingearbeiteten Wandpfeiler der Fassade. Diese treten kaum aus der Wand heraus und muten dadurch fast wie bloß zweidimensionale Streifen an.

 

Die drei Stockwerke des Palastes folgen den unterschiedlichen Gestaltungsmustern der so genannten klassischen architektonischen Ordnungen. Im Erdgeschoss findet sich z.B. die toskanische Ordnung, auf der obersten Ebene die korinthische. Einen ähnlichen Aufbau findet man auch im Kollosseum in Rom.

 

Die Stockwerke des Palazzo Rucellai sind durch ein dreiteiliges Gebälk voneinander getrennt. Der Sockel unterhalb des Erdgeschosses ist zwischen den Pfeilern mit einem Rautenmuster verziert, das an römische Bauten erinnert. Den Abschluss des obersten Geschosses bildet ein Kranzgesims.

 

Der Palazzo Rucellai beherbergt heute das Fratelli Alinari Museum für Geschichte der Fotografie.

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