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Die Gassen um die Piazza della Rotonda sind eng, und dann steht er plötzlich vor dir, quer über die ganze Platzseite: der Säulenvorbau mit der Inschrift des Agrippa, dahinter der graue Zylinder, auf dem die Kuppel sitzt. Drinnen wird es still, obwohl Hunderte Menschen im Raum stehen. Alle schauen nach oben, wo ein runder Lichtfleck über die Kassetten wandert und bei Regen ein feiner Vorhang aus Wasser durch die Öffnung fällt. Das Pantheon in Rom ist das am besten erhaltene Bauwerk der römischen Antike, und es steht seit fast 1.900 Jahren im Kern unverändert an dieser Stelle.
Die Fakten in Kürze: Der Bau, den du heute siehst, entstand unter Kaiser Hadrian zwischen etwa 118 und 125 nach Christus als Ersatz für einen abgebrannten Vorgängerbau, den Marcus Agrippa zwischen 27 und 25 vor Christus errichtet hatte. Die Kuppel misst rund 43,4 Meter im Durchmesser und ist genauso hoch, ihre einzige Lichtquelle ist der Oculus, eine offene Öffnung von rund neun Metern im Scheitel. Bis heute ist sie die größte Kuppel der Welt aus unbewehrtem Beton. Seit dem Jahr 609 ist das Pantheon eine Kirche mit dem Namen Santa Maria ad Martyres, in ihr liegen Raffael sowie die Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I. begraben. Das Gebäude gehört dem italienischen Staat, der Zutritt kostet seit Juli 2023 Eintritt, mit Ausnahmen für alle unter 18 Jahren, für Einwohner Roms und für den ersten Sonntag im Monat.
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Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „allen Göttern geweiht". Die Römer sagen „la Rotonda", der Rundbau, und so heißt auch der Platz davor.
Auf dem Giebel steht in großen Bronzebuchstaben „M. AGRIPPA L. F. COS. TERTIUM FECIT", Marcus Agrippa, Sohn des Lucius, hat dies in seinem dritten Konsulat gebaut. Die Inschrift führt in die Irre, denn von Agrippas Tempel ist oberirdisch nichts mehr übrig. Er brannte im Jahr 80 ab, wurde repariert, und nach einem zweiten Brand im Jahr 110 ließ Hadrian das Gebäude komplett neu errichten. Die Inschrift des Vorgängers ließ er stehen.
Wann genau gebaut wurde, lässt sich nur eingrenzen. Die Stempel auf den Ziegeln stammen überwiegend aus den Jahren um 115 bis 128, die Fertigstellung wird meist um 125 angesetzt, manche Forscher setzen den Baubeginn deshalb schon 114 unter Trajan an. Als Architekt wird wegen der Bauweise oft Apollodor von Damaskus vermutet, der Baumeister Trajans, belegt ist das nicht.
1625 ließ Papst Urban VIII. aus der Familie Barberini die Bronzeverkleidung der Vorhalle abnehmen, für Kanonen der Engelsburg. Dass daraus auch der Baldachin im Petersdom gegossen wurde, erzählt man sich in Rom bis heute, die Bronze dafür kam aber wohl aus Venedig. Die Römer spotteten: „Quod non fecerunt barbari, fecerunt Barberini", was die Barbaren nicht taten, taten die Barberini. Die beiden Glockentürme, die im 17. Jahrhundert auf die Vorhalle gesetzt wurden und im Volksmund „Eselsohren" hießen, verschwanden 1883 wieder.
Die Kuppel ist eine exakte Halbkugel, und wenn du sie gedanklich nach unten spiegelst, berührt die Kugel genau den Fußboden. Der Innenraum ist so hoch wie breit, rund 43,4 Meter.
Möglich wurde das mit römischem Beton, opus caementicium, aus Kalkmörtel und Gesteinsbrocken. Die Baumeister machten die Mischung nach oben hin immer leichter, unten Travertin und Tuff, oben Bimsstein. Gleichzeitig wird die Schale dünner, von rund sechs Metern an der Basis auf etwa eineinhalb Meter am Rand des Oculus. Die fünf Ringe mit je 28 Kassetten sparen weiteres Gewicht und lenken den Blick zur Mitte. Eiseneinlagen gibt es keine, die Kuppel trägt sich allein durch ihre Form und ihr Material. In der Wand des Zylinders verteilen eingemauerte Entlastungsbögen die Last auf acht massive Pfeiler.
Der Oculus ist keine Lücke, sondern Absicht, rund neun Meter weit, ungeglast und die einzige Lichtquelle des Raums. Der Lichtkreis wandert mit der Sonne, im Winter hoch über Kuppel und Wände, im Sommer bis hinunter auf den Boden. Bei Regen fällt Wasser herein, der Boden ist deshalb leicht zur Mitte geneigt und hat dort 22 Abflusslöcher. Nass wird nur ein kleiner Kreis, der Rest des Raums bleibt trocken. An Pfingsten lassen Feuerwehrleute nach der Messe Tausende rote Rosenblätter durch die Öffnung regnen, eine alte Tradition, die 1995 wieder aufgenommen wurde.
Dass das Pantheon so gut erhalten ist, verdankt es einem Verwaltungsakt. Im Jahr 609 überließ der byzantinische Kaiser Phokas den Tempel Papst Bonifatius IV., der ihn als Kirche Santa Maria ad Martyres weihte. Damit war der Bau geschützt, während die anderen Tempel der Stadt als Steinbruch endeten. Bis heute ist er Basilika und zugleich staatliches Monument, verwaltet vom Kulturministerium gemeinsam mit dem Domkapitel.
Auf der linken Seite des Rundbaus ruht Raffael, gestorben 1520 mit 37 Jahren. Er hatte sich das Pantheon selbst als Grab gewünscht, über dem Sarkophag steht die Madonna del Sasso seines Schülers Lorenzetto, das Epitaph verfasste Pietro Bembo. Neben ihm liegen weitere Künstler, darunter der Maler Annibale Carracci, der Architekt Baldassare Peruzzi und der Komponist Arcangelo Corelli.
Nach der Einigung Italiens wurde das Pantheon zur Grabkirche des Königshauses. 1878 wurde Viktor Emanuel II. hier beigesetzt, der erste König Italiens, 1900 sein Sohn Umberto I., 1926 dessen Frau Margherita, nach der die Pizza Margherita benannt sein soll. Vor den Königsgräbern halten Freiwillige eines 1878 von Veteranen gegründeten Instituts bis heute Ehrenwache.
Bis Sommer 2023 war das Pantheon frei zugänglich, seit Juli 2023 verlangt der Staat Eintritt. Im April 2026 haben Kulturministerium und Diözese Rom eine neue Vereinbarung unterschrieben, seit dem 1. Juli 2026 ist der volle Preis höher als vorher, die Ausnahmen blieben unverändert. Frei bleibt der Zutritt für alle unter 18 Jahren und für Einwohner Roms, junge Erwachsene aus der EU bis 25 zahlen ermäßigt, und am ersten Sonntag im Monat kommen alle kostenlos hinein. An diesem Tag gibt es die Gratis-Tickets nur vor Ort an Kasse und Automaten, nicht online.
Offizielle Tickets verkauft nur das staatliche Portal Musei Italiani, auch als App, dazu die Kassen und Ticketautomaten am Platz. Das Ministerium betont, dass keine Reservierung nötig ist: Der Einlass läuft in Zeitfenstern in der Reihenfolge des Eintreffens, solange Plätze frei sind, einen eigenen Schnelleinlass gibt es nicht. In der Hauptsaison spart das Online-Ticket trotzdem Zeit, weil die Kassenschlange lang wird. Wer will, kann über das Domkapitel der Basilika Führungen und Audioguides buchen, bei denen das Ticket enthalten ist.
Das Pantheon ist täglich geöffnet, geschlossen bleibt es laut Betreiber nur an Neujahr und am ersten Weihnachtstag, doch es bleibt eine geweihte Kirche. Samstags, sonntags und an Feiertagen werden Messen gefeiert, währenddessen ruht die Besichtigung, der Zugang zum Gottesdienst ist frei und ohne Ticket. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, wie in den meisten römischen Kirchen. Für den Rundgang reichen 20 bis 30 Minuten, mit Audioguide eine Stunde. Am ruhigsten ist es direkt nach der Öffnung am Morgen.
Vor dem Pantheon liegt die Piazza della Rotonda mit dem Brunnen, den Giacomo della Porta um 1575 entwarf. Der kleine Obelisk darauf stammt aus der Zeit Ramses' II. und kam Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Brunnen. Bis 1847 wurde auf dem Platz Fisch und Gemüse verkauft, heute stehen dort Cafétische. Hinter dem Pantheon steht auf der Piazza della Minerva der Elefant mit dem Obelisken, den Bernini entwarf.
Alles Wichtige im Zentrum erreichst du zu Fuß. Die Piazza Navona mit dem Vierströmebrunnen liegt fünf Minuten westlich, der Trevi-Brunnen zehn Minuten östlich, der Markt auf dem Campo de' Fiori knapp zehn Minuten südwestlich, die Spanische Treppe eine Viertelstunde. Eine sinnvolle Reihenfolge für einen Vormittag: früh ins Pantheon, dann Navona, Campo de' Fiori zum Mittagessen und am Nachmittag über den Trevi-Brunnen zur Spanischen Treppe. Weitere Ideen findest du bei den Sehenswürdigkeiten in Rom.
Der heutige Bau entstand unter Kaiser Hadrian zwischen etwa 118 und 125 nach Christus, im Jahr 2026 ist er also rund 1.900 Jahre alt. Ein erster Tempel des Marcus Agrippa stand ab 27 vor Christus an derselben Stelle, brannte aber zweimal ab. Nur seine Inschrift am Giebel blieb.
Die Kuppel hat rund 43,4 Meter Durchmesser und ist genauso hoch. Sie ist bis heute die größte Kuppel der Welt aus unbewehrtem Beton, also ohne Stahleinlagen. Die Kuppel des Petersdoms ist zwar höher, hat aber einen etwas kleineren Innendurchmesser.
Der Oculus ist rund neun Meter weit und die einzige Lichtquelle des Raums, er war von Anfang an offen geplant. Bei Regen fällt Wasser auf einen kleinen Kreis in der Mitte, der leicht geneigte Boden hat dort 22 Abflusslöcher. Der Rest des Raums bleibt trocken.
Ja, seit Juli 2023, und seit dem 1. Juli 2026 gilt ein höherer Tarif. Frei bleibt der Zutritt für alle unter 18 Jahren, für Einwohner Roms und für alle am ersten Sonntag im Monat, junge Erwachsene aus der EU bis 25 zahlen ermäßigt. Offizielle Tickets gibt es über das Portal Musei Italiani sowie an Kasse und Automaten vor Ort.
Nein, laut Kulturministerium ist keine Reservierung nötig, der Einlass läuft in Zeitfenstern nach Reihenfolge des Eintreffens. In der Hauptsaison spart ein Online-Ticket trotzdem Zeit, weil die Kassenschlange lang wird. Am ersten Sonntag im Monat gibt es die Gratis-Tickets nur vor Ort.
Das Pantheon ist täglich geöffnet, geschlossen nur an Neujahr und am ersten Weihnachtstag, die aktuellen Zeiten stehen auf der Seite des Kulturministeriums und auf Musei Italiani. Samstags, sonntags und an Feiertagen ruht die Besichtigung während der Messen, der Gottesdienst selbst ist frei zugänglich. Am ruhigsten ist es direkt nach der Öffnung am Morgen.
Der Maler Raffael, gestorben 1520, mit einem Epitaph von Pietro Bembo, dazu Künstler wie Annibale Carracci, Baldassare Peruzzi und der Komponist Arcangelo Corelli. Seit 1878 ist das Pantheon auch Grabkirche der italienischen Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I. sowie der Königin Margherita.
Auf Italienisch heißt es Pantheon, die Römer sagen la Rotonda. Seit 609 ist es die Kirche Santa Maria ad Martyres und wird bis heute für Messen genutzt. Das Gebäude selbst gehört dem italienischen Staat.
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