Porto Flavia, im Südwesten Sardiniens, liegt in der Gemeinde Iglesias, in Masua. Es ist nicht nur für seinen einladenden Kiesstrand am Rande eines schönen Pinienwaldes bekannt, sondern gleichzeitig ein viel besuchtes Glanzstück sardischer Industriekultur.
Die Hafenanlage von Porto Flavia entstand im Jahre 1924. Ihr Erbauer, der Architekt Cesare Vecelli, benannte seine Schöpfung nach seiner Tochter Flavia. Schon seit dem 18. Jahrhundert gewann man im Bergwerk von Masua Blei und Zink. Zunächst wurde das Erz-Gestein von Hand auf Boote verladen und verschifft. Dies änderte sich mit dem Bau des Einschiffungshafens. Vecelli konstruierte dazu zwei übereinander liegende 600 Meter lange Stollen-Tunnel über dem Meer, zwischen denen sich eine Reihe gewaltiger Silos erstreckte. Im oberen Stollen fuhr eine Eisenbahn das Gestein zu den neun Silos, die insgesamt ein Fassungsvermögen von 10.000 Tonnen hatten. Der untere Tunnel verfügte über ein Förderband, welches das Metall-Gestein dann von den Silos zu ankernden Schiffen weiter transportierte.
Die Hafenanlage wurde in den 1960-er Jahren stillgelegt. Später restaurierte man sie jedoch und machte sie Besuchern zugänglich.
Auch die Minen von Masua können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Sie sind Teil der UNESCO-Welterbestätte Parco Geominerario della Sardegna. Das alte Bergbaudorf und das Museum für Bergbaumaschinen runden das Besichtigungsprogramm ab.
Auch viele Wassersportler zieht es wegen des Wellengangs nach Masua, dessen Wahrzeichen, der Zuckerhut-Felsen (Pan di Zucchero), hier über 130 Meter hoch aus dem Wasser ragt.
Porto Flavia ist nur rund 20 Kilometer von Iglesias entfernt und über die SS 126 und SP 83 zu erreichen. In die Insel-Hauptstadt Cagliari sind es gut 78 Kilometer.