Über Assisi steht noch etwas anderes als die Basilika: eine Festung aus rosafarbenem Kalkstein vom Monte Subasio, mit Bergfried, Ecktürmen und einer Mauer, die über den Grat bis zur kleineren Rocca Minore läuft. Die Rocca Maggiore beherrscht seit mehr als 800 Jahren die Stadt und das Tal des Tescio. Wer den Aufstieg auf sich nimmt, bekommt den Blick, den alle Postkarten von Assisi zeigen: die Basilika San Francesco am westlichen Ende des Bergrückens, die Dächer der Altstadt, dahinter die Ebene bis Perugia.
Die Burg ist älter als der Franziskuskult. 1173 nahm Christian von Mainz, Erzbischof und Feldherr Kaiser Friedrich Barbarossas, Assisi ein und richtete sich auf dem Hügel ein. Wenige Jahre später soll der spätere Kaiser Friedrich II. als Kind hier gewohnt haben, bevor er 1198 in Assisi getauft wurde. Im selben Jahr erhoben sich die Bürger gegen die kaiserliche Besatzung und legten die Burg in Trümmer. Ein junger Mann aus der Stadt war wohl dabei: Francesco, Sohn des Tuchhändlers Bernardone, der später als Franz von Assisi in die Geschichte einging.
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Über anderthalb Jahrhunderte blieb die Rocca Ruine. Erst Kardinal Gil Álvarez de Albornoz, der im Auftrag der Päpste die Herrschaft über Mittelitalien zurückeroberte, ließ sie ab 1367 neu errichten, wie viele andere Festungen der Region. Aus dieser Zeit stammen der trapezförmige Mauerring, der Bergfried in der Mitte und die Türme an den Ecken. 1458 fügte der Söldnerführer Jacopo Piccinino den zwölfeckigen Turm am nordwestlichen Ende hinzu, der über einen langen, gedeckten Wehrgang mit dem Hauptbau verbunden ist. 1535 kam unter Papst Paul III. die runde Bastion am Eingang dazu, eine Antwort auf die Artillerie, die die hohen Mauern des Mittelalters überflüssig gemacht hatte.
Danach verlor die Burg an Bedeutung, diente als Kaserne, verfiel und wurde im 20. Jahrhundert restauriert. Seit 2022 gilt sie offiziell als lebendes Monument, weil in den Mauern geschützte Tierarten nisten, darunter Dohlen und Fledermäuse.
Der Besuch beginnt am Torbau mit der Bastion Pauls III. Von dort geht es in den Innenhof, wo einst die Soldaten wohnten, und in den Bergfried, dessen Wendeltreppe auf die Plattform führt. Hier oben liegt Assisi zu Füßen: die Basilika mit ihren beiden übereinandergebauten Kirchen, der Dom San Rufino, die Piazza del Comune mit dem Minervatempel, weiter unten Santa Maria degli Angeli in der Ebene. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Monte Subasio hinter der Stadt und weit nach Westen über das Tal.
Das eigentliche Erlebnis ist der Wehrgang zum Piccinino-Turm. Rund 100 Meter führt er als niedriger, gedeckter Gang mit Schießscharten am Hang entlang, im Turm selbst geht es über eine enge Treppe hinauf zur Aussicht auf die Nordseite. Der Gang ist dunkel und stellenweise nur gebückt zu passieren, für Kinder ein Abenteuer, für Menschen mit Platzangst weniger.
Die Rocca ist ganzjährig geöffnet, im Sommer bis in den Abend, im Winter bis zum späten Nachmittag. Der Eintritt ist mit wenigen Euro günstig, Kombikarten mit anderen städtischen Museen gibt es an der Kasse. Ein Café mit Terrasse liegt im Innenhof. Der Weg von der Altstadt hinauf beginnt an der Piazza del Comune oder am Dom San Rufino und führt über die Via della Rocca oder die Via Porta Perlici in gut 15 Minuten steil bergauf; feste Schuhe helfen auf dem Kopfsteinpflaster. Ein kleiner Parkplatz liegt direkt unterhalb der Burg, im Sommer ist er schnell voll.
Am schönsten ist der Besuch am späten Nachmittag, wenn die Sonne den Stein rot färbt und die Basilika im Gegenlicht liegt. Im Winter kann es hier oben scharf wehen, dafür ist die Sicht dann am klarsten.
Von der Rocca aus ist alles zu Fuß erreichbar: die Basilika San Francesco mit den Fresken Giottos und Cimabues, die Basilika Santa Chiara, der Dom, das Eremo delle Carceri in den Steineichenwäldern des Subasio, wo Franziskus sich zum Gebet zurückzog. Wer weiterfährt, erreicht in einer halben Stunde Perugia, in 20 Minuten Spello mit seinen Blumengassen, in 40 Minuten die Fonti del Clitunno.
Ja, allein wegen der Aussicht. Von der Plattform des Bergfrieds siehst du die ganze Altstadt von Assisi mit der Basilika San Francesco und weit hinaus in die umbrische Ebene.
Erstmals erwähnt 1173, als Christian von Mainz sie für Kaiser Barbarossa besetzte. Nach der Zerstörung von 1198 baute Kardinal Albornoz sie ab 1367 neu, 1458 kam der Piccinino-Turm dazu, 1535 die Bastion Pauls III.
Wenige Euro, Kombikarten mit den städtischen Museen sind an der Kasse erhältlich. Die Burg ist ganzjährig geöffnet, die Zeiten wechseln mit der Saison.
Zu Fuß von der Piazza del Comune oder vom Dom in rund 15 Minuten bergauf. Ein kleiner Parkplatz liegt unterhalb der Burg, im Sommer ist er meist belegt.
Sehr, der gedeckte Wehrgang zum Piccinino-Turm und die Türme sind ein Abenteuer. Der Gang ist eng und dunkel, Kinderwagen bleiben im Hof.
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