San Pietro in Vincoli, Rom | italien.de

San Pietro in Vincoli

Schon in der Mittagspause sammeln sich vor der äußerlich unscheinbaren Kirche die Besucher. Doch die versteckt liegende Kirche ist im Inneren umso bedeutsamer.

Der Innenraum

Pünktlich wird die Tür geöffnet und die Menge der Wartenden strömt hinein. Ein schneller Blick in den barock umgestaltetem Innenraum der dreischiffigen Basilika - und man entdeckt in der rechten, hinteren Ecke eines der bedeutendsten und berühmtesten Kunstwerke der Renaissance: Das von Michelangelo Buanarotti gestaltete Grabmal für Papst Julius II.! Ursprünglich sollte es unter der Kuppel in Sankt Peter stehen, gebaut wurde schließlich jedoch nur das Wandgrab, das nach San Pietro in Vincoli verlegt wurde.

Das Juliusgrab

Es besteht aus einem haushohen, durch Säulen in drei Abschnitte gegliederten Denkmal, in dem Moses an zentraler Stelle sitzt. Ihn flankieren die Figuren von Lea und der Rachel. Über ihm ist Julius II. mit der Papstkrone zu sehen, der sich auf seinem Sarg aufstützt. Die bedeutendste Figur des Wandgrabs ist die des Moses. Er ist als sehr kräftiger Mann mit den Gesetzestafeln dargestellt. Siegmund Freud schrieb, er sei im Moment des Aufstehens gezeigt, während ihn der Zorn über den Tanz der Israeliten um das goldene Kalb erfasst; in diesem Moment aber entglitten ihm die Gesetzestafeln, was er durch eine gegenläufige Bewegung zu verhindern suche. Moses ist also sehr dynamisch, gleichzeitig in körperlicher wie geistiger Bewegung begriffen dargestellt.

Die Ketten des Heiligen Petrus

Wenn man in die kleiner halbrunde Vertiefung unter dem Altar tritt, kann man das religiös bedeutsamste Ausstellungsstück der Kirche in einem verglasten Kasten sehen, das der Kirche auch ihren Namen gab: die Ketten des Heiligen Sankt Petrus. Der Legende nach sind es sowohl die Ketten, aus denen er in Jerusalem durch ein Wunder befreit wurde, als auch diejenigen, die er im Mamertinischen Kerker in Rom trug. Ebenfalls interessant: Das kleine Grab des Philosophen und Kardinals Nikolaus von Kues im rechten Seitenschiff - eine Wandtafel markiert die Stelle.


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Bildnachweis: Rabanus Flavus – Lizenz: CC BY 3.0

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