Schiefer Turm von Pisa
Pisa, Toskana

Schiefer Turm von Pisa

Kaum ein Bauwerk Italiens ist so bekannt und wird so oft fotografiert wie der Schiefe Turm von Pisa. Der freistehende Glockenturm gehört zum Dom und steht…

Direkt buchbar

Tickets und Touren im Überblick

Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

Kaum ein Bauwerk Italiens ist so bekannt und wird so oft fotografiert wie der Schiefe Turm von Pisa. Der freistehende Glockenturm gehört zum Dom und steht mit ihm zusammen auf der Piazza dei Miracoli, dem „Platz der Wunder", der seit 1987 zum UNESCO-Welterbe zählt. Wer die weite Rasenfläche betritt, sieht das Ensemble aus Dom, Baptisterium und Campanile in strahlendem Marmor vor sich liegen, und mitten darin lehnt sich der Turm auf eine Weise zur Seite, die bis heute Besucher aus aller Welt anzieht.

Anders als oft vermutet ist die Schieflage kein Kunstgriff der Baumeister, sondern ein Baufehler, der sich nie mehr korrigieren ließ. Diese Seite führt durch die Geschichte des Turms, erklärt die Ursache der berühmten Neigung und gibt praktische Hinweise für den Aufstieg und den Besuch der gesamten Piazza in Pisa.

AnzeigeUnterkünfte in Pisa vergleichen

Hotels, B&Bs und Resorts mit Live-Preisen und Gästebewertungen auf Booking.com.

Unterkünfte in Pisa ansehen →

Vermittelt über Booking.com. Bei einer Buchung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.

Ein Turm, der schon beim Bau ins Wanken geriet

Die Grundsteinlegung ist neben dem Eingang in Stein gemeißelt und führt in den August 1173 zurück. Als freistehender Campanile sollte der Turm die Glocken des benachbarten Doms tragen. Doch bereits nach wenigen Stockwerken, um 1178, begann sich das Bauwerk zu neigen. Der Grund liegt tief im Boden: Das Fundament reicht nur wenige Meter in einen weichen Untergrund aus Lehm, Sand und Wasser, der das Gewicht ungleichmäßig nachgeben ließ.

Dass der Turm überhaupt bis heute steht, verdankt er paradoxerweise mehreren langen Baustopps. Kriege und Geldmangel unterbrachen die Arbeiten immer wieder über Jahrzehnte, und in diesen Pausen konnte sich der Untergrund jeweils etwas setzen und festigen. Die Baumeister der späteren Stockwerke versuchten die Schräglage auszugleichen, indem sie die oberen Geschosse leicht gegen die Neigung bauten. Dadurch ist der Turm nicht nur schief, sondern zugleich sanft gekrümmt wie eine Banane. Erst im 14. Jahrhundert wurde er mit der Glockenstube vollendet, also gut zweihundert Jahre nach dem Baubeginn.

Warum der Turm sich neigt und wie er gerettet wurde

Über die Jahrhunderte nahm die Neigung stetig zu, und im 20. Jahrhundert wurde die Lage bedrohlich. 1990 sperrten die Behörden den Turm für Besucher, denn Fachleute hielten einen Einsturz für möglich. Ein internationales Expertenteam suchte jahrelang nach einer Lösung. Am Ende setzte sich die sogenannte Bodenextraktion durch: Unter der höher stehenden Nordseite wurde in kleinen Mengen Erdreich entnommen, sodass der Turm sich behutsam ein Stück zurückneigte.

Die Sanierung von 1990 bis 2001 verringerte die Neigung von rund 5,5 auf knapp 4 Grad. Damit ragt die Spitze heute etwa vier Meter aus dem Lot, und der Turm gilt für die nächsten Jahrhunderte als stabilisiert. Seither ist er wieder in kleinen Gruppen zu besteigen. Mit einer Höhe von rund 56 Metern und knapp 300 Stufen bleibt er das kleinste, aber weltweit bekannteste Bauwerk des Ensembles.

Eine hartnäckige Legende gehört allerdings ins Reich der Geschichten: Dass Galileo Galilei vom Turm Kugeln fallen ließ, um seine Fallgesetze zu beweisen, ist nicht belegt und gilt als später erfundene Anekdote. Der aus Pisa stammende Gelehrte führte seine Versuche wohl mit schiefen Ebenen durch, nicht mit einem Sprung vom Campanile.

Den Turm besteigen: Tickets, Zeitfenster und Aufstieg

Der Aufstieg ist ein Erlebnis, verlangt aber etwas Planung. Weil immer nur eine begrenzte Zahl von Menschen gleichzeitig im Turm sein darf, ist der Zutritt an feste Zeitfenster gebunden. Das Ticket ist kostenpflichtig und sollte vorab online reserviert werden, in der Hauptsaison am besten einige Tage im Voraus, da beliebte Uhrzeiten schnell ausgebucht sind. Wer ohne Reservierung anreist, riskiert lange Wartezeiten oder einen ausverkauften Tag.

Die rund 294 Wendelstufen führen über eine enge Marmortreppe nach oben, und der schiefe Boden sorgt beim Steigen für ein ungewohntes Gefühl. Aus Sicherheitsgründen ist Kindern unter acht Jahren der Aufstieg nicht gestattet, ältere Kinder müssen von einem Erwachsenen begleitet werden. Rucksäcke und größere Taschen sind oben nicht erlaubt und werden gegen eine Marke verwahrt. Oben angekommen belohnt der Blick über die Dächer von Pisa und die weite Piazza die Mühe.

Piazza dei Miracoli: Dom, Baptisterium und Kombitickets

Der Turm ist nur ein Teil eines der schönsten Kirchenensembles Italiens. Direkt daneben erhebt sich der Dom Santa Maria Assunta, dessen Eintritt in aller Regel bereits im Turmticket enthalten ist. Gegenüber steht das runde Baptisterium mit seiner bemerkenswerten Akustik, dahinter erstrecken sich der Camposanto, der monumentale Friedhof, sowie zwei Museen. Für diese Bauten gibt es gestaffelte Kombitickets, mit denen sich der Besuch der ganzen Piazza günstiger gestalten lässt als jede Sehenswürdigkeit einzeln.

Wer den Turm besteigen und anschließend das Baptisterium und den Camposanto sehen möchte, plant für die Piazza gut einen halben Tag ein. Ein früher Vormittag oder der späte Nachmittag sind angenehmer als die Mittagsstunden, wenn Reisegruppen und Sonne den Platz beherrschen. Für das beliebte Foto, auf dem man den Turm scheinbar stützt, ist außerdem morgens mehr Platz.

Anreise und Ausflüge rund um Pisa

Pisa liegt im Westen der Toskana und ist gut erreichbar. Der internationale Flughafen Galileo Galilei liegt nur wenige Kilometer südlich der Altstadt und ist per Zug und Bus mit dem Zentrum verbunden. Vom Hauptbahnhof Pisa Centrale sind es rund zwanzig Gehminuten bis zur Piazza dei Miracoli, alternativ fahren Busse in die Nähe des Doms. Wer mit dem Auto kommt, stellt es am besten auf einem der Parkplätze außerhalb der Altstadt ab, denn der Bereich um die Piazza ist für den Verkehr weitgehend gesperrt.

Der Turm lässt sich hervorragend mit weiteren Zielen der Region verbinden. Das nahe Lucca mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer liegt nur eine kurze Zugfahrt entfernt, und auch die Kunststadt Florenz ist in rund einer Stunde erreicht. So lässt sich der Besuch des Schiefen Turms gut in eine Rundreise durch die Toskana einbetten. Wer seinen Aufenthalt um einen Feiertag herum plant, findet in der Übersicht zu den italienischen Feiertagen Hinweise auf mögliche Schließzeiten und besonders volle Tage.

Häufige Fragen

Warum ist der Turm von Pisa schief?

Der Turm steht auf einem zu flachen Fundament in weichem Untergrund aus Lehm, Sand und Wasser. Schon während des Baus, kurz nach 1173, begann er sich zu neigen. Die Schieflage ist also ein Baufehler und kein geplantes Kunstwerk.

Kann man den Schiefen Turm von Pisa besteigen?

Ja. Seit der Sanierung ist der Turm wieder geöffnet und über rund 294 Stufen zu Fuß zu besteigen. Weil nur eine begrenzte Zahl von Personen gleichzeitig hinauf darf, ist der Aufstieg an feste Zeitfenster gebunden, die vorab reserviert werden sollten.

Dürfen Kinder auf den Turm?

Aus Sicherheitsgründen ist Kindern unter acht Jahren der Aufstieg nicht gestattet. Ältere Kinder dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen hinauf. Die enge Wendeltreppe und der schiefe Boden erfordern etwas Trittsicherheit.

Wie hoch ist der Turm und wie stark neigt er sich?

Der Campanile ist rund 56 Meter hoch. Vor der Sanierung betrug die Neigung etwa 5,5 Grad, seit den Arbeiten zwischen 1990 und 2001 sind es knapp 4 Grad. Die Spitze ragt damit etwa vier Meter aus dem Lot, der Turm gilt heute als stabilisiert.

Was gibt es auf der Piazza dei Miracoli außer dem Turm zu sehen?

Neben dem Turm stehen der Dom Santa Maria Assunta, das Baptisterium, der Friedhof Camposanto und zwei Museen. Für die Bauten gibt es Kombitickets, der Domeintritt ist meist schon im Turmticket enthalten. Für die ganze Piazza sollte man einen halben Tag einplanen.

Über den Autor

Jürgen Lex

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Weingüter

Jürgens Liebe zu Italien begann bereits in der Kindheit mit den alljährlichen Ferien in Lido di Jesolo. Seither hat er das Land von den Dolomiten bis in den tiefen Süden bereist, doch seine Neugier ist bis heute ungebrochen. Abseits der bekannten Routen entdeckt er immer wieder neue Lieblingsorte. Und an einem interessanten Weingut führt für ihn kaum ein Weg vorbei.

Alle Beiträge von Jürgen Lex

Bildnachweis: Jacob Munk-Stander, Lizenz: CC BY 2.0

Erlebnisse

Schiefer Turm von Pisa: Tickets & Touren

Skip-the-Line-Tickets, Führungen und Kombitickets. Buchbar über GetYourGuide.

Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

Orientierung

Lage & Karte

Wetter in Pisa

24°Klarer Himmel · Wind 6 km/h
heute36° 24° 0%
Mi37° 23° 32%
Do35° 22° 0%
Fr35° 25° 2%
Sa33° 24° 0%
So24° 24° 0%

Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.

Reiseplanung

Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis November.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Wo in Italien?

Karte von Italien mit Markierung Schiefer Turm von Pisa
Übernachten

Unterkünfte in der Nähe finden & vergleichen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen von Booking.com, Hotels.com u. a. mit Live-Preisen auf einen Blick.

Anzeige · Preise & Verfügbarkeit von Booking.com, Hotels.com, FeWo u. a. auf einen Blick.

Bereit für deinen Besuch?

Sichere dir Tickets ohne Anstehen und die passende Unterkunft in der Nähe.

Tickets sichern Unterkünfte vergleichen
Tickets Unterkünfte