Mitten in der Altstadt von Aosta, zwischen Wohnhäusern und dem Turm einer mittelalterlichen Familie, steht eine Wand aus römischem Stein, 22 Meter hoch, mit vier Reihen von Bögen und Fenstern, hinter der die Berge aufragen. Es ist die Südfassade des Theaters, das die Römer wenige Jahrzehnte nach der Gründung ihrer Stadt Augusta Praetoria bauten, und sie ist das eindrücklichste Stück Rom nördlich des Po. Aosta wurde 25 vor Christus als Garnison gegen die Salasser angelegt, mit Mauern, Toren, Forum und Theater, und fast alles davon ist noch da.
Das Theater entstand Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus an der Ostseite der Stadt, direkt hinter der Porta Praetoria. Es maß 81 mal 64 Meter und fasste 3.500 bis 4.000 Zuschauer auf halbrunden Sitzreihen, die zur Bühne hin abfielen. Ungewöhnlich ist die hohe Fassade: Sie diente als Stütze für die Ränge und, so eine verbreitete Hypothese, für ein Dach, das das Theater im Alpenklima wetterfest machte. Belegt ist das nicht, aber die 22 Meter erklären sich sonst schwer.
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Der Rundgang führt durch die Ruine: die Fassade mit ihren Bögen im Erdgeschoss und drei Fensterreihen darüber, die Fundamente der Sitzreihen, die Orchestra mit zehn Metern Radius und die Reste der Bühnenwand, die einst mit korinthischen Säulen und Marmor verkleidet war. Ausgegraben wurde das Theater ab 1838, nachdem der Historiker Jean-Antoine Gal 1833 verhindert hatte, dass die Fassade als Steinbruch abgetragen wurde; die große Restaurierung folgte 1933 bis 1941, die letzte Sicherung wurde 2009 abgeschlossen. Im Sommer finden Konzerte im Theater statt, im Winter steht der Weihnachtsmarkt Marché Vert Noël zwischen den Mauern, mit Holzhütten und Glühwein aus dem Aostatal.
Das Theater ist eine Station auf einem Rundgang, der sich in einer Stunde zu Fuß abgehen lässt. Am Ostrand der Stadt steht der Arco di Augusto, ein Triumphbogen von 25 vor Christus, unter dem seit dem 18. Jahrhundert ein Kruzifix hängt. Wenige Schritte weiter die Porta Praetoria, das doppelte Stadttor mit drei Durchfahrten, das noch im Original steht und durch das man wie die Legionäre in die Stadt geht. Unter der Kathedrale liegt die Kryptoportikus des Forums, ein unterirdischer Säulengang um den Tempelbezirk, kühl und still. Die Stadtmauer von 724 Metern Länge und 572 Metern Breite umschließt bis heute die Altstadt, mit Türmen, die im Mittelalter zu Wohntürmen wurden. Aosta ist das Rom der Alpen, und der Beiname ist keine Übertreibung.
Das Theater ist ganzjährig geöffnet, im Sommer länger als im Winter; der Eintritt ist gering, und eine Kombikarte der Region gilt für Theater, Kryptoportikus, das Archäologische Museum und die Ausgrabungen der frühchristlichen Kirche San Lorenzo. Die aktuellen Zeiten stehen auf der Seite der Region Aostatal. Rechne mit einer halben Stunde für das Theater und zwei Stunden für den römischen Rundgang. Von außen ist die Fassade jederzeit und kostenlos zu sehen, am schönsten am Nachmittag, wenn die Sonne auf den Stein fällt und dahinter die Becca di Nona steht.
Neben Rom hat Aosta das Mittelalter: die Kathedrale mit ihren Mosaikböden, die Stiftskirche Sant'Orso mit einem Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert, dessen Kapitelle Geschichten aus der Bibel und dem Alltag erzählen. Die Piazza Chanoux ist der Platz für den Kaffee, die Fußgängerzone Via Sant'Anselmo die Straße für Fontina, Lardo und Génépy. Von Aosta aus liegen die Burgen des Tals und der Mont Blanc in Reichweite, Fénis ist 20 Minuten entfernt, die Skyway Monte Bianco 40, das Forte di Bard ebenfalls 40.
Aosta liegt an der Autobahn A5 von Turin, anderthalb Stunden, von Mailand zweieinhalb. Der Bahnhof am Südrand der Altstadt ist Endpunkt der Linie aus Turin und Ivrea. Das Theater liegt an der Via Porta Praetoria, fünf Minuten vom Bahnhof, Parkhäuser gibt es an der Piazza Plouves und am Bahnhof. Der nächste Flughafen ist Turin, gut eine Stunde entfernt.
Es entstand Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus, wenige Jahrzehnte nach der Stadtgründung 25 vor Christus, und fasste 3.500 bis 4.000 Zuschauer. Die erhaltene Südfassade ist 22 Meter hoch.
Sie stützte die Ränge, und viele Forscher vermuten, dass das Theater wegen des Alpenklimas ein Dach hatte. Belegt ist das nicht.
Wenig, und eine Kombikarte der Region schließt Kryptoportikus, Archäologisches Museum und die Kirche San Lorenzo ein. Von außen ist die Fassade jederzeit frei zu sehen.
Der Arco di Augusto, die Porta Praetoria, die Kryptoportikus unter der Kathedrale und die fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Der Rundgang dauert rund zwei Stunden.
Ja, im Sommer für Konzerte, im Winter steht der Weihnachtsmarkt Marché Vert Noël zwischen den Mauern.
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