Villa Barbaro, Maser bei Asolo | italien.de

Villa Barbaro

Ganz in der Nähe von Asolo befindet sich ein kleines Städtchen namens Maser. Der Ort an sich ist nicht gerade spektakulär, doch Reisende, die sich für Architektur interessieren, sollten ihm unbedingt einen Besuch abstatten. Der Architekt Andrea Palladio war einer der wichtigsten Vertreter der Renaissance in Italien. Er orientierte sich bei seinen Bauvorhaben unter anderem am berühmten Michelangelo, jedoch ohne ihn zu kopieren. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war Palladio unter anderem in Venedig tätig, wo er einige Sakralbauten und pompöse Villen für reiche Patrizierfamilien errichtete. Die Villa Barbaro, die zwischen 1549 und 1558 geplant und gebaut wurde, gehört mit Sicherheit zu seinen Meisterwerken. Wenn man sich nach Maser begibt, sieht man mit der Kirche Tempietto ein weiteres Bauwerk von ihm.

Architektonische Schmuckstück mit wechselnden Besitzern

Den Auftrag für den Bau der Villa erhielt Palladio von den Brüdern Marcantonio und Daniele Barbaro, die seinerzeit in Venedig als Politiker tätig waren. Zusammen mit dem befreundeten Architekten entwarfen sie ein Konzept für die Umsetzung eines einzigartigen Gebäudes. Die Gebrüder Barbaro wollten nicht nur in der Villa wohnen, sondern sie auch als Gutshof nutzen.

 

Als die Ära der Republik Venedig beendet war, gelangte die Villa in den Besitz verschiedener italienischer Familien. Im Lauf der Zeit verfiel sie zusehends, so dass irgendwann kaum mehr etwas von der ursprünglichen Pracht übrig war. Erst Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich der damalige Eigentümer mit der umfassenden Restaurierung, die dann später von dessen Erben fortgeführt wurde.

Besichtigung der Villa Barbaro

Schon von außen ist die Villa Barbaro äußerst beeindruckend, man würde aber nicht vermuten, dass sie aus zwei Etagen besteht. Das Haupthaus ähnelt aufgrund der ionischen Säulen einem griechischen Tempel. In den Seitenflügeln mit den langen Arkadengängen waren in der oberen Etage die Bediensteten untergebracht, während die Räumlichkeiten unten landwirtschaftlich genutzt wurden. Besonders attraktiv ist auch die Gartenanlage mit dem prächtigen Nymphäum, in dessen Nischen sich Statuen diverser olympischer Götter befinden.

 

Nachdem man sich ein paar Filzpantoffeln übergezogen hat, kann man auch die Innenräume bewundern, von denen insgesamt sechs Stück für Besucher zugänglich sind. Highlight sind zweifelsohne die Fresken des Künstlers Paolo Veronese an den Seitenwänden und den Decken der Räume. Die Villa Barbaro befindet sich heute in Privatbesitz und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Bildnachweis: Marcok /it.wikipedia.org – Lizenz: CC BY-SA 3.0

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