Villa Farnese, Caprarola | italien.de

Villa Farnese

Dem Besucher, der sich von der Piazza Caprarolas aus der Villa Farnese (auch Palazzo Farnese genannt) nähert, muss sie wie eine Trutzburg erscheinen: An einem Abhang der vulkanischen Monti Cimini errichtet, erhebt sich das Bauwerk hoch über dem Ort.

Bastion und Palazzo zugleich

Kardinal Alessandro Farnese, ein Enkel Papst Pauls III, war es, der den Bau 1550 in Auftrag gab. Kein geringerer als Giacomo Barozzi da Vignola wurde mit dem anspruchsvollen Projekt betraut. Der Architekt zeichnet auch für den Bau der Villa Lante in Bagnaia/ Viterbo, mit ihren berühmten Gartenanlagen, verantwortlich. Vignola entwarf das gewaltige Bauwerk, das sowohl Züge einer Befestigungsanlage als auch eines Renaissance-Palastes trägt, in Form eines auf einem Tuffsteinsockel thronenden Pentagons. Das Zentrum bildet dabei ein von Kolonaden gesäumter Innenhof. Ganze fünf Treppenhäuser erschließen alle fünf Etagen der Villa. Besonders eindrucksvoll ist die spiralförmige Scala Regia, über welche die Haupträume zu erreichen sind.

Prunkvolle, repräsentative Säle

Die Innenräume nehmen dem Besucher dann schier den Atem: Hohe dorische Säulen im Treppenhaus, ganze zwölf Repräsentationsräume auf dem Piano Nobile, üppig mit kunstvollen Deckengemälden und Fresken der Zuccari-Brüder geschmückt, erinnern an die Räumlichkeiten des Vatikans. Und in der Tat wurde der Baumeister Vignola deutlich durch Michelangelo, der unter anderem die Sixtinische Kapelle gestaltete, beeinflusst. Besonders sehenswert sind der Kartensaal, der allseitig mit Darstellungen von Weltkarten geschmückt ist, und der mit Grotten verzierte Sommerspeisesaal.

Außergewöhnliche Gartenanlagen

Doch auch der Park der Villa wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ein Graben mit Zugbrücken verleiht den Anwesen Burg-Charakter. Es gibt einen geometrisch angelegten Irrgarten; andere Teile der Gärten liegen dagegen versteckt: Die verborgenen Gärten entdeckt der Besucher erst beim Spaziergang durch einen Kastanienwald. Die Parkanlagen sind durch Brunnen, Kaskaden und Grotten geprägt. Unbedingt sehenswert sind der Delfinbrunnen mit Wassertreppe und die Satyr-Grotte. Es gibt außerdem ein kleines Sommerhaus, das so genannte Casino.

Bildnachweis: Livioandronico2013 – Lizenz: CC-BY-SA 4.0

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