
In Villa San Giovanni endet die Autobahn an der Mautsäule der Fähre, du zahlst durchs Fenster, rollst aufs Schiff, und zwanzig Minuten später stehst du in Messina, den Ätna schon im Blick. Das ist die kurze Fähre nach Sizilien: rund um die Uhr, alle vierzig Minuten, ohne Reservierung. Die lange Fähre fährt nachts, ab Genua, Livorno, Civitavecchia, Neapel oder Salerno nach Palermo, mit Kabine, Restaurant und einem Sonnenaufgang über dem Tyrrhenischen Meer, und spart dir bis zu 1.200 Kilometer auf der Autobahn. Hier steht, welche Route zu deinem Startpunkt passt, was die Überfahrten kosten, wie du Auto, Wohnmobil und Hund an Bord bekommst und wie es von Sizilien weiter auf die kleinen Inseln geht. Stand: September 2026.
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Sizilien liegt dem Festland an einer Stelle so nah, dass du hinüberschauen kannst: Die Straße von Messina ist an ihrer engsten Stelle gut drei Kilometer breit. Wer aus Deutschland mit dem Auto kommt, hat deshalb zwei grundverschiedene Möglichkeiten. Die erste ist die ganze Strecke auf der Straße: von München rund 1.500 Kilometer bis Reggio Calabria und Villa San Giovanni, mindestens zwei Fahrtage, dafür ab Salerno auf der mautfreien A2 durch Kalabrien, und am Ende die 20-Minuten-Fähre nach Messina. Die zweite ist die Nachtfähre: Du fährst bis Genua (700 Kilometer ab München) oder Livorno, stellst das Auto abends aufs Schiff und wachst am nächsten Vormittag vor Palermo auf. Die Überfahrt dauert zwanzig Stunden, ersetzt aber 1.200 Kilometer Autobahn, zwei Tankfüllungen, eine Hotelnacht und rund 60 Euro Maut.
Eine Faustregel: Für Ostsizilien, den Ätna, Taormina, Syrakus und das Val di Noto fährst du über Messina, egal ob durchgehend auf der Straße oder mit der Nachtfähre ab Salerno nach Messina. Für Palermo, Cefalù, Trapani und den Westen nimmst du die Nachtfähre nach Palermo oder Termini Imerese. Wer ohne Auto kommt, fliegt nach Catania oder Palermo; die Fähre lohnt sich fast nur mit Fahrzeug, mit Wohnmobil oder mit Hund.
Die Fähre von Villa San Giovanni nach Messina ist die meistbefahrene Autofähre Italiens und funktioniert wie eine schwimmende Autobahnbrücke. Caronte & Tourist fährt Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, mit garantierten Abfahrten alle 40 Minuten, in der Saison dichter. Du brauchst keine Reservierung: An der Zufahrt zahlst du an einer Mautsäule oder am Schalter, ohne auszusteigen, dann reihst du dich in die Spur für deinen Fahrzeugtyp ein und fährst aufs Schiff. Die Überfahrt dauert 20 Minuten, gerade genug für einen Kaffee an der Bar und den Blick auf die Stadtfront von Messina.
Die Tarife gelten bis Ende September 2026: Ein Pkw mit bis zu fünf Personen kostet 43,20 Euro je Richtung, dazu kommen 2,30 Euro Treibstoffzuschlag und 0,60 Euro Emissionsabgabe je Fahrt, in Summe also rund 46 Euro. Deutlich günstiger sind die Kombitickets: Hin- und Rückfahrt am selben Tag 47,20 Euro, Rückfahrt innerhalb von drei Tagen 53,40 Euro, innerhalb von 90 Tagen 85,50 Euro. Wer zwischen 22 und 4 Uhr fährt, zahlt außerhalb des Hochsommers den Nachttarif von 37,90 Euro. Ein Anhänger ab sechs Metern Länge zählt wie ein zweites Auto, Fußgänger zahlen 2,50 Euro, Hunde fahren kostenlos mit, an der Leine und mit Maulkorb. Autogas-Fahrzeuge müssen vor dem Einfahren auf Benzin umschalten.
Neben Caronte & Tourist setzt Bluferries, eine Tochter der Staatsbahn, zwischen Villa San Giovanni und Messina Tremestieri über; der Anleger liegt südlich der Stadt und spart dir bei der Weiterfahrt nach Catania den Weg durch Messina. Ohne Auto nimmst du das Schnellboot von Reggio Calabria nach Messina, das in gut einer halben Stunde übersetzt und den Bahnhof von Reggio mit dem von Messina verbindet. Und dann ist da noch die Zugfähre: Die Intercitys und Nachtzüge aus Rom und Mailand werden in Villa San Giovanni in Teile zerlegt, auf die Eisenbahnfähre geschoben und in Messina wieder zusammengesetzt, du bleibst im Abteil sitzen. Wie du mit dem Zug bis nach Sizilien kommst, steht auf unserer Seite Mit dem Zug nach Italien.

Alle langen Linien fahren abends ab und kommen am Vormittag an, die meisten ganzjährig. Die Preise je Person sind die „ab"-Tarife der Reedereien für die Nebensaison ohne Fahrzeug und Kabine, Stand September 2026; die Frequenzen gelten für den Winterfahrplan, im Sommer fahren Genua und Neapel täglich.
| Strecke | Reederei | Takt | Fahrzeit | ab Person | Buchen |
| Villa San Giovanni nach Messina | Caronte & Tourist, Bluferries | rund um die Uhr, alle 40 Min. | 20 Min. | 2,50 €, Pkw ab 43,20 € | Preise |
| Genua nach Palermo | GNV | 6 Abfahrten pro Woche, Sommer täglich | rund 20,5 Std. | 58 € | Preise |
| Livorno nach Palermo | Grimaldi Lines | 3 Abfahrten pro Woche, Sommer mehr | rund 19,5 Std. | je nach Datum | Preise |
| Civitavecchia nach Palermo | GNV | wöchentlich | rund 13,5 Std. | 52 € | Preise |
| Civitavecchia nach Termini Imerese | GNV | 5 pro Woche | 12 bis 14 Std. | 48 € | Preise |
| Neapel nach Palermo | GNV, Grimaldi Lines | täglich (GNV), 4 bis 7 pro Woche (Grimaldi) | 8,5 bis 11 Std. | 43 € | Preise |
| Neapel nach Termini Imerese | GNV | wöchentlich | rund 9 Std. | 32 € | Preise |
| Salerno nach Palermo | Grimaldi Lines | 2 pro Woche | rund 10 Std. | je nach Datum | Preise |
| Salerno nach Messina | Cartour (Caronte & Tourist) | täglich | rund 9 Std. | 29 € | Preise |
| Cagliari nach Palermo | Grimaldi Lines | 1 pro Woche, samstags | rund 12 Std. | je nach Datum | Preise |
| Neapel nach Milazzo (über die Liparischen Inseln) | Siremar | 2 pro Woche | rund 16,5 Std. | je nach Datum | Preise |
| Valletta (Malta) nach Pozzallo | Virtu Ferries | bis zu 3 täglich | 1 Std. 45 Min. | je nach Datum | Preise |
Nach Catania fährt vom italienischen Festland derzeit keine Autofähre, nur der Katamaran aus Malta. Wer nach Ostsizilien will, nimmt Messina, entweder über die Meerenge oder mit der Nachtfähre ab Salerno. Und die Reederei Siremar fährt zweimal pro Woche von Neapel über Stromboli, Panarea, Salina, Lipari und Vulcano nach Milazzo, langsam, aber die schönste Anfahrt, die es gibt.
Palermo ist der Hafen mitten in der Stadt: Vom Fährterminal bist du in zehn Minuten in der Altstadt, und wer die erste Nacht dort verbringt, hat den Anreisetag nicht verschenkt. Von Palermo aus liegen Cefalù, Monreale, Trapani, San Vito Lo Capo und die Ägadischen Inseln in ein bis zwei Stunden. Termini Imerese, 40 Kilometer östlich, ist der ruhigere Ableger mit direktem Autobahnanschluss, ideal, wenn du gleich Richtung Cefalù, Ätna oder in die Madonie weiterfahren willst, ohne Palermos Verkehr. Messina ist das Tor zum Osten: Taormina in einer Stunde, der Ätna in anderthalb, Catania in anderthalb, Syrakus in zwei. Palermo bis Catania sind auf der A19 rund zweieinhalb Stunden, die Insel ist also in einer Fahrt zu durchqueren, du musst dich beim Hafen nicht auf eine Hälfte festlegen.
Ab München sind es rund 700 Kilometer und sieben Stunden nach Genua, 850 nach Livorno, 1.100 nach Civitavecchia, 1.300 nach Neapel, 1.350 nach Salerno und 1.500 nach Villa San Giovanni. Die Nachtfähre ab Genua ist damit die Variante mit dem wenigsten Fahren: morgens in Bayern los, abends an Bord, am nächsten Vormittag in Palermo. Wer die Strecke lieber teilt, fährt am ersten Tag bis Rom oder Neapel, übernachtet, und nimmt am zweiten Abend die kürzere Nachtfähre ab Neapel, mit acht bis elf Stunden gerade lang genug zum Schlafen. Die Landroute über die Meerenge ist die günstigste, wenn ihr zu viert im Auto sitzt und Zeit habt: rund 100 Euro Maut und Vignette ab München, denn die A2 durch Kalabrien ist mautfrei, dazu die 46 Euro für die Fähre. Was Maut, Vignetten und Sprit auf dem Weg kosten, steht auf unserer Seite Maut in Italien und Vignetten.
Genua und Livorno erreichst du auch bequem mit der Bahn, beide Fährterminals liegen nah am Bahnhof; in Neapel fahren die Fähren vom Molo Beverello und dem benachbarten Terminal Calata Porta di Massa mitten in der Stadt ab, in Civitavecchia pendelt ein Bus vom Bahnhof zum Terminal. Für Genua gilt: Das Terminal Traghetti liegt im Westen des Hafens, bei Anreise über die A7 oder A10 ist es ausgeschildert, plane in der Ferienzeit eine Stunde für die Zufahrt und den Check-in ein.
Auf der Meerenge ist alles einfach: Du fährst hin, zahlst, fährst drauf, mit Anhänger, Wohnmobil oder Motorrad genauso wie mit dem Pkw, ohne Reservierung. Auf den Nachtfähren buchst du das Fahrzeug mit Länge und Höhe, Wohnmobile und Gespanne zahlen nach Metern, und in der Hochsaison sind die Stellplätze für hohe Fahrzeuge schneller weg als die Kabinen. Grimaldi verlangt mit Fahrzeug spätestens zwei Stunden vor Abfahrt am Check-in zu sein, in den Sommerferien kommen Warteschlangen dazu; wer online eingecheckt hat, fährt über die Fast-Check-in-Spur. Gasflaschen im Wohnmobil müssen geschlossen sein, Autogasfahrzeuge werden beim Check-in angemeldet.
Hunde fahren auf allen Linien mit. Auf der Meerenge kostenlos an der Leine, auf den Nachtfähren als angemeldetes Tier, entweder im Zwinger an Deck oder, deutlich angenehmer, in einer Hundekabine: GNV bietet auf den Linien von Genua und Neapel nach Palermo eigene Kabinen für Vierbeiner mit abwaschbarem Boden und täglicher Desinfektion, Grimaldi verkauft den Service „Pet in cabin" zur normalen Kabine dazu. Impfpass und EU-Heimtierausweis gehören ins Handschuhfach, kontrolliert wird selten, aber verlangt werden darf beides.
Die Nachtfähre kommt am Vormittag an. Ein Hotel in der Altstadt zwischen Kalsa und Vucciria liegt zehn Minuten vom Terminal, das Auto bleibt in der Garage und der erste Abend gehört dem Markt.
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Die Meerenge hat einen festen Tarif und kein Kontingent, da kannst du nichts falsch machen. Die Nachtfähren dagegen funktionieren wie Flüge: Der Preis setzt sich aus Personen, Fahrzeug und Unterkunft an Bord zusammen und steigt, je näher der Sommer rückt. Die Einstiegspreise je Person liegen laut GNV bei 58 Euro ab Genua, 52 Euro ab Civitavecchia und 43 Euro ab Neapel, Cartour nennt 29 Euro für die Nacht von Salerno nach Messina, jeweils Deckspassage oder Sessel ohne Fahrzeug. Für zwei Personen mit Auto und Innenkabine solltest du ab Genua in der Nebensaison grob mit 250 bis 350 Euro je Richtung rechnen, im August mit dem Doppelten; ab Neapel bleibt es spürbar darunter. Kinder fahren ermäßigt, Motorräder kosten einen Bruchteil des Autos.
Gebucht wird früh: Die Reedereien öffnen den Sommerfahrplan im Winter, die günstigsten Kontingente und die Hundekabinen sind für Juli und August oft bis Ostern weg. Die Nebensaison ist die beste Zeit für Sizilien ohnehin, im Mai und Oktober ist das Meer warm, die Fähren sind halb leer und die Preise liegen bei der Hälfte. Wer flexibel ist, achtet auf die Aktionen der Reedereien, GNV und Grimaldi geben außerhalb der Ferien regelmäßig Rabatte auf das Fahrzeug, im September 2026 bis zu 25 beziehungsweise 50 Prozent.
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Sizilien ist selbst der Hafen für ein halbes Dutzend Inselwelten. Zu den Liparischen Inseln fährst du ab Milazzo: Tragflügelboote von Liberty Lines brauchen nach Lipari gut eine Stunde, nach Vulcano 50 Minuten, nach Stromboli zweieinhalb, bis zu 14-mal am Tag; die Autofähren von Siremar sind doppelt so langsam und die einzige Möglichkeit, ein Fahrzeug mitzunehmen, was auf den Inseln ohnehin kaum jemand braucht. Zu den Ägadischen Inseln setzt du ab Trapani über, nach Favignana in 30 Minuten mit dem Tragflügelboot oder in einer Stunde mit der Fähre, ab Marsala ebenfalls. Ustica liegt anderthalb Schnellbootstunden vor Palermo, Pantelleria erreichst du ab Trapani, Lampedusa ab Porto Empedocle bei Agrigent in gut vier Stunden mit dem Schnellboot oder in knapp neun mit der Nachtfähre.
Und über Sizilien hinaus: Nach Malta fährt der Katamaran von Virtu Ferries ab Pozzallo im Südosten in einer Stunde und 45 Minuten, bis zu dreimal am Tag, auch mit Auto; ab Catania dauert es gut vier Stunden. Nach Tunis setzen GNV und Grimaldi ab Palermo über Nacht in zehn bis elf Stunden über, für alle, die die Reise nach Afrika verlängern wollen.
Über die Straße von Messina 20 Minuten, ab Villa San Giovanni nach Messina, rund um die Uhr alle 40 Minuten. Die Nachtfähren brauchen ab Neapel 8,5 bis 11 Stunden, ab Salerno 9 bis 10, ab Civitavecchia 13 bis 14 und ab Genua oder Livorno rund 20 Stunden.
Ein Pkw mit bis zu fünf Personen kostet bei Caronte & Tourist 43,20 Euro je Richtung plus 2,90 Euro Zuschläge, Hin- und Rückfahrt innerhalb von drei Tagen 53,40 Euro, innerhalb von 90 Tagen 85,50 Euro, nachts günstiger. Fußgänger zahlen 2,50 Euro. Tarife bis Ende September 2026, eine Reservierung ist nicht nötig.
Mit dem Auto ab Süddeutschland die Nachtfähre von Genua nach Palermo: 700 Kilometer Anfahrt, 20 Stunden Schiff, keine Hotelnacht. Wer die Fahrt teilen will, fährt bis Neapel und nimmt dort die kürzere Nachtfähre. Für Ostsizilien lohnt die Fahrt bis Villa San Giovanni und die 20-Minuten-Fähre nach Messina.
Vom italienischen Festland derzeit keine Autofähre, nur den Katamaran aus Malta. Für Ostsizilien fährst du über Messina, entweder über die Meerenge oder mit der Nachtfähre von Salerno nach Messina, von dort sind es anderthalb Stunden nach Catania.
Ja. Die Intercitys und Nachtzüge aus Rom und Mailand werden in Villa San Giovanni auf die Eisenbahnfähre geschoben und fahren in Messina weiter nach Palermo oder Syrakus, du bleibst im Zug sitzen. Ohne Auto ist das die entspannteste Anreise.
Ja, auf der Meerenge kostenlos an Leine und Maulkorb, auf den Nachtfähren als angemeldetes Tier. GNV hat auf den Linien nach Palermo eigene Hundekabinen, bei Grimaldi buchst du den Service „Pet in cabin" zur Kabine dazu. EU-Heimtierausweis mitnehmen.
Auf der Meerenge gar nicht, du fährst einfach zur nächsten Abfahrt. Auf den Nachtfähren mit Fahrzeug mindestens zwei Stunden vor Abfahrt, in den Sommerferien früher; mit Online-Check-in geht es über die Fast-Check-in-Spur schneller.
Ja, die Meerenge rund um die Uhr, Genua, Neapel, Civitavecchia und Salerno ganzjährig, im Winter mit weniger Abfahrten pro Woche. Bei Sturm kann die Hafenbehörde die Meerenge stundenweise sperren, im Winter lohnt ein Blick auf die Reederei-App vor der Abfahrt.