Basilika San Francesco
Die Basilika San Francesco in Assisi: Grabkirche des heiligen Franziskus mit Giotto-Fresken, UNESCO-Welterbe. Geschichte und…
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Umbrien ist die einzige Region Italiens, die weder ans Meer noch an ein Nachbarland grenzt. Sie liegt zwischen Toskana, Marken und Latium und besteht im Kern aus Hügeln, Flusstälern und Bergketten. Statt Strand bekommst du Olivenhaine, mittelalterliche Städte auf Felsrücken, Klöster und den größten See Mittelitaliens. Für Badeurlaub ist das der falsche Ort. Für Kunst, Essen und Wandern nicht: Von Perugia aus erreichst du fast jeden nennenswerten Ort in unter zwei Stunden.
Der Vergleich mit der Toskana ist nur halb richtig. Umbrien ist kleiner, bergiger und weniger auf internationale Gäste eingestellt, aber nicht automatisch billiger: In Assisi und Orvieto zahlst du in der Hochsaison toskanische Preise. Der Unterschied liegt in geschlossenen Ortskernen ohne Souvenirmeile und einer Küche aus den Bergen. Geheimtipp trifft es nicht, die Region ist längst bekannt. Sie verteilt ihre Gäste nur besser.
Cuore verde d'Italia, grünes Herz Italiens, ist ein alter Werbebegriff, der erstaunlich gut hält. Rund ein Drittel der Fläche ist bewaldet, dazwischen liegen Olivenhaine, Getreidefelder und Weinberge. Im Nordwesten liegt der Lago Trasimeno, mit 128 Quadratkilometern der viertgrößte See Italiens und mit vier bis fünf Metern Durchschnittstiefe einer der flachsten. Er wird im Sommer warm genug zum Schwimmen, hat drei Inseln und ist der Ort, an dem Hannibal 217 v. Chr. ein römisches Heer schlug.
Im Süden, bei Terni, stürzt die Cascata delle Marmore 165 Meter über drei Stufen ab. Sie sieht aus wie ein Naturwunder, ist aber römisch: 271 v. Chr. ließ Konsul Manius Curius Dentatus einen Kanal graben, um das sumpfige Tal des Velino in die Nera zu entwässern. Heute treibt dasselbe Wasser ein Kraftwerk an und wird nur zu festen Zeiten über die Kante gelassen. Prüfe vorher den Öffnungsplan, sonst stehst du vor einer trockenen Felswand.
Der Osten gehört den Monti Sibillini, wo Umbrien auf über 2.400 Meter steigt. Auf 1.452 Metern liegt die Hochebene Piano Grande mit dem Weiler Castelluccio. Zwischen Ende Mai und Anfang Juli färben Mohn, Senf und die Blüten der Linsenfelder die Ebene streifenweise ein, die Fioritura. Der Zeitpunkt hängt vom Winter ab und schwankt um Wochen. Wochenenden sind dann voll, unter der Woche hast du mehr davon.
Umbrien ist nach den Umbrern benannt, einem italischen Volk östlich des Tiber. Westlich davon saßen die Etrusker, und in Perugia siehst du das bis heute: Der Arco Etrusco stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die Römer haben ihn nur überbaut. Rom band die Region über die Via Flaminia an, die durch Narni, Spoleto und Foligno führte und die Verkehrsachsen bis heute prägt.
Nach dem Ende Westroms wurde Spoleto Hauptstadt eines langobardischen Herzogtums, das Jahrhunderte Bestand hatte. Zwei Bauten aus dieser Zeit gehören zur 2011 eingeschriebenen UNESCO-Welterbestätte „Langobarden in Italien, Orte der Macht (568 bis 774 n. Chr.)“: die Basilica di San Salvatore in Spoleto und der Tempietto sul Clitunno bei Campello sul Clitunno. Von außen unspektakulär, für die Baugeschichte des Frühmittelalters erstklassig.
Im Mittelalter wurde Perugia eine der mächtigsten Kommunen Mittelitaliens. Papst Clemens V. erhob die dortige Schule 1308 per Bulle zum Studium generale, 1355 kam der Rang einer kaiserlichen Universität hinzu. Sie gehört damit zu den ältesten Hochschulen Europas, auch wenn Bologna, Padua und Neapel älter sind. Universität und Università per Stranieri prägen die Altstadt bis heute.
Der Kaufmannssohn Francesco, geboren um 1181 in Assisi, brach mit dem Besitz seiner Familie und gründete einen Orden, der die Kirche seiner Zeit veränderte. Zwei Jahre nach seinem Tod 1226 begann der Bau der Basilica di San Francesco über seinem Grab. Ober- und Unterkirche sind mit Fresken von Cimabue, Simone Martini, Pietro Lorenzetti und der Giotto zugeschriebenen Franziskuslegende ausgemalt. Seit 2000 steht die Stätte als „Assisi, die Basilika San Francesco und andere franziskanische Stätten“ auf der UNESCO-Welterbeliste.
Assisi ist bis heute Wallfahrtsort: Reisegruppen kommen vormittags, am späten Nachmittag wird die Stadt ruhig. Wer ausweichen will, geht zum Eremo delle Carceri am Monte Subasio.
Die umbrische Küche kommt aus den Bergen und dem Wald, nicht vom Meer. Ihr bekanntestes Erzeugnis ist der schwarze Trüffel aus dem Gebiet um Norcia, der von Winter bis Frühjahr Saison hat und im Februar eine eigene Messe bekommt. Aus dem Ort stammt auch der Begriff Norcineria: Die Schweinemetzger von Norcia waren so gefragt, dass norcino in Rom zum Berufsnamen wurde. Bis heute heißen Läden für Schinken und Salami so.
Dazu kommen die Linsen aus Castelluccio, seit 1997 als IGP geschützt, sehr klein und ohne Einweichen zu kochen. Umbrien war 1998 die erste italienische Region mit flächendeckender DOP für ihr Olivenöl, „Umbria DOP“ mit fünf Untergebieten wie Colli Assisi Spoleto und Colli Martani. Der Pasta-Klassiker heißt Strangozzi, dicke Nudeln aus Wasser und Mehl, oft mit Trüffel.
Beim Wein stehen zwei Namen für die Bandbreite. Der Sagrantino di Montefalco ist ein tanninstarker Rotwein, seit 1992 DOCG, mindestens 37 Monate gereift, davon zwölf im Holz, daneben als süßer Passito aus angetrockneten Trauben. Das Gegenstück ist der Orvieto, ein Weißwein aus Grechetto und Procanico, DOC seit 1971, im Kerngebiet als Orvieto Classico. In Orvieto reift er in Kellern, die in den Tuffstein unter der Stadt geschlagen sind.
Ohne Auto wird Umbrien mühsam. Die Bahn bringt dich nach Perugia, Foligno, Spoleto, Terni und Orvieto, aber Bergdörfer, Castelluccio und viele Klöster hängen an Buslinien mit wenigen Fahrten am Tag. Hauptachse ist die Strecke Rom nach Ancona über Orte, Terni und Foligno, ein Regionalzug von Rom nach Perugia braucht zweieinhalb bis drei Stunden. Orvieto liegt an der Linie Rom nach Florenz und eignet sich als erster oder letzter Stopp.
Zwei Erdbeben prägen die jüngere Geschichte. 1997 stürzten in der Oberkirche von Assisi Gewölbeteile ein, vier Menschen starben, die Basilika war im November 1999 wieder offen. Am 30. Oktober 2016 zerstörte ein Beben der Stärke 6,5 das Kirchenschiff der Basilika San Benedetto in Norcia, in Castelluccio fiel ein großer Teil des Ortes zusammen. Norcia ist heute wieder gut besuchbar, die Basilika wurde Ende Oktober 2025 neu geweiht. In Castelluccio läuft der Wiederaufbau noch, dort stehen weiterhin Container und Baustellen.
Für längere Aufenthalte sind Landhäuser und Agriturismi die naheliegende Wahl, eine Übersicht findest du bei den Ferienhäusern in Umbrien. Ohne Auto wohnst du besser in Gubbio, Perugia oder Spoleto.
Aus Deutschland fährst du über den Brenner oder den Gotthard nach Bologna und dort auf die Autobahn A1 Richtung Süden, Ausfahrt Valdichiana für Trasimeno und Perugia, Orvieto für den Südwesten. Von München sind es rund 900 bis 1.000 Kilometer, also besser mit Zwischenübernachtung. Der Flughafen Perugia ist klein und wenig angebunden, üblicher sind Flüge nach Rom, Florenz oder Bologna plus Mietwagen. Per Bahn geht es über den Brenner nach Bologna oder Florenz und weiter nach Perugia oder Foligno.
Aus Österreich ist die Strecke kürzer. Von Innsbruck oder Salzburg führt der Weg über den Brenner, Verona und Bologna auf die A1, ab Innsbruck etwa 750 Kilometer bis Perugia. Aus Wien oder Graz nimmst du eher Tarvis, Venedig und Bologna. Bahnreisende steigen in Verona, Bologna oder Florenz um.
Aus der Schweiz ist der Gotthard die kürzeste Linie: Basel oder Zürich, Lugano, Mailand, dann über Bologna und Florenz Richtung Süden, ab Zürich rund 750 Kilometer. Aus der Westschweiz führt der Weg über den Simplon oder den Großen Sankt Bernhard nach Turin und weiter über Genua. Mit der Bahn sind Mailand und Florenz die Umsteigepunkte, ab Florenz erreichst du Umbrien in ein bis zwei Stunden.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Hauptstadt | Perugia |
| Provinzen | Perugia Terni |
| Italienischer Name | Umbria |
| Fläche km² | 8456,04 |
| Einwohnerzahl | 891.181 |
| Berge | Cima del Redentore Monte Vettore |
| Gebirge | Umbrischer Apennin |
| Flüsse | Tiber Nera Chiascio Topino Nestore |
| See | Lago Trasimeno Lago Piediluco Lago di Corbara |
| Nationalparks | Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campigna Parco Nazionale Monti Sibillini |
| Kulinarik | Trüffel Wurst und Schinken vom Eichelschwein Pan nociato (Früchtebrot mit Schafskäse) Baci Perugina (Schokokugeln) Spezialitäten aus Umbrien bei gustini.de |
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