Rund 15 Kilometer südöstlich von Trient liegt im Valsugana der Caldonazzosee, italienisch Lago di Caldonazzo. Auf etwa 450 Metern Höhe eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und den Gipfeln der Vizentiner Alpen, ist er der größte See, der vollständig innerhalb des Trentino liegt. Zwar reicht der Gardasee mit seiner Nordspitze ebenfalls in die Provinz Trient hinein, doch verteilt sich seine Fläche über drei Regionen. Der Caldonazzosee dagegen gehört ganz dem Suganer Tal und zählt mit seinen milden Wassertemperaturen zu den beliebtesten Badeseen der Alpen.
Mit einer Fläche von etwa 5,6 Quadratkilometern erstreckt sich der See knapp fünf Kilometer in der Länge und misst an seiner breitesten Stelle rund 1,8 Kilometer. An der tiefsten Stelle reicht das Wasser bis zu 47 Meter hinab. Gespeist wird der See vor allem aus unterirdischen Quellen, und sein Abfluss ist der Ursprung der Brenta, die flussabwärts auch das Wasser des benachbarten Levicosees aufnimmt. An seinen Ufern liegen die Gemeinden Caldonazzo, Calceranica al Lago und der zu Pergine Valsugana gehörende Ort San Cristoforo, die den See zu einem gut erschlossenen und dennoch überschaubaren Ferienziel machen.
Ein warmer Badesee im Suganer Tal
Was den Caldonazzosee von vielen anderen Alpenseen unterscheidet, ist sein vergleichsweise warmes Wasser. Weil er flach in der Talsohle liegt und sich im Sommer rasch erwärmt, klettert die Wassertemperatur in der Hochsaison auf Werte um 24 Grad. Damit gilt der See als einer der wärmsten im gesamten Alpenraum, und die Badesaison reicht in guten Jahren von Mai bis in den September hinein. Diese Kombination aus Bergkulisse und angenehmen Badetemperaturen hat dem See seinen Ruf als familienfreundliches Sommerziel eingebracht.
Rund um das Valsugana-Tal prägt eine sanfte, grüne Landschaft das Bild. Obstwiesen und Weinhänge ziehen sich die Talflanken hinauf, während sich im Hintergrund die Bergketten des Lagorai und der Vizentiner Alpen erheben. Anders als an den mondänen großen Seen weiter westlich geht es am Caldonazzosee ruhiger und bodenständiger zu. Kleine Badeorte, Campingplätze und Uferpromenaden bestimmen den Charakter, und die Nähe zur Landeshauptstadt Trient macht den See zugleich zu einem bequemen Ausgangspunkt für Ausflüge in das übrige Trentino.
Wassersport von Segeln bis Wasserski
Für Wassersportler ist der Caldonazzosee ein vielseitiges Revier. Regelmäßige Nachmittagswinde sorgen dafür, dass Segler und Windsurfer verlässliche Bedingungen vorfinden, während sich die ruhigen Morgenstunden gut zum Stand-up-Paddeln und für Touren mit dem Kanu eignen. Mehrere Wassersportzentren an den Ufern vermieten Ausrüstung und bieten Kurse an, sodass auch Einsteiger und Kinder die verschiedenen Disziplinen unter Anleitung ausprobieren können.
Eine Besonderheit des Sees ist, dass hier sogar das Wasserski- und Wakeboardfahren erlaubt ist, was an vielen anderen Alpenseen nicht gestattet ist. Daneben kommen auch Ruderer, Taucher und Sportangler auf ihre Kosten. Der Fischbestand mit Hecht, Barsch und Karpfen macht den See bei Anglern beliebt, während Taucher die klaren Uferzonen erkunden. Wer es gemächlicher mag, leiht sich ein Tretboot oder ein kleines Ruderboot und lässt sich über die weite Wasserfläche treiben.
Weil die Winde am Nachmittag zwar zuverlässig, aber nur mäßig auffrischen, gilt der See als gutmütiges Übungsrevier. Segel- und Surfschulen nutzen dies für ihre Anfängerkurse, und viele Gäste lernen hier die ersten Handgriffe an Gabelbaum oder Pinne. Regelmäßig finden auf dem See zudem Regatten und kleinere Wettkämpfe statt, die den sportlichen Ruf des Caldonazzosees über das Tal hinaus bekannt gemacht haben. Für die Sicherheit auf dem Wasser sorgen in der Saison Rettungsdienste an den größeren Badestränden.
Baden, Camping und Familienurlaub
Die Badestrände des Caldonazzosees liegen vor allem am West- und Südufer, wo flache Wiesen und Kiesabschnitte bis ans Wasser reichen. Viele der Lidi sind gepflegt und mit Liegewiesen, Bars und Bootsverleih ausgestattet, andere Uferstellen bleiben frei zugänglich und laden zum unkomplizierten Sprung ins Wasser ein. Das flach abfallende Ufer und die milden Temperaturen kommen besonders Familien mit kleinen Kindern entgegen.
Rund um den See reihen sich zahlreiche Campingplätze aneinander, von denen viele direkt am Ufer liegen. Sie richten sich mit Spiel- und Sportangeboten gezielt an Familien und gehören zu den Gründen, warum der Caldonazzosee seit Jahrzehnten ein festes Ziel für Urlauber aus dem deutschsprachigen Raum ist. Neben klassischen Stellplätzen für Zelt und Wohnmobil finden sich inzwischen auch komfortablere Mobilheime und Glamping-Unterkünfte, sodass sich für jeden Anspruch eine passende Bleibe am Wasser findet.
Auch der Naturschutz kommt am Caldonazzosee nicht zu kurz. Am Südufer bei San Cristoforo erstreckt sich ein Feuchtgebiet mit Schilfzonen, das zahlreichen Wasservögeln Lebensraum bietet und über kurze Lehrpfade zu erkunden ist. Wer den Trubel der Strände hinter sich lassen möchte, findet an solchen Uferabschnitten stille Plätze, an denen sich der Blick über das Wasser bis zu den Bergkämmen weiten kann. Diese Mischung aus lebendigem Badebetrieb und ruhigen Naturecken macht einen guten Teil des Reizes aus, den der See für seine Stammgäste bereithält.
Orte am Ufer
Der namensgebende Ort Caldonazzo liegt etwas zurückgesetzt am Südostufer und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Im historischen Kern lohnen die Pfarrkirche und einige alte Gebäude einen Bummel, ehe es hinunter zu den Badeplätzen am See geht. Der Ort ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die umliegenden Hügel und Berge.
Direkt am Südufer liegt Calceranica al Lago, ein lebendiger Badeort mit Strandzugängen, Campingplätzen und der Anbindung an den Radweg. In San Cristoforo al Lago, einem Ortsteil von Pergine Valsugana am Nordufer, thront über dem Wasser die alte Kirche zum Heiligen Christophorus, die an der Stelle eines antiken Vorgängerbaus errichtet wurde. Von Pergine selbst, überragt von einer weithin sichtbaren Burg, ist es nur ein kurzer Weg bis ans Ufer. Zusammen bilden diese Orte ein Netz kleiner Ziele, die sich bequem an einem Urlaubstag verbinden lassen.
Radfahren, Wandern und Ausflüge
Am Ufer des Caldonazzosees verläuft der Radweg der Valsugana, einer der bekanntesten Radwege des Trentino. Auf gut ausgebauter, meist ebener Strecke führt er vom See über Levico Terme durch das gesamte Tal bis nach Bassano del Grappa und bindet unterwegs zahlreiche Orte und Sehenswürdigkeiten an. Für Familien eignen sich gemütliche Etappen entlang des Wassers, während sportliche Radler die komplette Route über rund achtzig Kilometer unter die Räder nehmen. Wer ohne eigenes Rad anreist, findet an mehreren Verleihstationen Leihräder, auch mit elektrischer Unterstützung.
Abseits des Wassers steigt das Gelände rasch in die Berge an, und ein dichtes Wegenetz erschließt die Höhen rings um den See. Wanderungen und Mountainbiketouren führen hinauf zu Aussichtspunkten, von denen sich der See in seiner ganzen Ausdehnung überblicken lässt, bis hinein in die schroffe Bergwelt des Lagorai. Ein lohnendes Nahziel ist der benachbarte, türkisblaue Levicosee, der nur zwei Kilometer entfernt liegt und sich gut mit einem Besuch verbinden lässt. Im nahen Thermalort Levico Terme wirkt bis heute ein Hauch der alten Donaumonarchie nach, und die heilenden Quellen laden zu einem ruhigen Tag ein. So lässt sich ein Aufenthalt am Caldonazzosee mühelos mit den Sehenswürdigkeiten des übrigen Trentino zu einer abwechslungsreichen Rundreise verbinden.
Anreise und beste Reisezeit
Der Caldonazzosee ist verkehrsgünstig gelegen und mit dem Auto gut zu erreichen. Von Norden fährt man über die Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Trient und von dort in wenigen Minuten hinauf ins Valsugana. Auch mit der Bahn ist der See erreichbar, denn die Valsugana-Bahn von Trient nach Venedig hält in Caldonazzo, Calceranica und Pergine, sodass sich der Urlaub am See gut ohne eigenes Fahrzeug gestalten lässt. Weitere Hinweise zu Wegen und Verbindungen finden sich auf der Seite zur Anreise nach Italien.
Die beste Reisezeit für einen Urlaub am Caldonazzosee sind die Monate von Mai bis September. Im Frühsommer und im Frühherbst locken mildes Wetter und wenig Andrang, während der Hochsommer mit warmem Badewasser und vollem Programm auf und am See aufwartet. Wer Baden, Wassersport und Radtouren verbinden möchte, findet zwischen Juni und September die besten Bedingungen, wenn das Wasser seine höchsten Temperaturen erreicht und die Wege ringsum in bestem Zustand sind.
















