Wandern am Gardasee
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Wandern am Gardasee

Wandern am Gardasee: Ponalestraße, Busatte-Tempesta, Monte Brione und Punta Larici, dazu Höhenwege am Monte Baldo und die beste Jahreszeit.

Der Gardasee ist eines der wenigen Wandergebiete Europas, in dem du morgens auf Meereshöhe startest und mittags auf zweitausend Metern stehst. Zwischen dem Ufer bei Riva und dem Kamm des Monte Baldo liegen keine zwanzig Kilometer Luftlinie, aber mehrere Klimazonen: Oliven und Zypressen unten, Buchenwald in der Mitte, alpine Wiesen oben. Deshalb ist hier auch dann Saison, wenn in den Alpen noch Schnee liegt.

Ponale: der Weg, den alle zuerst gehen

Die alte Ponalestraße bei Riva del Garda wurde zwischen 1848 und 1851 in die Felswand gesprengt und war bis 1992 die einzige Straße ins Ledrotal. Seit 2004 gehört sie Fußgängern und Radfahrern. Du läufst auf einem Balkon über dem Wasser, durch Tunnel und Kehren, mit Blick auf den gesamten Nordteil des Sees. Die Steigung ist gleichmäßig, der Untergrund breit und fest, deshalb funktioniert der Weg auch mit Kindern und für Leute, die selten wandern.

Der Weg ist grundsätzlich ganzjährig begehbar, wird im Winter aber zeitweise wegen Schnee oder Steinschlag gesperrt, gelegentlich auch für Instandhaltung. Vor einer Anreise im Winterhalbjahr lohnt der Blick auf den aktuellen Status.

Busatte-Tempesta: Treppen über dem See

Der bekannteste Panoramaweg am Ostufer beginnt am Parkplatz Busatte oberhalb von Torbole und führt in rund neun Kilometern nach Tempesta. Das Besondere sind die Metalltreppen und Stege, die an der Felsflanke hängen und die Schluchten überbrücken. Rechne mit knapp drei Stunden. Schwindelfrei solltest du sein, technisch schwierig ist es nicht. Zurück kommst du bequem mit dem Bus.

Monte Brione: der kleine Berg für Ungeübte

Mit 376 Metern ist der Monte Brione der niedrigste der Gardaseeberge, und genau das macht ihn wertvoll. Der Rücken liegt zwischen Riva und Torbole wie ein Riegel im Tal, der Aufstieg misst etwa sechs Kilometer und ist auch ohne Bergerfahrung machbar. Oben stehst du trotzdem mit einem Rundblick, für den du anderswo den halben Tag brauchst. Unterwegs kommst du an österreichischen Festungsanlagen vorbei, der Brione war militärisch lange wichtig.

Punta Larici: der Blick von der Postkarte

Das Felsenkap auf 907 Metern über dem Westufer liefert die Aussicht, die du von den meisten Gardasee-Fotos kennst: der See als schmales blaues Band zwischen senkrechten Wänden. Die Runde misst rund zwölf Kilometer und verlangt Kondition und Trittsicherheit, der letzte Abschnitt führt nah an die Abbruchkante. Bei Nässe oder starkem Wind besser verschieben.

Monte Baldo: Höhenwandern ohne Aufstieg

Wer die Höhenmeter nicht selbst gehen will, nimmt die Seilbahn von Malcesine und beginnt oben auf 1.760 Metern. Von dort laufen die Kammwege in beide Richtungen, meist ohne nennenswerte Steigung, mit dem See auf der einen und den Dolomiten auf der anderen Seite. Der Monte Baldo trägt den Beinamen Hortus Europae, weil auf seinen Hängen ungewöhnlich viele Pflanzenarten wachsen; im Juni ist die Blüte am eindrucksvollsten. Die Bahn läuft 2026 vom 4. April bis 1. November. Oben ist es deutlich kühler als unten, eine Jacke gehört auch im August in den Rucksack.

Ein lohnendes Ziel an der Ostflanke ist die Wallfahrtskirche Madonna della Corona, die in eine senkrechte Felswand gebaut wurde.

Klettersteige: Cima Rocca und die Galerien

Rund um Riva liegen mehrere Klettersteige, die durch alte Militärgalerien und über gesicherte Felspassagen führen, der bekannteste auf die Cima Rocca. Das ist kein Wandern mehr: Klettersteigset, Helm und Erfahrung sind Pflicht, sonst geht es nur mit Bergführer. Wer ohne Ausrüstung Felskontakt sucht, ist in Arco richtig, dem Klettergebiet, das dem Sport hier den Ruf verschafft hat.

Touren & Erlebnisse

Touren & Erlebnisse am Monte Baldo

Saison: warum Frühjahr und Herbst besser sind

Von März bis Mai ist die beste Zeit. Das Ufer ist grün, die Temperaturen liegen im angenehmen Bereich, und die Wege sind leer, während in den Nordalpen noch Winter herrscht. Der Hochsommer eignet sich vor allem für die Höhenwege am Monte Baldo, unten am See wird es zwischen elf und sechzehn Uhr unangenehm heiß. September und Oktober sind noch einmal ideal, mit klarer Luft und Fernsicht. Nimm mehr Wasser mit, als du denkst, viele Wege sind südexponiert und schattenlos.

Was sonst noch geht, steht bei den Aktivitäten am Gardasee; der Überblick zum Ziel selbst auf der Seite zum Gardasee.

Viele Wanderer kombinieren die Touren mit dem Rad. Häuser mit Bikeraum, Werkstatt und Tourenangebot findest du auf der Seite Bikehotels am Gardasee.

Häufige Fragen zum Wandern am Gardasee

Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Gardasee?

Frühjahr und Herbst. Von März bis Mai ist es am Ufer bereits mild, während die Alpen noch Schnee haben, und die Wege sind leer. September und Oktober bieten klare Luft und gute Fernsicht. Im Hochsommer sind vor allem die Höhenwege am Monte Baldo angenehm, die tiefer gelegenen Routen werden mittags sehr heiß.

Welche Wanderung am Gardasee eignet sich für Anfänger?

Die Ponalestraße bei Riva del Garda. Der Weg ist breit, fest und gleichmäßig ansteigend, deshalb auch mit Kindern machbar. Ebenfalls gut geeignet ist der Monte Brione mit 376 Metern, dessen Aufstieg rund sechs Kilometer misst und keine Bergerfahrung verlangt.

Wie lange dauert der Busatte-Tempesta-Weg?

Etwa drei Stunden für rund neun Kilometer, ab dem Parkplatz Busatte oberhalb von Torbole. Der Weg führt über Metalltreppen und Stege an der Felsflanke entlang. Technisch ist er nicht schwierig, aber du solltest schwindelfrei sein. Für den Rückweg gibt es eine Busverbindung.

Kann man am Monte Baldo wandern, ohne aufzusteigen?

Ja. Die Seilbahn ab Malcesine bringt dich auf 1.760 Meter, von dort verlaufen die Kammwege weitgehend eben. Die Bahn ist 2026 vom 4. April bis 1. November in Betrieb. Oben ist es merklich kühler als am See, warme Kleidung ist auch im Sommer sinnvoll.

Ist die Ponalestraße im Winter offen?

Grundsätzlich ist der Weg ganzjährig begehbar, er wird im Winter aber zeitweise wegen Schneelage oder Steinschlaggefahr gesperrt, gelegentlich auch für Instandhaltungsarbeiten. Prüfe den aktuellen Status, bevor du im Winterhalbjahr eigens dafür anreist.

Braucht man für die Klettersteige am Gardasee Ausrüstung?

Ja. Für Steige wie den auf die Cima Rocca sind Klettersteigset, Helm und entsprechende Erfahrung notwendig. Ohne eigene Ausrüstung und Übung solltest du nur mit Bergführer gehen. Wer Fels ohne diesen Aufwand sucht, findet in Arco ein großes Angebot an gesicherten Kletterrouten und Schulen.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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