
Der Gardasee macht sein eigenes Wetter. Er ist rund 370 Quadratkilometer groß und bis zu 346 Meter tief, und diese Wassermasse wirkt wie ein Wärmespeicher, der Temperaturschwankungen abpuffert. Deshalb herrscht am See ein submediterranes Klima, obwohl die Alpen direkt dahinter beginnen. Hier ist die aktuelle Vorhersage, darunter die Einordnung, die eine reine Zahlenreihe nicht liefert.
Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.Wetter am Gardasee
Die wichtigste Regel für jede Wetterplanung am Gardasee: Es gibt nicht ein Wetter, sondern zwei. Etwa auf einer gedachten Linie zwischen Toscolano-Maderno am Westufer und Garda am Ostufer wechselt der Charakter. Nördlich davon ist der See von Alpenausläufern umstellt, das Wetter ist wechselhafter, die Wolken hängen häufiger in den Wänden. Südlich davon öffnet sich das Becken zur Poebene, es ist im Schnitt wärmer, sonniger und trockener.
Praktisch heißt das: Wenn über Riva im Norden eine geschlossene Wolkendecke liegt, kann in Bardolino im Süden die Sonne stehen. Eine Vorhersage für „den Gardasee" ist deshalb immer ein Kompromiss. Wer flexibel ist, fährt bei durchwachsener Lage einfach nach Süden.
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 17 Grad, und der See kommt auf über 2.300 Sonnenstunden im Jahr. Das reicht, um den Gardasee zur nördlichsten Olivenanbauregion Europas zu machen. Die Zitronengärten von Limone und die Palmen an den Uferpromenaden sind keine Dekoration, sondern eine Folge dieser Geografie: Das tiefe Wasser gibt im Winter Wärme ab und hält die Fröste vom Ufer fern.
Neben der Temperatur bestimmt der Wind, wie sich ein Tag anfühlt. Am frühen Morgen fällt kühle Luft aus den Bergen nach Süden, das ist der Pelèr. Ab Mittag dreht die Strömung, und der Ora schiebt von Süden herauf, oft bis in den späten Nachmittag. Für Surfer ist das der Grund herzukommen, mehr dazu unter Surfen am Gardasee. Für alle anderen heißt es: Der Nachmittag ist windiger und wellenreicher als der Vormittag, und am Wasser fühlt es sich kühler an, als das Thermometer sagt.
Von April bis Juni ist die angenehmste Zeit für alles, was an Land stattfindet: milde Temperaturen, klare Luft, blühende Hänge. Juli und August bringen verlässliche Hitze, die im Süden drückender ist als im Norden, dafür ist das Wasser dann am wärmsten. September und Oktober sind die unterschätzte Saison mit stabilen Lagen und Fernsicht. Von November bis März ist der See ruhig und deutlich kühler; wer dann kommt, plant um die Thermen und die Städte herum.
Im Hochsommer bauen sich über den Bergen am Nachmittag regelmäßig Gewitter auf, die den See in kurzer Zeit erreichen. Sie sind meist heftig und kurz. Wichtig ist das vor allem auf dem Wasser: Auf einem fünfzig Kilometer langen See entstehen Wellen schneller, als viele erwarten. Wer eine Bootstour plant, legt sie besser auf den Vormittag und prüft vorher die Vorhersage.
Und wenn der Tag wirklich verregnet ist: Museen, Thermen und Städte für den Schlechtwettertag stehen auf der Seite Gardasee bei Regen.
Die Lufttemperatur sagt wenig darüber, ob Baden Spaß macht. Der See erwärmt sich wegen seiner Tiefe langsam und hält die Wärme dafür bis in den Herbst. Im Süden ist das Wasser flacher und dadurch früher warm, im Norden bleibt es länger frisch.
Das flache Südbecken um Sirmione, Peschiera und Desenzano erwärmt sich schneller und stärker als das tiefe Nordufer bei Riva und Torbole.
Badezeit: Jun–Sep. Gardasee entdecken →
Mehrjährige Monatsmittel der Oberflächentemperatur (gerundet). Binnenseen sind nicht Teil des Meeres-Messmodells, daher zeigen wir Monatsmittel statt eines Tageswerts. Tageswerte schwanken je nach Wetter und Windlage um einige Grad.
Wenn du wissen willst, wie es gerade wirklich aussieht, hilft eine Kamera mehr als jedes Modell. Unter Webcams in Italien laufen Livebilder aus Bardolino, Malcesine, Torbole und Riva del Garda. Gerade wegen des Nord-Süd-Gefälles lohnt der Vergleich zweier Cams: Er zeigt in Sekunden, an welchem Ufer der Tag stattfindet.
Was du bei welchem Wetter unternehmen kannst, steht bei den Aktivitäten am Gardasee, der Überblick zum Ziel auf der Seite zum Gardasee.
Ja, deutlich. Etwa auf der Linie zwischen Toscolano-Maderno und Garda wechselt der Charakter: Nördlich davon prägen die Alpenausläufer das Wetter, es ist wechselhafter und wolkenreicher. Südlich davon ist es im Schnitt wärmer, sonniger und trockener. Bei durchwachsener Lage lohnt sich deshalb die Fahrt nach Süden.
Wegen der Wassermasse. Der See ist rund 370 Quadratkilometer groß und bis zu 346 Meter tief und wirkt dadurch als Wärmespeicher, der Temperaturschwankungen abpuffert und im Winter Wärme abgibt. Das Ergebnis ist ein submediterranes Klima mit über 2.300 Sonnenstunden im Jahr, in dem sogar Oliven und Zitronen wachsen.
April bis Juni für alles an Land, weil es mild und klar ist und die Hänge blühen. Juli und August für Badeurlaub, dann ist das Wasser am wärmsten, im Süden aber auch die Hitze am drückendsten. September und Oktober gelten als unterschätzte Saison mit stabilem Wetter und guter Fernsicht.
Das hängt von Jahreszeit und Uferabschnitt ab. Der See erwärmt sich wegen seiner Tiefe langsam, hält die Wärme dafür bis in den Herbst. Im flacheren Süden ist das Wasser früher warm als im tiefen Norden. Die tagesaktuellen Werte findest du direkt auf dieser Seite im Abschnitt zur Wassertemperatur.
Im Hochsommer ja. Über den Bergen bauen sich nachmittags regelmäßig Gewitter auf, die den See rasch erreichen und meist heftig, aber kurz ausfallen. Auf dem Wasser ist das ernst zu nehmen, weil sich auf einem so langen See schnell Wellen aufbauen. Bootsfahrten liegen deshalb besser am Vormittag.
Weil das thermische Windsystem am Mittag dreht. Morgens fällt kühle Luft als Pelèr aus den Bergen nach Süden, ab Mittag zieht die aufgeheizte Poebene Luft nach Norden, das ist der Ora. Er hält oft bis in den späten Nachmittag und macht den See spürbar welliger als am Vormittag.