Nationalpark Val Grande
Gigantisches Schutzgebiet in der Alpenregion
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Alba liegt im Süden des Piemont, rund 60 Kilometer südöstlich von Turin, am Fluss Tanaro und mitten in den sanften Rebhügeln der Langhe. Die Stadt zählt gut 30.000 Einwohner und gilt als heimliche Hauptstadt dieser Weinlandschaft. Wer nach Alba kommt, kommt selten nur der Altstadt wegen, sondern wegen dessen, was rundherum wächst und reift: Nebbiolo für Barolo und Barbaresco, Haselnüsse und der weiße Trüffel, für den die Stadt weltweit einen Namen hat.
Die Altstadt ist kompakt und lässt sich in wenigen Stunden zu Fuß erkunden. Vom zentralen Platz mit dem Dom aus ziehen sich enge Gassen mit Backsteinfassaden, Weinbars und Feinkostläden durch den historischen Kern. Zwischen den Häusern ragen einige mittelalterliche Türme auf, Überbleibsel einer Zeit, in der die Adelsfamilien der Stadt ihren Rang in Höhe maßen.
Der Herbst ist die intensivste Zeit des Jahres. Wenn im Oktober die Trüffelsaison beginnt, füllt sich Alba mit Besuchern aus ganz Europa, die Messe und Markt gleichermaßen suchen. Doch auch außerhalb der Saison lohnt der Ort als Ausgangspunkt für Touren durch eine der bekanntesten Weinregionen Italiens.
Ihren Beinamen "Stadt der hundert Türme" verdankt Alba dem Spätmittelalter. Im 14. und 15. Jahrhundert errichteten die wohlhabenden Familien der Stadt zahlreiche Geschlechtertürme aus Backstein, die als Zeichen von Macht und Wohlstand galten. Über hundert sollen es zeitweise gewesen sein. Die meisten wurden im Lauf der Jahrhunderte gekürzt oder abgetragen, ihr Ziegel für Paläste und Kirchen wiederverwendet. Heute sind noch einige erhalten, darunter die Torre Sineo, die mit rund 35 Metern der höchste und markanteste ist. Viele weitere Türme stecken als Stümpfe in späteren Häusern und prägen bis heute die Dächerlinie.
Mittelpunkt der Altstadt ist die Piazza Risorgimento, die viele nur Piazza Duomo nennen. Hier steht die Kathedrale San Lorenzo, der Dom von Alba. Der heutige Bau entstand zwischen 1486 und 1517 unter Bischof Andrea Novelli, seine rötliche Backsteinfassade im romanisch-gotischen Stil ist von weitem zu erkennen. Das dreischiffige Innere überrascht mit blau und golden gefassten Gewölben. Sehenswert ist das geschnitzte Chorgestühl aus dem Jahr 1512, das mit kleinen Szenen und Stadtansichten verziert ist. Rund um den Platz reihen sich Cafés und Arkaden, die den Kern des öffentlichen Lebens bilden.
Kein Produkt steht so für Alba wie der weiße Trüffel. Der Tuber magnatum, im Deutschen als weißer Trüffel bekannt, wächst wild in den Wäldern der Langhe und des Roero und lässt sich nicht kultivieren. Gesucht wird er im Herbst von den trifolau, den Trüffelsuchern, die mit ihren Hunden meist in der Dämmerung unterwegs sind. Der hohe Preis erklärt sich aus dieser Seltenheit und dem intensiven Aroma, das den Trüffel zu einer der teuersten Delikatessen der Welt macht.
Höhepunkt der Saison ist die Fiera Internazionale del Tartufo Bianco d'Alba, die internationale Messe des weißen Trüffels. Sie findet jedes Jahr von Mitte Oktober bis Anfang Dezember statt und erstreckt sich über mehrere Wochenenden, jeweils samstags und sonntags. Herzstück ist der Mercato Mondiale del Tartufo im Palazzo Mostre e Congressi, wo die Knollen von unabhängigen Prüfern begutachtet werden, bevor sie in den Verkauf gehen. Rund um die Messe gibt es Verkostungen, Schaukochen und Stände mit regionalen Spezialitäten wie Wein, Käse, Wurst und Schokolade. Wer die Trüffelsaison erleben will, sollte Unterkunft und Termine früh planen, denn die Wochenenden im Oktober und November sind stark gefragt.
Der Trüffel ist mehr als ein Küchenprodukt, er trägt die Wirtschaft der Stadt durch den Herbst. Wer außerhalb der Messe eine Knolle kaufen möchte, wird auch auf dem Wochenmarkt und in den Feinkostläden der Altstadt fündig, wobei der Preis stark von Größe, Reife und Ernteglück des jeweiligen Jahres abhängt. Ein guter weißer Trüffel wird nicht gekocht, sondern roh in hauchdünnen Scheiben über einfache Gerichte wie Eier, Pasta oder Risotto gehobelt, damit sein Aroma zur Geltung kommt.
Alba ist von Weinbergen umgeben, und die Namen der Weine, die hier entstehen, sind unter Kennern weltbekannt. Aus der Nebbiolo-Traube keltern die Winzer der Umgebung Barolo und Barbaresco, zwei der angesehensten Rotweine Italiens. Dazu kommen der fruchtige Barbera und der weichere Dolcetto, die im Alltag der Region eine ebenso große Rolle spielen. Eine Übersicht über die Sorten des Landes bietet unsere Seite zu den beliebtesten Weinsorten, wer tiefer einsteigen will, findet Hintergründe zur Geschichte des Weinbaus.
Die Bedeutung dieser Kulturlandschaft ist auch offiziell anerkannt. Am 22. Juni 2014 nahm die UNESCO die Weinbaulandschaft des Piemont mit den Langhe, dem Roero und dem Monferrato in die Liste des Welterbes auf. Es war die erste italienische Stätte, die vollständig auf der Kultur des Weins beruht. Geschützt sind die typischen Hügel mit ihren Reihen von Reben, die kleinen Weindörfer und die Burgen, die über der Landschaft thronen. Von den Höhen rund um Alba reicht der Blick an klaren Tagen bis zu den Alpen.
Neben Wein und Trüffel hat Alba ein drittes weltbekanntes Erzeugnis hervorgebracht, wenn auch weniger romantisch. 1946 gründete der Konditor Pietro Ferrero hier sein Unternehmen und stellte aus Haselnüssen und Kakao eine streichfähige Creme her, zunächst Pasta Gianduja genannt. Sein Sohn Michele entwickelte daraus das Rezept, das ab 1964 als Nutella verkauft wurde. Bis heute hat die Ferrero-Gruppe ihren Ursprung und faktischen Sitz in Alba und gehört zu den größten Süßwarenherstellern der Welt.
Kein Zufall, dass ausgerechnet hier eine Haselnusscreme entstand: Die Langhe sind eines der Hauptanbaugebiete der Tonda Gentile, einer besonders aromatischen Haselnuss mit geschützter Herkunft. In den Konditoreien und Feinkostläden der Stadt findet man sie in vielen Formen, von der klassischen Praline bis zur torta di nocciole, dem lockeren Haselnusskuchen, der zu einem Glas Moscato serviert wird.
Am ersten Sonntag im Oktober findet in Alba der Palio degli Asini statt, ein Eselrennen, das eng mit der Trüffelmesse verbunden ist. Der Ursprung reicht ins Jahr 1275 zurück, als sich Alba und das benachbarte Asti bekriegten. Die Astigianer feierten ihren Sieg mit einem prächtigen Pferde-Palio direkt vor den Toren Albas. Zur Verspottung antworteten die Bewohner Albas mit einem Rennen auf Eseln, und aus dem Spott wurde eine Tradition.
Heute treten die neun historischen Stadtviertel Albas mit ihren Eseln gegeneinander an. Vor dem Rennen zieht ein mittelalterlicher Umzug mit über tausend kostümierten Teilnehmern durch die Altstadt. Die Esel sind alles andere als berechenbar, was dem Wettbewerb einen eigenen, oft komischen Reiz gibt. Für Besucher ist der Palio eine der farbenfrohsten Gelegenheiten, die Stadt und ihre Nachbarschaftskultur kennenzulernen.
Wer den Alltag Albas erleben will, kommt am Samstag. Dann verwandeln sich die Plätze und Straßen der Innenstadt in einen großen Markt mit Ständen für Gemüse, Käse, Wurstwaren und Kleidung. Ein zusätzlicher Markt am Sonntag begleitet in der Trüffelsaison die Messe. Für die regionale Landküche ist Alba ohnehin eine gute Adresse, das Essen und Trinken gehört hier untrennbar zur Kultur.
Typisch für die Küche der Langhe sind tajarin, hauchdünne Bandnudeln aus vielen Eigelb, die im Herbst gern mit gehobeltem Trüffel serviert werden. Dazu kommen carne cruda all'albese, fein gehacktes rohes Kalbfleisch mit Öl und Zitrone, sowie brasato al Barolo, ein in Rotwein geschmortes Rindfleisch. Im Winter steht die bagna cauda auf dem Tisch, eine warme Sauce aus Knoblauch, Sardellen und Öl, in die frisches Gemüse getunkt wird. Diese Gerichte verlangen kräftige Rotweine, und die stehen in Alba direkt vor der Tür.
Alba ist der ideale Ausgangspunkt für Fahrten durch die umliegende Weinlandschaft. Nur wenige Kilometer südlich liegt Barolo, der Ort, der dem berühmten Wein seinen Namen gab und ein Weinmuseum in seiner Burg beherbergt. Von der Höhe von La Morra reicht der Blick über ein Meer aus Reben, und im Schloss von Grinzane Cavour, das zum UNESCO-Welterbe gehört, residiert heute eine regionale Vinothek. Der Name erinnert an den Staatsmann Camillo Cavour, der hier einst Bürgermeister war. Zwischen diesen Orten verbinden gut ausgeschilderte Weinstraßen die Kellereien, viele davon nur wenige Fahrminuten voneinander entfernt, sodass sich mehrere Güter an einem Tag verbinden lassen.
Für einen Tagesausflug in die Stadt bietet sich Turin an, die Regionshauptstadt mit ihren Arkadenstraßen, Museen und dem berühmten Grabtuch. Weitere lohnende Ziele in der Nähe sind Cuneo am Fuß der Seealpen und das schon erwähnte Asti mit seinem eigenen historischen Palio. Wer länger bleiben möchte, findet in der Region ein breites Angebot an Ferienhäusern im Piemont, oft mitten in den Weinbergen.
Alba erreicht man am einfachsten über Turin. Der nächstgelegene Flughafen ist Turin-Caselle, rund 80 Kilometer entfernt. Mit dem Auto führt die Fahrt von Turin über die Autobahn A33 und die Staatsstraße 231 in etwa einer Stunde nach Alba. Wer aus Richtung Osten kommt, verlässt die A21 bei Asti Est und fährt von dort weiter. In der Altstadt selbst gelten Zonen mit Zufahrtsbeschränkung, daher empfiehlt sich das Parken auf den ausgeschilderten Parkplätzen am Rand des Zentrums.
Mit der Bahn ist Alba über regionale Verbindungen an Turin, Asti und Bra angebunden. Von Turin Porta Susa fahren direkte Regionalzüge, die Fahrt dauert je nach Verbindung gut eine bis knapp zwei Stunden. Vom Flughafen Turin-Caselle gibt es ebenfalls eine direkte Regionalverbindung nach Alba. Innerhalb der Langhe erschließen sich die Weindörfer am bequemsten mit dem Auto, da das Busnetz auf dem Land nur begrenzt ausgebaut ist.
Die beste Reisezeit hängt vom Anlass ab. Der Herbst mit der Trüffelsaison von Oktober bis Dezember ist die spektakulärste, aber auch die vollste Zeit, mit Messe, Palio und der Weinlese in den Hügeln. Wer es ruhiger mag, kommt im späten Frühjahr, wenn die Reben ausschlagen und die Landschaft grün ist, oder im September vor dem großen Andrang. Der Sommer kann im Binnenland des Piemont heiß und schwül werden, eignet sich aber gut für lange Abende in den Weinbars der Altstadt. Der Winter nach der Messe ist ruhig und beschaulich, mit klaren Blicken auf die verschneiten Alpen im Hintergrund.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Piemont |
| Provinz | Cuneo |
| Einwohnerzahl | 31.437 |
| Provinzkürzel | CN |
| Postleitzahl | 12051 |
| Vorwahl | 0173 |
| Produkte / Marken | Ferrero Mondo |
| Städtepartnerschaft | Medford (USA) Banská Bystrica (Slowakische Republik) Böblingen (Deutschland) Beausoleil (Frankreich) Arlon (Belgien) |
| Sport | Beppe Fenoglio (Schriftsteller) |
| Spezialitäten des Ortes | Wein Trüffel |
| Geschichte | eine sehr alte Stadt, deren Geschichte bis in die Jungsteinzeit reicht. |
| Lage | größte Stadt der Langhe am Tanaro gelegen |
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