Aosta
Aostatal

Aosta

Antike Stadt vor imposanter Bergkulisse

Aosta ist die Hauptstadt des Aostatals, der kleinsten Region Italiens, und liegt auf 583 Metern Höhe in einem weiten Talkessel zwischen Viertausendern. Rund 34.000 Menschen leben hier, umgeben von den höchsten Bergen der Alpen: Im Westen erhebt sich der Mont Blanc mit 4.810 Metern, im Norden das Matterhorn und das Massiv des Monte Rosa, im Süden der Gran Paradiso. Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, ist meist überrascht, wie viel Antike sich hinter dieser Bergkulisse verbirgt. Denn Aosta trägt nicht ohne Grund den Beinamen "Rom der Alpen". Die Römer gründeten die Stadt im Jahr 25 v. Chr. als Augusta Praetoria Salassorum, nachdem sie das keltisch-ligurische Volk der Salasser unterworfen hatten. Aus dieser Zeit sind Bauwerke erhalten, die zu den...

Aosta ist die Hauptstadt des Aostatals, der kleinsten Region Italiens, und liegt auf 583 Metern Höhe in einem weiten Talkessel zwischen Viertausendern. Rund 34.000 Menschen leben hier, umgeben von den höchsten Bergen der Alpen: Im Westen erhebt sich der Mont Blanc mit 4.810 Metern, im Norden das Matterhorn und das Massiv des Monte Rosa, im Süden der Gran Paradiso. Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, ist meist überrascht, wie viel Antike sich hinter dieser Bergkulisse verbirgt.

Denn Aosta trägt nicht ohne Grund den Beinamen "Rom der Alpen". Die Römer gründeten die Stadt im Jahr 25 v. Chr. als Augusta Praetoria Salassorum, nachdem sie das keltisch-ligurische Volk der Salasser unterworfen hatten. Aus dieser Zeit sind Bauwerke erhalten, die zu den besterhaltenen römischen Zeugnissen nördlich von Rom zählen: der Augustusbogen, die Porta Praetoria, das römische Theater, der unterirdische Kryptoportikus und lange Abschnitte der Stadtmauer. Selbst das rechtwinklige Straßenraster der Altstadt folgt bis heute dem antiken Plan.

Eine zweite Besonderheit fällt schon an den Ortsschildern auf: Aosta ist offiziell zweisprachig. Italienisch und Französisch sind im gesamten Aostatal gleichberechtigte Amtssprachen, viele Orte tragen französische Namen, und die Region genießt seit 1948 ein Sonderstatut mit weitgehender Autonomie. Diese Mischung aus römischem Erbe, alpiner Lage und französisch geprägter Kultur macht Aosta zu einem der ungewöhnlichsten Städteziele Italiens.

Das römische Aosta: Augustusbogen, Porta Praetoria und Theater

Der klassische Rundgang beginnt im Osten der Altstadt am Augustusbogen. Der Ehrenbogen wurde um 25 v. Chr. zum Sieg über die Salasser errichtet und steht seit über 2.000 Jahren an derselben Stelle vor den Stadttoren. Das Schieferdach, das ihn heute schützt, kam erst im 18. Jahrhundert hinzu, und unter dem Bogen hängt seit dem Mittelalter ein Kruzifix. Von hier führt der Weg über die Buthier-Brücke direkt auf die Porta Praetoria zu, das gewaltige östliche Stadttor aus dem Jahr 25 v. Chr. Es besteht aus zwei hintereinanderliegenden Torwänden mit je drei Durchgängen: einem großen für Wagen in der Mitte und zwei kleineren für Fußgänger. Die mächtigen Steinquader stehen noch heute in voller Höhe.

Gleich hinter der Porta Praetoria ragt die Ruine des römischen Theaters auf, das eindrucksvollste antike Bauwerk der Stadt. Erhalten ist vor allem die südliche Fassadenwand, die rund 22 Meter hoch aufragt und von mehreren Reihen übereinanderliegender Fensteröffnungen durchbrochen wird. Das Theater entstand wenige Jahrzehnte nach der Stadtgründung und bot einst 3.000 bis 4.000 Zuschauern Platz. Im Advent wird das Gelände übrigens zur Kulisse des Weihnachtsmarkts Marché Vert Noël. Weniger bekannt, aber mindestens so sehenswert ist der Kryptoportikus unter der Piazza Giovanni XXIII: eine unterirdische Doppelgalerie mit gedrückten Bögen auf Travertinpfeilern, die einst den heiligen Bezirk des Forums einfasste. Die Stadtmauer schließlich umschließt noch immer fast das gesamte antike Stadtrechteck von etwa 725 mal 570 Metern, das die Römer in regelmäßige Wohnblöcke unterteilten.

Kathedrale und Sant'Orso: das mittelalterliche Aosta

Auch das Mittelalter hat in Aosta Bauwerke von europäischem Rang hinterlassen. Die Kathedrale Santa Maria Assunta geht auf das 11. Jahrhundert zurück und verbirgt hinter ihrer neoklassizistischen Fassade mittelalterliche Mosaikböden im Chor und ein geschnitztes Chorgestühl. Wenige Gehminuten entfernt liegt die Collegiata di Sant'Orso, dem Stadtheiligen Ursus geweiht. Ihr größter Schatz ist der romanische Kreuzgang aus der Zeit um 1133: Von den ursprünglich 52 Marmorkapitellen sind 37 erhalten, und sie zeigen in dicht gedrängten Szenen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament, das Leben des heiligen Ursus sowie Fabelwesen und Tiere. Die Kapitelle gelten als eines der bedeutendsten Werke romanischer Bildhauerei im gesamten Alpenraum. Zum Ensemble gehören außerdem ein freistehender Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert und frühmittelalterliche Fresken im Dachraum der Kirche.

Fiera di Sant'Orso: die tausendjährige Handwerksmesse

Einmal im Jahr steht ganz Aosta im Zeichen des heiligen Ursus. Am 30. und 31. Januar findet die Fiera di Sant'Orso statt, eine Handwerksmesse, deren erste Erwähnung auf das Jahr 1000 zurückgeht. Weit über 1.000 Aussteller aus dem ganzen Tal bauen ihre Stände in den Gassen der Altstadt und entlang der römischen Mauern auf und zeigen, was das Handwerk des Aostatals seit Jahrhunderten prägt: Holzschnitzereien, Skulpturen aus Speckstein, Schmiedearbeiten, Textilien, Körbe und die traditionellen Holzschuhe, die Sabots. Höhepunkt ist die Veillà, die Nachtwache in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar, wenn die Stände bis in die frühen Morgenstunden geöffnet bleiben und in den Straßen Glühwein und Volksmusik dazugehören. Die Messe zieht jedes Jahr weit über 100.000 Besucher an; wer in dieser Zeit übernachten will, sollte früh buchen.

Mit der Seilbahn von der Stadt ins Skigebiet Pila

Aosta gehört zu den wenigen Städten der Alpen, die ein eigenes Skigebiet direkt per Seilbahn anbinden. Die Kabinenbahn nach Pila startet unweit des Bahnhofs am südlichen Rand des Zentrums und überwindet in rund 18 Minuten etwa 1.200 Höhenmeter. Oben wartet ein Skigebiet mit rund 70 Pistenkilometern, das sich bis auf etwa 2.700 Meter hinaufzieht und dank seiner Höhenlage als schneesicher gilt. Für Städtereisende im Winter ergibt sich daraus eine seltene Kombination: vormittags römische Ausgrabungen, nachmittags Skifahren mit Blick auf Mont Blanc, Matterhorn und Monte Rosa. Im Sommer fährt die Bahn ebenfalls und bringt Wanderer und Mountainbiker auf die Höhenwege oberhalb der Stadt; Pila betreibt dann einen der bekannteren Bikeparks Norditaliens. Wer mehr Auswahl an Pisten sucht, findet im Tal weitere große Skigebiete, etwa in Cervinia am Matterhorn. Einen Überblick über die Wintersportorte des Landes gibt die Seite zum Skiurlaub in Italien.

Burgen und Festungen: Fénis und Bard

Das Aostatal war jahrhundertelang Durchgangsland zwischen Italien und dem Norden, und wer die Wege kontrollierte, baute Burgen. Mehr als 100 Burgen, Festungen und Wehrtürme säumen das Tal, viele davon in Sichtweite der Autobahn. Die bekannteste ist das Castello di Fénis, gut 15 Kilometer talauswärts von Aosta: eine Burg aus dem 14. Jahrhundert mit doppeltem Mauerring, Zinnentürmen und einem Innenhof mit gut erhaltenen Fresken. Sie diente der Adelsfamilie Challant weniger zur Verteidigung als zur Repräsentation und gilt heute als Inbegriff der mittelalterlichen Burg im Aostatal. Am Taleingang thront dagegen die Festung Bard auf einem Felsriegel über der Dora Baltea. Napoleon wurde hier im Jahr 1800 wochenlang aufgehalten und ließ die Anlage danach schleifen; das Haus Savoyen baute sie im 19. Jahrhundert wieder auf. Nach langer Restaurierung beherbergt die Festung heute unter anderem das Museo delle Alpi, ein modernes Museum über Natur und Kultur des Alpenraums, sowie wechselnde Ausstellungen. Weitere Ideen für Tagesausflüge bündelt die Übersicht der Ausflugsziele im Aostatal.

Gran Paradiso und Mont Blanc: Bergwelt vor der Haustür

Von Aosta aus lassen sich zwei sehr unterschiedliche Hochgebirgswelten erkunden. Südlich der Stadt beginnt der Nationalpark Gran Paradiso, der älteste Nationalpark Italiens, 1922 aus dem königlichen Jagdrevier der Savoyer hervorgegangen. In den Seitentälern Valsavarenche, Cogne und Rhêmes leben Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und Bartgeier, und ein dichtes Netz ehemaliger königlicher Jagdwege macht das Schutzgebiet zu einem der lohnendsten Wandergebiete der Alpen. Der Gipfel des Gran Paradiso ist mit 4.061 Metern der höchste Berg, der vollständig auf italienischem Boden steht.

In die andere Richtung, gut 35 Kilometer talaufwärts, liegt Courmayeur am Fuß des Mont Blanc. Von dort schwebt die Skyway Monte Bianco, eine 2015 eröffnete Seilbahn mit sich drehenden Panoramakabinen, über die Zwischenstation Pavillon hinauf zur Punta Helbronner auf 3.466 Metern. Die Kabinen rotieren während der Fahrt um die eigene Achse, sodass sich das Bergpanorama einmal komplett um den Fahrgast dreht. Oben stehen Besucher mitten im Hochgebirge zwischen Gletschern und Granitwänden, mit Blick auf Mont Blanc, Grandes Jorasses und an klaren Tagen bis zum Monte Rosa. Die Skyway lässt sich als Tagesausflug von Aosta gut mit einem Bummel durch Courmayeur verbinden.

Fontina, Fonduta und Wein aus hohen Lagen

Die Küche des Aostatals ist eine Bergküche, und ihr wichtigster Botschafter ist der Fontina. Der halbfeste Rohmilchkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung DOP wird ausschließlich im Aostatal aus der Milch valdostanischer Kühe hergestellt und reift monatelang in kühlen Felsenkellern. In Aosta bekommt man ihn auf dem Wochenmarkt, in den Käsegeschäften der Altstadt und in fast jedem Restaurant, am typischsten als Fonduta valdostana, ein cremiges Käsefondue mit Eigelb und Milch. Dazu passen Wurstwaren wie der Lardo di Arnad und Roggenbrot. Beim Wein zählt das Aostatal zu den kleinsten Anbaugebieten Italiens, überrascht aber mit Reben in extremen Höhenlagen: Rund um Morgex im oberen Tal wachsen die Trauben für den Blanc de Morgex et de La Salle auf über 1.000 Metern, es sind einige der höchstgelegenen Weinberge Europas. Rote Sorten wie Petit Rouge und Fumin ergeben charaktervolle Bergweine, die außerhalb der Region selten zu finden sind.

Anreise und beste Reisezeit

Mit dem Auto ist Aosta gut erreichbar: Die Autobahn A5 führt von Turin in rund einer Stunde und 15 Minuten ins Tal, die Strecke misst etwa 110 Kilometer. Aus Frankreich kommt man durch den Mont-Blanc-Tunnel von Chamonix nach Courmayeur, aus der Schweiz durch den ganzjährig geöffneten Tunnel des Großen Sankt Bernhard von Martigny; die historische Passstraße über den Großen Sankt Bernhard ist nur im Sommer befahrbar. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Turin mit etwa 100 Kilometern und Genf mit rund 150 Kilometern Entfernung, auch Mailand Malpensa kommt mit gut 180 Kilometern infrage. Bei der Bahn ist derzeit Geduld gefragt: Die Strecke zwischen Ivrea und Aosta wird elektrifiziert und ist deshalb gesperrt, Reisende fahren mit dem Zug bis Ivrea und steigen dort in Ersatzbusse um. Die schrittweise Wiedereröffnung der Strecke ist ab 2027 geplant.

Bei der Reisezeit hat Aosta zwei klare Saisons. Der Winter von Dezember bis April gehört den Skifahrern, die von der Stadt aus direkt nach Pila schweben oder die Skigebiete des Tals ansteuern; Ende Januar kommt mit der Fiera di Sant'Orso der stimmungsvollste Termin des Jahres hinzu. Der Sommer von Juni bis September ist die Zeit für Wanderungen im Nationalpark Gran Paradiso, Ausflüge zur Skyway und Radtouren durchs Tal, bei angenehmen Temperaturen, denn auf 583 Metern bleibt es auch im Hochsommer selten drückend heiß. Die Stadt selbst mit ihren römischen Bauten und Museen lohnt sich das ganze Jahr über, in den Zwischensaisons im Herbst und Frühjahr ist sie zudem angenehm ruhig.

AnzeigeUnterkünfte in Aosta vergleichen

Hotels, B&Bs und Resorts mit Live-Preisen und Gästebewertungen auf Booking.com.

Unterkünfte in Aosta ansehen →

Vermittelt über Booking.com. Bei einer Buchung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.

Über die Autorin

Mihaela

Redakteurin Kultur und Küche

Mihaela liebt die italienische Kultur und den besonderen Lebensstil des Landes. Ihre Lieblingsregionen sind Apulien, Ligurien und die Marken, doch sie entdeckt mit großer Neugier immer wieder neue Facetten Italiens. Als leidenschaftliche Köchin lässt sie sich von der italienischen Küche zu neuen Rezepten inspirieren.

Alle Beiträge von Mihaela

Preisvergleich

Unterkünfte in Aosta finden & vergleichen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen von Booking.com, Hotels.com u. a. mit Live-Preisen auf einen Blick.

Anzeige · Preise & Verfügbarkeit von Booking.com, Hotels.com, FeWo u. a. auf einen Blick.

Alle Unterkünfte in Aosta

Direkt bei Booking.com

Unterkunft in Aosta direkt suchen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen mit Live-Preisen – ohne Umweg, direkt bei Booking.com.

 
Highlights

Sehenswürdigkeiten rund um Aosta

Aktivitäten & Ausflüge in Aosta

Übernachten

Empfehlenswerte Hotels in Aosta und Umgebung

Alle Unterkünfte in Aosta

Orientierung

Stadtplan von Aosta

Erlebnisse

Tickets & Touren in Aosta

Skip-the-Line-Tickets, Touren und Stadtpässe. Buchbar über GetYourGuide.

Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

Wetter in Aosta

33°Bedeckt · Wind 14 km/h
heute33° 24° 0%
Mi30° 20° 41%
Do28° 16° 100%
Fr19° 13° 100%
Sa23° 12° 94%
So21° 14° 100%

Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.

Reiseplanung

Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: In den Wintermonaten Schnee und Skisaison; der Hochsommer bleibt angenehm mild.

Wo liegt Aosta?

Karte von Italien mit Markierung Aosta
Häufige Fragen

Aosta: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Aosta?
Am angenehmsten sind April bis Juni sowie September bis Oktober. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 29 Grad, der Winter fällt ruhiger und kühler aus.
Wie reist man nach Aosta an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Turin (TRN) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.
Wie viele Tage sollte man für Aosta einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
Mehr entdecken

Weiterführende Themen

Passende Reiseideen rund um Aosta.

Bereit für Aosta?

Sichere dir die besten Hotels, Tickets ohne Anstehen und den kompletten Reiseführer in Aosta.

Hotels finden Tickets sichern
Hotels finden Tickets