Spianata Castelletto
Einen fantastischen Ausblick über die Stadt erhält vom Spianata Castelletto aus, das mit dem Aufzug…
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Arenzano liegt an der Riviera di Ponente, rund 24 Kilometer westlich von Genua. Der Ort mit seinen gut 11.000 Einwohnern gehört zur Metropolitanstadt Genua und ist der erste größere Badeort, den die Küstenstraße nach Westen erreicht. Wer hier ankommt, hat das Meer direkt vor sich und die Berge unmittelbar im Rücken: Hinter den letzten Häusern steigt das Gelände steil zum Beigua-Massiv an, dessen Kämme auf über 1.200 Meter klettern.
Diese Lage prägt den Ort bis heute. Arenzano ist Badeort und Bergdorf-Zubringer zugleich, mit einer Uferpromenade, einem Sportboothafen und Stränden auf der einen Seite und dem Wegenetz des Beigua-Geoparks auf der anderen. Dazu kommen zwei Anziehungspunkte, die man in einem Ort dieser Größe nicht unbedingt erwartet: ein weitläufiger Stadtpark mit einem der größten historischen Gewächshäuser Europas und eine Wallfahrtsbasilika, die Pilger aus ganz Italien anzieht.
Verglichen mit den bekannten Namen der Riviera geht es in Arenzano ruhig zu. Der Ort lebt stark von Gästen aus Genua und dem Piemont, die hier ihre Wochenenden und Sommerferien verbringen. Für Urlauber aus dem deutschsprachigen Raum ist er vor allem als Standort interessant: Genua, Varazze und die Wanderwege des Hinterlands liegen alle in kurzer Entfernung, und die Autobahn und die Bahnlinie machen Tagesausflüge entlang der ganzen Küste Liguriens einfach.
Mitten im Ort, nur wenige Schritte von der Küstenstraße entfernt, beginnt der Parco di Villa Negrotto Cambiaso. Die Villa selbst geht auf einen Bau aus dem 16. Jahrhundert zurück, ihr heutiges Aussehen mit Zinnen und Turm erhielt sie aber erst bei einem großen Umbau ab 1880 durch den Architekten Luigi Rovelli. Seit 1979 gehört das Anwesen der Gemeinde, die Villa dient als Rathaus, und der Park ist frei zugänglich.
Der Park ist als englischer Landschaftsgarten angelegt, mit altem Baumbestand, einem kleinen See, Bachlauf und Wasserfall. Zwischen den Wegen bewegen sich frei laufende Pfauen, die zum Wahrzeichen des Parks geworden sind. Höhepunkt ist die monumentale Serra, ein Gewächshaus aus Eisen und Glas mit zentraler Kuppel, das der Architekt Lamberto Cusani nach englischen und französischen Vorbildern des 19. Jahrhunderts entwarf. Eingeweiht wurde es 1931, es zählt zu den größten historischen Gewächshäusern Europas. In der Serra finden regelmäßig Ausstellungen statt, unter anderem die Kunst- und Gartenschau FlorArte.
Der alte Ortskern von Arenzano liegt zwischen Park und Meer. Die Gegend war schon in römischer Zeit besiedelt, im Mittelalter litt der Ort wiederholt unter Piratenangriffen, später gehörte er zur Republik Genua, dann zum Königreich Sardinien und ab 1861 zum Königreich Italien. An die unruhigen Jahrhunderte erinnert der Sarazenenturm am Meer, einer der Wachtürme, mit denen die ligurische Küste einst gegen Überfälle gesichert wurde.
Die wichtigste Kirche im Ortskern ist die barocke Pfarrkirche Santi Nazario e Celso mit ihrer auffälligen Fassade. Sehenswert sind außerdem die Villen, die wohlhabende Genueser Familien ab dem 19. Jahrhundert in Arenzano errichten ließen, darunter die Jugendstil-Villa Figoli am westlichen Ortsrand. Wer durch die Gassen zwischen Kirche und Promenade schlendert, findet Cafés, Feinkostläden und die für Ligurien typischen Focaccerien.
Oberhalb des Ortes erhebt sich die Wallfahrtskirche des Jesuskindes von Prag, die von Unbeschuhten Karmeliten betreut wird. Die Verehrung geht auf das Jahr 1900 zurück, als die Ordensbrüder in ihrer Kirche in Arenzano ein Bild des Prager Jesuskindes aufstellten. Der Zulauf wurde so groß, dass ab 1904 ein Neubau im Stil der italienischen Renaissance entstand, der 1908 eingeweiht wurde. 1928 erhob der Papst die Kirche in den Rang einer Basilika. Sie gilt als erstes Heiligtum Italiens, das dem Jesuskind von Prag geweiht ist, und zieht bis heute Pilgergruppen aus dem ganzen Land an.
Auch wer nicht aus religiösen Gründen kommt, findet hier ein lohnendes Ziel. Unterhalb der Kirche liegt eine künstliche Grotte mit einer ungewöhnlichen Dauerkrippe: Der Keramikmeister Eliseo Salino aus Albisola schuf ab Ende der 1960er Jahre eine Weihnachtsdarstellung aus mehr als 300 Keramikfiguren, die das ganze Jahr über besichtigt werden kann. Von der Terrasse vor der Basilika reicht der Blick über die Dächer von Arenzano bis weit aufs Ligurische Meer.
Die Strände von Arenzano bestehen überwiegend aus Kies und grobem Sand, wie an der Riviera di Ponente üblich. Entlang der Uferlinie wechseln sich bewirtschaftete Badeanstalten mit Sonnenschirm- und Liegenverleih und frei zugängliche Abschnitte ab. Das Wasser fällt vergleichsweise schnell ab, was den Küstenstreifen bei Schwimmern beliebt macht. In der Hauptsaison von Juni bis September sind die Badeanstalten durchgehend geöffnet, außerhalb dieser Monate bleibt der Strand ein beliebter Ort für Spaziergänge. Eine Übersicht über die schönsten Badeorte der Region bietet die Seite über die Strände Liguriens.
Vom Ortskern führt eine Fußgängerpromenade am Meer entlang nach Osten bis zum Sportboothafen an der Punta San Martino. Der Porto di Arenzano liegt geschützt unterhalb eines Pinienhügels und bietet Liegeplätze für Boote bis 20 Meter Länge, dazu Restaurants und einen Badebetrieb. Wer mit dem eigenen Boot an der ligurischen Küste unterwegs ist, findet weitere Häfen in der Übersicht der Marinas in Ligurien.
Vor der Küste von Arenzano liegt das größte betauchbare Schiffswrack des Mittelmeers. Der Öltanker Haven geriet im April 1991 nach einer Explosion in Brand und sank am 14. April 1991 im Golf von Genua, beladen mit einer riesigen Menge Rohöl. Die Ölpest, die damals die Küste bedrohte, gehört zu den schwersten in der Geschichte des Mittelmeers. Heute ruht der über 250 Meter lange Rumpf in 33 bis gut 80 Metern Tiefe vor der Punta San Martino.
Für Taucher ist das Wrack ein Ziel von internationalem Rang, allerdings kein Anfängerspot: Schon die höchsten Aufbauten liegen so tief, dass ein Brevet für Tauchgänge bis 40 Meter Mindestvoraussetzung ist, die tieferen Bereiche sind erfahrenen technischen Tauchern vorbehalten. Mehrere Basen an der Küste bieten geführte Tauchgänge an, Adressen finden sich in der Übersicht der Tauchschulen in Ligurien. Das Meeresgebiet um das Wrack ist heute übrigens wieder erstaunlich lebendig, der Stahlkoloss wirkt als künstliches Riff.
Das Hinterland von Arenzano gehört zum Parco del Beigua, dem größten Naturpark Liguriens, der seit 2015 als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet ist. Die Parkverwaltung hat ihren Sitz in Arenzano, der Ort ist damit eines der wichtigsten Eingangstore in das Schutzgebiet. Charakteristisch ist der schnelle Wechsel der Landschaft: Vom Meer steigen die Hänge in wenigen Kilometern zu Bergkämmen an, der Monte Reixa direkt über Arenzano erreicht 1.183 Meter, der namensgebende Monte Beigua 1.287 Meter. Über die Kämme verläuft die Alta Via dei Monti Liguri, der große Höhenweg Liguriens.
Beliebter Ausgangspunkt für Touren ist die Ortschaft Curlo oberhalb von Arenzano, die man zu Fuß oder mit dem Auto erreicht. Von dort führt ein einfacher Spazierweg zum Lago della Tina, einem kleinen, von Wasser ausgeschliffenen Felsbecken. Deutlich anspruchsvoller ist der Anstieg von Curlo über den Passo della Gava zum Passo del Faiallo, eine Bergtour mit rund 1.000 Höhenmetern und weiten Ausblicken auf die Küste. Der Park ist außerdem ein bekannter Beobachtungspunkt für den Vogelzug: Im Frühjahr und Herbst ziehen Greifvögel in großer Zahl über die Kämme des Beigua-Massivs. Auch Mountainbiker nutzen das Wegenetz des Parks intensiv, und die Parkverwaltung in Arenzano informiert über geführte Touren und den Zustand der Wege. Wer Wanderungen plant, sollte Wasser mitnehmen und die Mittagshitze im Sommer meiden, die Südhänge sind weitgehend schattenlos.
Direkt westlich von Arenzano beginnt Cogoleto, ein Nachbarort mit eigener Strandpromenade, der sich auf eine örtliche Überlieferung beruft, wonach Christoph Kolumbus hier geboren sein soll. Belegt ist das nicht, Genua gilt als sein Geburtsort, doch ein historisches Haus im Ortskern hält die Erinnerung wach. Hinter Cogoleto folgt der Lungomare Europa, ein autofreier Rad- und Fußweg auf der Trasse der alten Küstenbahn, der auf mehreren Kilometern direkt am Wasser entlang bis nach Varazze führt, teils durch alte Bahntunnel. Der Abschnitt gehört zu den schönsten Küstenwegen der Riviera di Ponente und ist auch für Familien mit Kindern gut geeignet.
Golfer finden in Arenzano einen der ältesten Plätze Liguriens: Der Golf della Pineta di Arenzano wurde 1959 eröffnet und vom englischen Golfarchitekten Don Harradine entworfen. Die 9 Löcher mit Par 36 liegen auf einem Plateau in der Pinienlandschaft oberhalb des Hafens, mit Blick auf das Meer auf der einen und die Beigua-Berge auf der anderen Seite. Weitere Plätze der Region stellt die Seite über Golf in Ligurien vor.
Für Tagesausflüge ist Arenzano ideal gelegen. Genua mit seiner Altstadt, den Renaissancepalästen der Via Garibaldi und dem Aquarium von Genua, einem der größten Europas, ist mit dem Zug schnell erreichbar. In der Gegenrichtung lohnen Varazze mit seiner langen Promenade und die Provinzhauptstadt Savona mit Festung und Altstadt. Wer weiter ausholen will, erreicht über die Autobahn auch die Blumenriviera im Westen Liguriens.
Mit dem Auto ist Arenzano über die Autobahn A10 zu erreichen, die eigene Ausfahrt Arenzano liegt nur wenige Minuten oberhalb des Ortes. Auch die Küstenstraße SS1 Via Aurelia führt durch den Ort. In der Hochsaison sind Parkplätze in Strandnähe knapp, wer im Sommer anreist, sollte die ausgeschilderten Parkflächen am Ortsrand nutzen. Der nächste Flughafen ist Genua Cristoforo Colombo, rund 20 Kilometer entfernt, mit Direktverbindungen aus dem deutschsprachigen Raum vor allem im Sommerhalbjahr. Alternativ kommen Mailand und Nizza als Zielflughäfen infrage, beide etwa zwei Autostunden entfernt.
Sehr bequem ist die Anreise mit der Bahn. Arenzano hat einen eigenen Bahnhof an der Küstenlinie von Genua nach Ventimiglia, Regionalzüge verbinden den Ort mehrmals pro Stunde mit Genua, die Fahrt dauert je nach Verbindung 20 bis 30 Minuten. Auch Varazze, Savona und die weiteren Orte der Riviera di Ponente sind ohne Umsteigen erreichbar, was den Ort zu einem guten Standort für autofreie Ausflüge macht.
Die beste Reisezeit für einen Badeurlaub reicht von Juni bis September, das Meer ist meist bis in den Oktober hinein angenehm warm. Für Wanderungen im Beigua-Geopark eignen sich Frühjahr und Herbst am besten, wenn die Temperaturen moderat sind und die Fernsicht von den Kämmen am klarsten ist. Die Berge im Rücken schirmen Arenzano gegen kalte Nordwinde ab, deshalb bleibt das Klima auch im Winter mild, und der Ort eignet sich das ganze Jahr über für einen Aufenthalt am Meer.
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